Die Legende vom Schah und der deutschen APO

Die Legende vom Schah und der deutschen APO


Die vorsätzlich falsche Bewertung des iranischen Kaisers durch die 68er-Bewegung

Von Carl Christian Jancke

 

An der Legende von 1968 stimmt bei genauerem Hinsehen vieles nicht. Und das beginnt mit der Jahreszahl. Bereits 1967 kam es beim Besuch des Schahs von Persien zu gewaltigen Ausschreitungen als die von ihm mitgebrachten „Jubelperser“ die protestierenden Studenten unter den Augen der West-Berliner Polizei niederknüppelten. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen gipfelten in der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg durch den Berliner Polizisten und SED-/Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras.

 

Das Problem: Im Grunde war der Schah den Protest nicht wert. Er war nicht nur CIA-Marionette und brutaler Diktator, sondern aufgeklärter Monarch und Sozialreformer. Die Legende, die Amerikaner hätten den lupenreinen Demokraten und Präsidenten Mossadegh 1953 weggeputscht, um den Schah zu installieren und so die persischen Ölreserven auszubeuten, ist eine solche und hat mit der Realität nichts zu tun.

 

 

Foto: Staatsempfang für den Schah und seiner Ehefrau bei ihrem Deutschland-Besuch 1967 (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F024827-0005 / Unknown / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons)


Freitag, 22 Juni 2018