Der arabisch-israelische Konflikt ist brutal einfach

Der arabisch-israelische Konflikt ist brutal einfach


Nur indem es arabische Ansprche auf eine palstinensische nationale Identitt entkrftet, kann Israel seine Notwendigkeit (und sein Recht) auf die Erweiterung jdischer Souvernitt auf die Wiege der jdischen Zivilisation legitimieren.

Von Martin Sherman, MiDA

 

Die am weitesten verbreitete und am stärksten irreführende Fälschung zum arabisch-israelischen Konflikt lautet, dass es sich um ein immens komplexes und kompliziertes Problem handelt, das zu lösen große Erfahrung und Kreativität benötigt. In Wirklichkeit ist so ziemlich das Gegenteil wahr. Es ist ausgerechnet seine brutale Schlichtheit, die ihn so hartnäckig und eine Lösung schwer fassbar macht.

 

Stattdessen ist jeder Versuch den Konflikt als „kompliziert“ darzustellen oder ihm irgendeine „Komplexität“ zuzuschreiben, kein Kennzeichen von Erfahrung/Tiefgründigkeit. Bestenfalls deutet es auf einen Wunsch hin die grausame, ungeschminkte Wahrheit zu vermeiden.

 

Die grundlegenden Parameter des Konflikts und seine prägenden Umrisse sind so eindeutig und deutlich, dass die Unzahl an Details/Nuancen, die ihn umgeben, wenig Einfluss auf die Art haben, wie man sich mit ihm beschäftigen sollte. Geht man davon aus, dass die Juden politische Souveränität haben sollten, verwaltet von einem jüdischen Nationalstaat, in der historischen Heimat verortet, dann entstammen die politischen Entscheidungen, die nötig sind um dieses Ziel zu ermöglichen und aufrecht zu erhalten, unbestreitbar einer Serie „politischer Algorithmen“ über einen Prozess fast mathematischer Folgerung.

 

Es sollte praktisch unumstößlich sein, dass Israel, um als Nationalstaat des jüdischen Volks bestehen zu bleiben, sowohl geografisch als auch demografisch funktionsfähig bleiben muss.

Entsprechend kann Israel sich nicht hinter nicht zu verteidigende Grenzen zurückziehen, nicht nur in Begriffen des Widerstands gegen Invasion, sondern auch fortgesetzter Abnutzung. Das diktiert eindeutig die Parameter der zukünftigen Grenzen, auf die zurückzuziehen Israel sich leisten kann – und die Folgen, die das notwendigerweise aus der Perspektive eines jeden denkbaren arabischen Gesprächspartners haben würde, sie für akzeptabel zu halten.

 

Darüber hinaus muss Israel nicht nur zunächst eine jüdische Bevölkerung bewahren – sondern im Lauf der Zeit dauerhaft aufrecht erhalten – was nicht nur eine zahlenmäßige Mehrheit bei Wahlen einschließt, sondern ausreichend Oberhand um den jüdischen Charakter des soziokulturellen Gefüges des Landes in Sachen der Führung des öffentlichen Lebens, des Geistes seiner nationalen Feiern und der Natur seiner nationalen Symbole sicherzustellen. Das diktiert eindeutig die Grenzen des Umfangs seiner hartnäckigen nichtjüdischen ethnischen Minderheiten, die sich nicht nur nicht mit dem jüdischen Wesen des Staates identifizieren, sondern ihn auch vehement ablehnen.

 

Damit wird jede Politik, die versucht die demografische Funktionsfähigkeit durch die Opferung geografischer Erfordernisse (wie dem Konzept eines Staates für all seine Einwohner) zu erhalten, den jüdischen Nationalstaat demografisch hinfällig machen.

 

Ohne Grenzen, die verteidigt werden können, kann keine Regierung welchen Staates auch immer, seine Bürger mit dem grundlegendsten Element zu versorgen, das durch den Gesellschaftsvertrag gefordert wird, den er mit seinem Volk hat – Sicherheit. Das gilt besonders für den Fall Israels, so bedroht, wie er ist, durch eine Reihe beeindruckender Bedrohungen, denen sich kein anderer Staat gegenüber sieht. Leider scheint der außergewöhnliche Erfolg der israelischen Sicherheitskräfte, den sie im Verlauf von sieben Jahrzehnten hatten, diese betrübliche Realität bei vielen vernebelt zu haben.

 

Um sich angemessen und zu tragbaren wirtschaftlichen Kosten verteidigen zu können, muss Israel die Kontrolle über die westlichen Hänge des Hochlands von Judäa-Samaria behalten, die die Küstenebene beherrschen; über die östlichen Hänge, die die Zugänge zum Jordantal beherrschen; ebenso über den Luftraum darüber und das elektromagnetische Spektrum überall in beiden. Eine umfassende Studie der minimalen Sicherheitsvoraussetzungen finden sie hier.

 

Die physischen Parameter dieser unerlässlichen Sicherheitsanforderungen haben unmissverständliche politische Auswirkungen. Immerhin beugen sie der Möglichkeit der Gründung jeglicher Eigenregierung mit für die Araber akzeptablen Parametern vor. Einfach ausgedrückt – was für Israel auch nur minimal adäquat scheint, erscheint für die den Araber absolut unangemessen.

 

Das führt uns zur ersten Kette von algorithmusartigen Begründungen, die zeigen, dass Israels Akzeptanz der Legitimität arabischer nationaler Ansprüche in „Palästina“ praktisch die Grundlagen für den Angriff auf seine Legitimität legte. Obwohl dies – wegen der verzerrenden Diktate der vorherrschenden politischen Korrektheit – vielen als widersprüchlich erscheinen könnte, ist die dahinter stehende Logik überzeugend und der daraus zu ziehende Schluss unanfechtbar.

 

Schließlich:

 

  • Wenn das „palästinensische“ Narrativ, das die Araber als authentische nationale Instanz in Palästina darstellt, als legitim anerkannt wird, dann sind alle Ansprüche wie das Erreichen „palästinensischer“ Eigenstaatlichkeit, die aus diesem Narrativ entstehen, legitim.Entsprechend wird jede Politik, die das Erreichen dieser Ansprüche ausschließt, als illegitim wahrgenommen.In Ermangelung wild optimistischer und daher verantwortungsloser, unrealistischer „best case“-Annahmen wird jede Politik, die Israels minimale Sicherheitsanforderungen sicherstellt, die Gründung eines lebensfähigen Palästinenserstaats ausschließen.Konsequenterweise wird jedes Bestreben Israel minimale Sicherheit zu bieten, als illegitim wahrgenommen werden.Daher gibt man damit, die Zulässigkeit eines Palästinenserstaats zu akzeptieren, notwendigerweise Unzulässigkeit von Maßnahmen zu, die für Israels Sicherheit erforderlich sind – und daher das inhärente Fehlen der Lebensfähigkeit Israels.

 

Die unvermeidbare Schlussfolgerung lautet daher: Israel muss, um die Umstände sicherzustellen, die seine minimalen Sicherheitserfordernisse und damit sein Überleben als Nationalstaat des jüdischen Volkes betreffen, das „palästinensische“ Narrativ und die Erwartungen, die davon herrühren.

 

Die weitreichende Bedeutung der Notwendigkeit, dieses schädliche Narrativ zu entkräften, kann man kaum übertreiben. Aber solange das nicht getan wird, kann Israel keine Politik formulieren – und schon gar nicht umsetzen – die die geografischen wie auch die demografischen Notwendigkeiten effektiv angehen – ganz zu schweigen von beiden zusammen.

 

Denn nur über die Entkräftung des arabischen Anspruchs auf eine „palästinensisch-arabische“ nationale Einheit und entsprechende Ansprüche auf Eigenstaatlichkeit in Judäa-Samaria kann Israel sein Bedürfnis (und sein Recht) auf Erweiterung der jüdischen Souveränität auf die Wiege der jüdischen Zivilisation legitimieren.

Nur durch die Erweiterung der jüdischen Souveränität auf Judäa-Samaria (und letztlich den Gazastreifen) kann Israel sicherstellen, wer – und wer nicht – diese strategisch wichtigen Gebiete kontrolliert, die direkt an den großen Bevölkerungszentren des Staates und seiner lebenswichtigen Infrastrukturinstallationen liegen. Solange es das nicht bewerkstelligt, kann es die geografische Notwendigkeit nicht adäquat  angehen und das Schicksal seiner Bürger sicherstellen, mit deren Sicherheit es beauftragt ist.

 

Die geografische Notwendigkeit anzugehen, indem jüdische Souveränität auf Judäa-Samaria und den Gazastreifen ausgeweitet wird, wirft jedoch unmittelbar das Problem auf, die andere Notwendigkeit, die demografische, anzugehen.

 

Ich habe wiederholt argumentiert, dass es unmöglich sein würde die palästinensisch-arabischen Einwohner in der befreiten Bevölkerung Israels ohne kritische Gefährdung des jüdischen Charakters des Landes zu integrieren – lesen Sie zum Beispiel „To My Colleague Caroline, A Caveat, Islamizing Israel—When the radical Left and hard Right concur“ und „Sovereignty? Yes, but look before you leap“. Jahrzehnte bösartiger judenfeindlicher Hetze haben die Aussicht darauf, aus einer jüdischen und einer arabischen eine nachhaltige, geschlossene Gesellschaft zu formen, so unwahrscheinlich gemacht, dass jeglicher Vorschlag einer akzeptablen Grundlage für zukünftige Politik untauglich wird.

 

Entsprechend gibt es für jeden, dessen Ausgangspunkt darin besteht, dass Israel im Lauf der Zeit als Nationalstaat des jüdischen Volks ausharrt, nur eine Schlussfolgerung. Der einzig vorstellbare Weg vorwärts, der Israel davon abhält, seine Kontrolle zwingend über eine nicht befreite nichtjüdische Minderheit auszuüben oder diese zwangsweise zu vertreiben, besteht darin die palästinensisch-arabische Bevölkerung durch wirtschaftlich angeregte Emigration zu reduzieren – sprich durch verstärkte materielle Anreize wegzuziehen und gleich starke Anreize zu bleiben. xxx

 

Der einzige Weg, dass eine solche Politik realisiert werden kann, ohne international Tadel und Sanktionen zu ernten, besteht in einem massiven öffentlichen, diplomatischen Angriff auf das „palästinensische“ Narrativ, um es zu widerlegen, zu diskreditieren und zu entkräften – denn solange das nicht erreicht wird, wird der jüdische Nationalstaat letztlich – wahrscheinlich eher früher als später – entweder geografisch oder demografisch unhaltbar werden – oder geografisch UND demografisch.

 

Kann das „palästinensische“ Narrativ entkräftet werden? So widerwärtig das manchem klingen mag, weil jeder, der sich zu Israels fortgesetzter Existenz als jüdischer Nationalstaat festgelegt ist, gibt es wenig Alternativen.

Andere, weniger herausfordernde Alternativen sind wenig mehr als eine Übung in Selbstbetrug. Darauf zu hoffen, dass die palästinensischen Araber sich in judenfreundliche Wesen verwandeln, ist eine aussichtslose Illusion – besonders angesichts der Tatsache, dass die meisten der erkennbaren Veränderungen in der palästinensischen Gesellschaft in genau die gegenteilige Richtung zu laufen scheinen.

 

In einem vor mehr als einem Jahrzehnt veröffentlichten Artikel schrieb ich von der Notwendigkeit das palästinensische Narrativ entkräftet werden muss: „Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Um die angestauten Jahrzehnte der Verzerrung, Irreführung und Täuschung rückgängig zu machen, die im kollektiven internationalen Bewusstsein eingegraben sind, wird eine übermenschliche Aufgabe sein. Aber das immense Ausmaß der Aufgabe kann nicht die Notwendigkeit ihrer Umsetzung mindern.“

 

Das ist heute nicht weniger richtig als früher – eher mehr.

 

 

Übersetzt von Heplev - Foto: „Frieden Jetzt“ ist eine nette Parole, aber völlig losgelöst von der Realität. (Foto: Flash90)


Montag, 09 Juli 2018