Die türkische Doppelmoral gegenüber Saudi-Arabien

Die türkische Doppelmoral gegenüber Saudi-Arabien


Seit 1992 gab es in der Türkei 25 tote Journalisten, sieben davon unter dem Regime von Erdogan.

 Die türkische Doppelmoral gegenüber Saudi-Arabien

Von Diliman Abdulkader, The Jerusalem Post

Seit dem Putschversuch von 2016 wurden in der Türkei 189 Medien geschlossen und mehr als 319 Journalisten verhaftet, mehr als in allen anderen Ländern – und sogar mehr als in China.

In den vergangenen Wochen hat die Türkei von der internationalen Polizeiorganisation Interpol die Ausstellung von ‚red notice‘-Haftbefehlen gegen die Exiljournalisten Can Dündar und Ilhan Tanir gefordert. (…) Als ob es nicht schon reichen würde, Jagd auf Journalisten zu machen, wird ihnen Leid zugefügt, sobald sie sich in türkischer Hand befinden. Der türkische Journalist Cevheri Guven hat ausgesagt, dass er dazu gezwungen wurde, ein Geständnis zu unterschreiben, dass er misshandelt und gefoltert worden sei. Ein anderes Mittel ist Verschleppung: Bis heute sind 14 Journalisten verschwunden.

Warum hat aber die Ermordung von Jamal Khashoggi so einen Flächenbrand in den Mainstreammedien hervorgerufen? Warum fokussieren wir auf einen Journalisten und nicht auf alle? Warum nur auf ein Land, Saudi-Arabien, und nicht auf die schreckliche Menschenrechtsbilanz der Türkei? (…) Wenn es wirklich um Jamal Khashoggi geht, dann sollte dieselbe, wenn nicht gar größere Aufmerksamkeit auf die Türkei gelenkt werden, bis die Fälle aller 25 Journalisten aufgeklärt und die Täter verhaftet worden sind (…)

Saudi-Arabien ist eine Monarchie. Es behauptet nicht, eine Demokratie zu sein, und will das ungeachtet der schrittweisen Veränderungen unter Kronprinz Salman auch nicht. Die Türkei behauptet dagegen, ein demokratischer Staat zu sein, ein moderner Staat, ein Beitrittskandidat zur Europäischen Union, ein NATO-Mitglied und Verbündeter der USA. Und vergessen wir nicht, dass die Türkei enge Verbindungen zu Russland hat, die Iran-Sanktionen umgangen hat, amerikanische Soldaten und Vertreter der USA auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik bedroht hat, noch immer amerikanische Geiseln hält, enge Beziehungen zu Hamas – einer von den USA als Terrororganisation eingestuften Gruppe – pflegt, und den Islamischen Staat unterstützt hat, während sie mithilft, die Ideologie der Muslimbruderschaft im Nahen Osten zu verbreiten. Was genau macht die Türkei Erdogans also besser als Saudi-Arabien?

 

Übersetzt von MENA Watch


Montag, 05 November 2018






Was die Türkei besser macht, als Saudi-Arabien? Eigentlich nichts. Erdogan verkauft sein Land bloß als Demokratie, auch wenn das gar nicht stimmt. Und da im Westen alle so dämlich sind, Sachverhalte nicht objektiv, sondern zuallererst nach ihrer Bezeichnung zu beurteilen, fallen sie drauf rein. Im Westen muss man den Menschen nur lange genug erzählen, dass ein Motorrad in Wahrheit ein Auto mit zwei Rädern ist und sie werden es irgendwann schlucken.

Demokratie a la Türkei, da können wir ja gleich die Meinungsfreiheit abschaffen.


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