Für einen Regimewechsel im Iran

Für einen Regimewechsel im Iran


Zunächst brauchen wir ein genaueres Verständnis der Vergangenheit, um zu begreifen, warum die strategische Orientierung der USA auf einen Zusammenbruch der iranischen Theokratie vernünftig ist.

Von
Reuel Marc Gerecht und Ray Takeyh

 

Sowohl links als auch rechts von der Mitte ist die Fehlinterpretation der persischen Geschichte in Washington mehr oder weniger zur Grundanforderung geworden. Im Westen wurde der Iran allzu oft als eine Insel autokratischer Stabilität betrachtet, und so ist es auch heute. Die meisten amerikanischen und europäischen Politiker halten die Unterdrückung durch die Mullahs für unüberwindbar. Das gleiche nahmen sie vom Regime Schah Mohammed Reza Pahlevis an. In Wirklichkeit ist die Geschichte des Iran im vergangenen Jahrhundert jedoch von einem verbissenen Kampf zwischen dem Bestreben der Herrscher, ihre Vollmachten zu wahren, und dem Wunsche der Beherrschten nach Freiheit gekennzeichnet gewesen. Dieses Tauziehen wird nicht nur die Zukunft des Irans, sondern die des Nahen Ostens insgesamt bestimmen.

 

Die Idee eines Regimewechsels ist weder abstrakt noch abwegig. Das iranische Volk bemühte sich 2009 mit massiven Protesten um ihn und tut dies seit den landesweiten Demonstrationen im vergangenem Dezember erneut. Die andauernden Proteste haben innerhalb der herrschenden Elite eine Welle an Dissens und Zwietracht ausgelöst und womöglich auch die regimeinternen Beratungen über das Atomprogramm beiseitegeschoben. Den Mullahs bleibt wenig anderes übrig, als sich dem Ausbruch öffentlichen Ärgers zuzuwenden. In den Reden, die er am 21. Mai in Washington und am 22. Juli in der Reagan-Bibliothek hielt, betonte Außenminister Pompeo die Nöte der iranischen Bevölkerung unter dem theokratischen Regime – so gut wie kaum ein amerikanischer Regierungsvertreter seit der Islamischen Revolution.

 

Philosophisch und operationell würde ein derartiger Wandel in der politischen Herangehensweise einer grundlegenden Wahrheit Rechnung tragen: Auf friedlichem Weg wird die Islamische Republik sich nicht in einen Staat verwandeln, der aufhören würde, die Sicherheit im Nahen Osten zu gefährden. (…

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Für Amerikaner, die mit der Hollywood-Berieselung ruchloser CIA-Intrigen groß geworden sind, mag es schwer vorstellbar sein, aber bei einer der sagenumwobensten Episoden des Kalten Krieges handelte es sich nicht um eine von der CIA gesteuerte Verschwörung, sondern um eine iranische Initiative. (…) Im Iran gab es 1953 einen ‚Putsch‘, weil die Iraner es so wollten. Wenn das Kleriker-Regime demnächst stürzt, tut es das unabhängig von amerikanischen Bemühungen, weil die Iraner es so wollen. (…)

 

Das Mullah-Regime steht heute seltsam entblößt dar, ohne überzeugende Ideologie und ohne verlässliche Machtbasis in der Bevölkerung. In jedem Jahrzehnt seit der Machtübernahme hat es die Unterstützung eines weiteren Teils der Gesellschaft verloren. Seine zahlreichen Sicherheitsorgane erwecken den Eindruck von Macht, doch könnte sich dieser im Falle einer weiteren landesweiten Protestbewegung leicht als Schein entpuppen. Die Frage ist nur, ob Amerika willens und fähig ist, das iranische Volk gegen seine Herrscher zu unterstützen. Die Islamische Republik ist schwer angegriffen, ähnlich wie die Sowjetunion es in den 1970er und 1980er Jahren war. Aber die Theokratie noch stark genug sein, um ihr imperialistisches Programm noch auf Jahre hinaus fortzuführen. Gerade wegen der Schwierigkeiten, in denen die Islamische Republik sich befindet, wird das Regime seine Aggression [im Ausland] vermutlich noch intensivieren. (…)

 

Entgegen den häufigen geäußerten, aber irrigen Behauptungen etlicher Experten haben die Vereinigten Staaten nie eine Strategie des Regimewechsels gegenüber der Islamischen Republik verfolgt. All den anderslautenden Annahmen zum Trotz verfügt die Trump-Administration durchaus über einen einigermaßen kohärenten außenpolitischen ‚Plan B‘ für das weitere Vorgehen nach dem Rückzug aus dem Atomabkommen, vorausgesetzt die Zersetzung der Theokratie ist tatsächlich das Endziel, das sie anvisiert. Wie sein Vorgänger glaubt Khamenei fest daran, dass die Vereinigten Staaten stets bestrebt gewesen seien, die Islamische Republik zugunsten verwestlichter iranischer Demokraten zu stürzen, die ein dekadentes und gottloses Zeitalter einläuten würden. Er weiß im Gegensatz zu vielen in Washington, dass die Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik für die Zukunft des Nahen Ostens von entscheidender Bedeutung ist.

 

 

Übersetzt von MENA Watch


Montag, 13 August 2018






Wenn dieses Wunschdenken Trumps in Erfüllung gehen sollte, erwartet uns wahrscheinlich das Gleiche wie nach der Befreiung der Diktatoren im Irak, in Afghanistan und den Nordafrikanischen Ländern. Vielleicht aber auch ein weiteres Syrien. Ob dann die Nachfolger am persischen Atomprogramm weiterarbeiten oder es einstellen, ist dann die Frage. Falls die Unterstützung der USA für die Iraner auch so großzügig wie bei den Kurden ausfällt, sollte die Bevölkerung besser weiterhin unter den Theokraten leiden. Die bisherigen "Befreiungskriege" die durch die Republikaner angezettelt wurden, haben weder für die betroffenen Menschen noch für den Rest der Welt eine Besserung gebracht.

@1sio2willi.. Lieber sio2willi so ein Unsinn wünschen kann man vieles, aber der Umsturz, wenn es tatsächlich einen gibt, wird vom iranischen Volk ausgehen. Mit den Kriegen in Afganistan, Irak, oder Lybyen hat Ihr "persönlicher Freund Präsidentendarsteller Trump" wohl nichts zu tun, wie schade, gel Sio! Und warum hat Frau Merkel oder die EU die Kurden nicht unterstützt? Die wurden ja teilweise von den Türken mit deutschen Panzern gemeuchelt. Außerdem lieber Willi sind Sie sicher Deutscher und da sollten Sie mit Äußerungen bezüglich angezettelter Kriege sehr, sehr vorsichtig sein !

@sio2willi Es geht gerade nicht darum, im Iran einzumarschieren, oder das Land unter Feuer zu nehmen. Denken Sie an den Untergang des Ostblocks und hier ganz besonders an das Ende der DDR. Die Iraner müssen den Wechsel in entsprechender Anzahl selber wollen. Und da sieht es nicht schlecht aus. Überall da, wo das Volk seine Führung ohne Intervention von außen selbst aus den Ämtern gejagt hat, hat der Regimewechsel meist gut funktioniert und zu freieren Gesellschaften geführt. Auf jeden Fall macht man sich mitschuldig an der Unterdrückung des iranischen Volkes, wenn man die Theokraten durch Wirtschaftsdeals in den Ämtern festigt. Deals sollte man zudem nur mit Leuten abschließen, mit denen man langfristig auch im selben Haus wohnen möchte.

Lieber alex, wenn jemand über angezettelte Unrechtskriege Bescheid wissen sollte, dann sind es ja wohl wir Deutschen. Sie haben aber völlig Recht, daß mein Präsdentendarsteller mit den anderen Kriegen nichts zu tun hatte. Zu dieser Zeit war er ja im Fernsehen als Showmaster beschäftigt. Das hatte ich übrigens auch nicht behauptet. Aber das waren ja wohl auch Republikaner. Im übrigen habe ich auch nichts gewünscht. Das habe ich allerdings dem Darsteller unterstellt.

@RalfPöhling Ich habe auch nicht behauptet, daß einmarschiert werden sollte. Die USA haben vielerlei Möglichkeiten ihre Interessen durchzusetzen. Nur so offensichtlich wie es der derzeitige Präsident versucht, hat noch kein Präsident vor ihm Einfluß nehmen wollen. Aber die Völker aus dem Irak, Afghanistan, Syrien oder den Nordafrikanischen Ländern werden bestimmt nicht behaupten, daß ihr Regimewechsel gut funktioniert hat.

@4sio2willi.."Zu dieser Zeit war er ja im Fernsehen als Showmaster beschäftigt". War aber bestimmt ein hervorragender Showmaster, sonst wäre er nicht Multi- miliardär geworden, gel sio!

@5sio2willi Die Methode und die Basis im Volk sind entscheidend. Irak, Afghanistan, Syrien gingen einher mit militärischem Einsatz des Westens und mangelndem Willen zur Revolution im jeweiligen Volk. In Tunesien hat das deutlich besser funktioniert, weil das Volk die Revolution wollte und der Westen nicht gleich alles zu Staub gebombt hat. Darauf wollte ich hinaus. War kein Vorwurf. Reagan hat damals mit dem Ostblock alles richtig gemacht. Diese Strategie ist ausbaufähig.

Hallo alex, in welchem Landesteil leben Sie eigentlich, Meinen Sie vielleicht ein Gel oder meinen Sie das überwiegend im Süddeutschen verwandte gell? Ich finde es so richtig toll von dem Showmaster, daß er seine phantastische Karriere aufgegeben hat um seinem Volk zu aufopfernd dienen. An seinen Auftritten und Äußerungen erkennt man ja auch was er alles kann. Überall auf der Welt pflegt er alte Freundschaften und schließt in Russland und Nordkorea sogar neue. Hoffentlich bekommen wir auch so jemanden an unsere Regierungspitze. Bin mal gespannt ob Sie mir zustimmen oder einfach nur lachen.

@8sio2willi danke, selbstverständlich es fehlt ein "l". Aber so manchem kann man auch mit einem Furz Freude bereiten. Ihr Wunsch ist erfüllt, wir haben doch bereits eine phantastische Regierung, die ganz Europa, mit einem nicht aufhörenden Migrantenstrom von überwiegend Analphabeten bereichert hat. Mir ist das Lachen schon lange vergangen!