Pyka vs. Polenz Spiele für Erwachsene

Pyka vs. Polenz

Spiele für Erwachsene




Zu den bevorzugten Beschäftigungen mancher Menschen scheint es zu gehören, sich gegenseitig das zu sagen, was man mit subtiler Ironie und/oder beißendem Sarkasmus „Die Nettigkeiten“ nennt. Beispielhaft dargestellt wurde das anhand des modernen Theater- und Film-Klassikers „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“, aber auch der neue Polanski ist auf diesem Gebiet gar nicht übel.

von Gerrit Liskow

Etwas Vergleichbares spielte sich – mit weniger Esprit, dafür mit umso mehr Verve – letzte Woche in jener Parallelwelt ab, die von einigen Personen beizeiten mit der wirklichen Wirklichkeit verwechselt zu werden scheint, zumal sie sich „soziales Netzwerk“ nennt; ein Anspruch, der ihr von manchen ihrer User (m/w) spürbar für bare Münze genommen wird: Gemeint ist, Sie ahnen richtig, das Facebook (FB).

Und um es gleich vorwegzunehmen: Jennifer Nathalie Pyka mag das Zeug zu einer Liz Taylor des Journalismus haben, und vor die Wahl gestellt zwischen MdB Ruprecht Polenz und Richard Burton würde ich mich stets für den letztgenannten entscheiden.

Bei dem jedoch, was sich zwischen Jennifer Nathalie Pyka und den Damen Wachendorff und Schuricht sowie einem österreichischen Blogger auf Rügen, Klaus Kufner, und nolens-volens MdB Polenz (CDU) abspielt, scheint es um doch recht bemerkenswerte Ziele zu gehen.

Versprach die semiprominent besetzte Polenz-Garde doch jüngst, sich mit Jennifer Nathalie Pyka in Bälde vor Gericht wiedertreffen zu wollen; in der Tradition guter deutscher Prozesshansel jederlei Geschlechtlichkeit, möchte man gnädig lächelnd hinzufügen, und einem Fall von Überassimilation.

Was daran erwachsen ist, mögen unsere Leser anhand diverser Facebook-Threads nachvollziehen, die im Internet kursieren, nicht zuletzt anscheinend dank der Intervention des Münsterländer MdB, der seine Kettenhunde von der Leine ließ; und es scheint die Hexenjagd auf Jennifer Nathalie Pyka für eine Polenz-Wahlhelferin/Partei-Freundin emotional recht ergiebig gewesen zu sein.

Vielleicht liegt es auch bloß daran, dass diese Münsterländer Dame sich Chancen ausrechnet, Herrn Polenz einmal in seiner Funktion als Freund florierender Deutsch-Iranischer Wirtschaftsbeziehungen zu beerben; wer kann schon immer sagen, was gerade in den Köpfen der CDU los ist, mal abgesehen von Weihnachtsgans und Lebkuchen.

Und was gibt’s sonst Neues? Der MdB Polenz ist ein reger Nutzer des Facebooks (FB). So rege, dass man den Eindruck gewinnt, er auch bloggt, während er eigentlich Außen-Ausschusssitzung oder andere Verpflichtungen hat; oder vielmehr bloggen lässt, denn der Verdacht liegt nahe, dass er zu diesen Zwecken Dritte beschäftigt, was sein gutes Recht ist.

Nun postete er unlängst auf seiner gutfrequentierten FB-Präsenz eine Lobrede auf den Walldorf-Kindergarten Ein Bustan, von dem auch die Damen Wachendorff und Schuricht derartig begeistert waren, dass sie in der Tradition deutscher Vereinsmeier sofort einen gutgemeinten Spendensammel-Club gründeten, dessen juristische Existenz MdB Polenz für bare Münze nahm.

So weit, so blöd. Der „Verein“ Ein Bustan Deutschland „e.V.“ soll nach Recherchen von Jennifer Nathalie Pyka nämlich den Schönheitsfehler, dass er in keinem deutschen Vereinsregister zu finden ist; und Jennifer Nathalie Pyka, die ihr Handwerkszeug insoweit beherrscht, hat es nicht nötig, die Nachrichten, über die sie berichten möchte, erst mittels Dritter selbst zu produzieren.

Ein Talent, das vielleicht nicht jeder hat und/oder praktiziert, der sich vielleicht nur deshalb gerne Journalist nennen lässt, weil sonst unter seinem Namen auf der Visitenkarte so schrecklich viel Nichts existiert.

Doch zurück zu Herrn Kufner. Es hat den Anschein, als wäre seine Beziehung zum österreichischen Inlandsgeheimdienst noch immer etwas unklar, zumindest für die Öffentlichkeit. Und auch darüber, inwieweit er tatsächlich in eine angebliche Briefbombenaffäre verwickelt ist, gibt es je nach dem, wen man fragt, sehr unterschiedliche Meinungen.

Wir wissen nicht, was an den Gerüchten um seine Person wahr ist, und kennen uns weder in der Welt der Geheimdienste noch im Kopf von Herrn Kufner auch nur annähernd genug aus, um derlei Gerede bewerten zu können oder gar wissen zu können, wie es sich denn nun in Wahrheit verhält und überlassen es deshalb lieber unseren Leserinnen und Lesern, sich anhand dieser Trouvaille einen Eindruck zu verschaffen:

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:oLubEe_0NSMJ:www.ots.at/presseaussendung/OTS_19970527_OTS0186/weitere-anzeigen-der-ebt-in-der-briefbombencausa-es-wurden-hunderte-falsche-spuren-gelegt+klaus+kufner+briefbombe+ots&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

So viel zu den „Freunden“ von MdB Polenz, der sich seine Fans eben auch nicht aussuchen kann.

Fakt ist nun, dass der ganze Ein-Bustan-„Verein“ aufheulte wie ein getretenes Tier, als man die Damen Wachendorff und Schuricht mit der real existierenden Wirklichkeit konfrontierte: Dass ihr „Verein“ nicht existiere, zumindest - so der erhobene Vorwurf - nicht in der Rechtsform eines „e.V.“; und wenn doch, dann nicht im Vereinsregister, sondern nur in ihrer Vorstellungswelt.

Und in der Vorstellungswelt potenzieller Spender, die vielleicht nicht zweckdienlich zu der Annahme verleitet wurden, davon auszugehen, dass ihre Zahlungen beim realen Ein Bustan Kindergarten in Israel wirksam würden; eine Annahme, die beim Fundraising womöglich billigend in Kauf genommen werden sollte?

Unklar ist auch die von Kritikern der Spendensammler aufgeworfene Frage nach absetzbaren Spendenquittungen - eine nicht ganz undwichtige Frage für steuerzahlende Spender.

Eine Frau Wachendorff, von der manche behaupten, ihr sei auffallend daran gelegen, für eine Jüdin gehalten zu werden und dies auch zu passenden und vor allem unpassenden Gelegenheiten betont, was nicht wenigen irritierend aufstößt. 

Ferner brüstet besagte Frau Wachendorff sich damit, schon mal einen Vortrag vor einem „Synagogenverein“ gehalten zu haben - der allerdings keine jüdische Gemeinde ist, sondern sich nur so nennt; just in den Räumlichkeiten, in denen sich gleich anschließend die lokale „Links“-Partei  traf.

Dabei handelt es sich um eine „Partei“, die „Links“-Partei sich völlig frei von Antisemitismus „weiß“; das ist etwas, mit dem sie sich bestens auskennt, weshalb sie auch so gerne darüber diskutiert.

Zur Religionszugehörigkeit der Frau Wachendorff kann und will ich mich nicht äußern, denn das ist ihr Bier. Es verwundert mich bloß, mit welcher an Penetrans grenzende Häufigkeit sie dies meint betonen zu müssen.

Was von kolportierten Äußerungen der Frau Wachendorff zu halten ist, wonach der Stadtteil Giloh sich in einer sagenhaften Stadt namens Ostjerusalem befände, können wohl alle anhand eines Blickes auf die Landkarte selbst entscheiden; zumindest, solange Geografie noch etwas mit realexistierenden Himmelsrichtungen zu tun hat. Für noch mehr Heiterkeit bei FB-Usern sorgte ein anderer kolportierter Kommentar, den die vermeintliche "Israelkennerin" Wachendorff in einer Diskussion auf dem FB-Profil von Polenz absonderte und in dem sie verkündete, die 2005 gegründete Kadima-Partei habe bereits 1977 - also 25 Jahre vor der Gründung - die israelischen Parlamentswahlen gegen den Likud verloren.

Das Porträt komplettiert ihr Faible für die Rudolf-Steiner-„Lehre“, der sogenannten Anthroposophie, in deren historischen Manualen es heißt, der Hass auf die Juden wäre die Folge von Verfehlungen, die sie in ihren früheren Leben auf sich „gehäuft“ hätten; dreimal dürfen Sie raten, liebe Leserinnen und Leser, welche „Verfehlung“ damit zuvörderst gemeint sein soll. (Stichwort: „Christus-Mörder“? Ach ja!)

Nun scheint es so zu sein, dass die Damen Wachendorff und Schuricht zwar eine rege entwickelte Fantasie haben, und deswegen in einer üppigen Vorstellungswelt leben, sich aber trotz ihres Alters noch nicht hinlänglich an die Erfahrung gewöhnt haben, dass die real existierende Wirklichkeit an sich und als solche nicht nur in ihrer selbstzweckhaft-narzisstischen Funktion als Objekt von „Wille und Vorstellung“ existiert, sondern sich auch mal als vorgelagerte Verweigerungsinstanz erweisen kann.

Entsprechend wähnen sie sich als „Opfer“ einer Verleumdungs- und Rufmordkampagne, wenn man sie daran erinnert, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit manchmal ein Widerspruch besteht. Und um diesem Konflikt juristisch abzuhelfen, wurde aus ihren Kreisen gerüchtehalber bereits ein Prozess gegen Jennifer Nathalie Pyka angedroht: wegen Volks-Verhetzung; drunter machen auch sie es nicht.

Statt also die inhaltlich durchaus pikanten Rechercheergebnisse der Jennifer Nathalie Pyka etwa dadurch zu entkräften, dass sie einen Auszug aus dem Vereinsregister präsentiert hätten, aus dem die juristische Existenz ihres „Vereines“ Ein Bustan Deutschland hervorgeht, ziehen sie es vor, sich als gekränkte Bona-Causa-Diven zu gerieren und viel Gift und Galle zu spucken auf diejenige Person, die sie daran erinnert hat, dass mit ihrem Weltbild etwas Grundsätzliches nicht stimmt: Es basiert offenbar nicht immer ganz auf empirischen Fakten.

Sekundiert wird den Damen dabei von ihren beiden Kavalieren, dem heuer vielleicht ein bisschen unterbeschäftigten Journalisten aus Österreich, Klaus Kufner, von dem bereits die Rede war, und dem überaus Facebook-gewieften Münsterländer MdB, Ruprecht Polenz, oder vielmehr dessen Facebook-Sekretariat.

Letzterer wirft sich bekanntlich immer dann behände in jede sich bietende Bresche, wenn es um die Art von „Israel-Kritik“ geht, die man von „Freunden“ wie diesem mittlerweile mehr als gewohnt sein dürfte, und ersterer hat die Causa Wachendorff inzwischen dahingehend zu seiner gemacht, dass er versucht, unter dem Mäntelchen der Ehrenrettung für die Damen Wachendorff und Schuricht seine eigene Ehre über die Zeiten zu retten.

„The world is a stage“, würde der Barde gesagt haben, und sie ist es anscheinend auch dann noch, wenn diese Bühne in einem Facebook-Schmierentheater steht.

 

Foto: Quelle

 

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Montag, 12 Dezember 2011





und wo ist mein informativer Kommentar abgeblieben, den Gerrit??? sicherlich interessiert hätte



Ihr habt also endlich mal reagiert? Gut so......dann brauchen wir uns den antimp und andere sinnfreie Kommentare nicht mehr antun......Gelesen wirdet ihr ja trotzdem....



Hallo Zahal,

dein Kommentar scheint in den Tiefen des Internets verschwunden zu sein - er ist jedenfalls nicht in der "Warteschleife". Da wir deine Kommentare stets als sehr informativ und bereichernd empfinden, wäre es nett, wenn Du ihn vielleicht nochmal posten könntest ...



Ich gebe es auf, (erneut 3 x versucht) meine Beiträge gehen grundsätzlich ins Nirvana, gebt mir mal eine Mailaddy, ich stelle euch dann etwas zusammen - danke...Gerrit für diesen Beitrag, aber es stekct noch viel mehr dahinter.



Lieber Zahal,

schick den Text bitte an:

mail [at] haolam [dot] de