Während Maas auf Kuscheltour in Ankara ist: Der Völkermord an Kurden geht weiter

Während Maas auf Kuscheltour in Ankara ist:

Der Völkermord an Kurden geht weiter


in einer neuen Qualität - der Westen macht nichts, statt dessen spielt der `Natopartner´ Türkei mit dem Tod der Kurden mit immer noch deutscher Waffenhilfe und einem schaurigen Erfolg.

Von Torsten Kurschus

 

In der Koya Sanjaq Region im Nordiraq
fliegt die Iranische Luftwaffe mit Unterstützung der berüchtigten Revolutionsgarden Bombenangriffe gegen die kurdische Region im Nordirak.
Mehrere hundert Schwestern und Brüder darunter viele Kinder sind bereits umgebracht worden.

 

Die Region Koya


gilt bereits als verloren. Fährt man auf etwa dem Längengrad Baqdads auf den Schnittpunkt zum Breitengrad Teherans kommt man auf der Landkarte zur Region Koya. Die liegt am südöstlichen Zipfel des Autonomen Kurdistan, der Herêma Kurdistanê; also grenzt an den wordwestlichen Iran und den nordöstlichen Iraq.

 

Das ist ein völkerrechtswidriger Angriff


in jedem Falle und erstmalig beteiligt sich der Iran mit offiziellen Kampfkräften seit 30 Jahren an einem militärischen Angriffskrieg. Das ist neu. Schwere Waffen werden jetzt aus dem Iran nachgeführt. Die Türkei zieht weitere Kräfte in der Region zusammen. Die NATO schweigt.
Nur wenige 60 km vor Arbil wird damit vor allem die Geltung der Flugverbotszone für Kampfflugzeuge anderer Mächte in Frage gestellt und wenn es keine Intervention des Westens gibt, diese unrevidierbar wieder ausgehöhlt, bis sie nicht mehr existent ist.

 

Die neue Qualität


besteht darin, dass seit der Errichtung der Flugverbotszone von 1992 militärisch das kurdische Staatsgebiet im Norden des Iraqs von außen in kurdisch kontrollierten Gebieten provozierend unter Druck gesetzt wird, um in spätere zu legitimierende Kriegshandlungen einzugreifen.


Ferner besteht diese neue Qualität darin, dass der Erzfeind Iran des Iraq erstmals seit 30 Jahren auf fremdes irakisches Territorium vordringt. Neu ist auch, dass es diesmal nicht vordergründig um die alten Rivalitäten zwischen Iran und Iraq geht, sondern darum, dass hier die kurdische Nation mit seinen Territorien als Faustpfand genommen wird, damit der Iran in Abstimmung mit seinen Nachbarn den kurdischen Keim in der iranischen Region Kordestān ersticken kann.

 

Das fast Unglaubliche


neuer Verbindungen an sich befeindeter Mächte hatten wir von der FoGEP schon vor zwei Jahren in einem jetzt zutreffenden Szenario vorausgesagt. Russland und Iran werden sich annähern und mit der Türkei paktieren. (Paria-Staaten halten zusammen) Den NATO-„Partner“ Türkei hielten wir schon seit drei Jahren für verloren.
Offensichtlich hat sich seit dem letzten Treffen von Putin, Ruhani und Erdogan eine neue Allianz gebildet. Diese wird unter allen Umständen versuchen , den Modellfall Kurdistan nicht zu einem Domino-Effekt in ihren eigenen Ländern werden zu lassen.


Der ohnehin geschwächte Iraq scheidet als Ordnungskraft aus und die diesen stützende USA sind mit nichts als einem symbolischen Zerstörer 2000 km vom Zielort zu weit entfernt um (bei einer Reichweite von 2600 Km mit einer F16 intervenieren zu können)

 

Die Untätigkeit des Westens


schafft Platz für neue Machtverhältnisse. An vorderster Stelle stehen dabei Russland, Iran und die Türkei. Während Trump an Deals denkt, verlieren die USA mit seinem Präsidenten die Rolle als Führer der freien Welt, das hatte schon einst Groß Britannien das Empire und Frankreich die Grand Nation gekostet, weil sie nur in Eigeninteressen dachten.

 

Ende der Träume


Nach dem überraschenden und völlig planlosen Rückzugs Massoud Barsanis, der es nicht verstand, nach dem gelungenen Referendum zur Unabhängigkeit sofort die Unabhängigkeit auszurufen und weitere kurdische Kreise, sich eher in nicht endende Rivalitäten in der Heimat und ebenso in Deutschland zu verstricken, anstatt sich um die einzig haltbare Bastion der Herêma Kurdistanê zu scharen.


Nun müssen unsere Schwestern und Brüder auch der mir sehr nahestehenden PKK und der YPG einsehen, dass die Orientierung auf Moskau, wie wir es vorhersagten nur das Ergebnis einer vollständig und unumkehrbaren Fehleinschätzung der gesamten politischen Situation des Nahen Ostens und der Weltpolitik sein konnte.

Wenn wir, wie ich und Freunde vor 3 Jahren angefangen hätten, wie wir es vorschlugen Aleviten und Êzîden nach Deutschland zu holen, hätte es ganz andere heute schon zerfließende Optionen gegeben. Künftig werden die Kurden stärker auf sich selbst gestellt sein als zuvor.


Damit muss auch gesagt werden, dass die deutsche und europäische Politik, auf der ganzen Linie versagt hat und ihre Träume vom NATO-Mitglied Türkei nun endgültig begraben muss.


Dazu gehören die wider besseren Wissens immer noch nicht revidierte Auffassung vom nachweislich inszeniert gefakten Putsch 2018 und die zuvorige irrsinnige Auffassung gerade in bürgerlichen Kreisen, die AKP wäre eine Art türkische CDU.

 

Fazit Konflikt


Das ist es, wonach es gerade aussieht. Hier glimmt der Funke für einen Weltbrand. Die klaren Interessen Russlands und Irans sind unbestritten, die der Türkei opportunistisch bis auf die Machtfrage Erdogans. Die oben gezeichnete Liason zwischen Putin, Rohani und Erdogan sind ein qualifizierter Zünder für größere Auseinandersetzungen – sogar zwischen Russland und USA.


Israel kann schon jetzt nicht mehr tatenlos zusehen, wie der Iran seine Interessenssphäre erweitert.
In all diesen Themen spielen die Kurden nicht einmal eine Rolle. Sie sind vor dem Hintergrund dieser Interessenskonflikte bedeutungslos. Unser 63-Millionenvolk an der Nahtstelle der Kulturen der Menschheit ist nur noch Faustpfand wie vor 1000 Jahren.

 

Vielleicht schaltet sich das kleine Kind bei Trump ein und erwägt mit einer Trotzreaktion sein innenpolitisches Loch mit einem außenpolitischen Schlag zu füllen. Die USA wären mühelos dazu imstande, die Wahrscheinlichkeit dazu ist aber ungewiss und fällt in die Stochastik eines Würfelspiels.


Kommt es zu einem Konflikt, wird der nicht im Nahen Osten bleiben. Längst spielt sich dieser nicht nur irgendwo, sondern auch in unseren Restaurants, Bürgerschaften, Parlamenten, Büros, Straßen und Plätzen, den Vereinen in den Universitäten und Hochschulen – in Deutschland ab.


Es gibt keine denkbare Friedenslösung außer einem geschlossenen und tatkräftigen Auftretens des Westen wie etwa 1992 als die Flugverbotszone errichtet und durchgesetzt wurde.


Wenn der Westen noch handeln kann, muss er es jetzt tun.


Sonntag, 09 September 2018






Natürlich gibt es Waffenlieferungen in die Türkei. Aber wer liefert den Saudis eigentlich für über 200 Milliarden Dollar Waffen, damit die Saudis einen Massenmord im Yemen begehen können? Das ist doch genauso zu verurteilen, wie unsere Lieferungen an den Pascha.

"Der Völkermord an Kurden geht weiter" Geht dem Westen am Arsch vorbei. Aber WEHE den Muslims wird mal auf den Schlips getreten. Aber dann...."Human Rights Watch wirft China massive Repressionen gegen Muslime vor. Das muslimische Volk der Uiguren darf seine Religion nicht ausüben und soll in Umerziehungslagern auf Linie gebracht werden."...https://www.tagesschau.de/ausland/muslime-china-101.html

Ach steve, wer vom Glauben der Kurden keine Ahnung hat, für den sind auch Umerziehungslager nicht schlimm. Ich wünsche nicht, daß man Sie mal in ein solches Lager einsperrt.

@3: Langsam wirds langweilig...

@4 steve, sios Problem nennt man „kognitive Dissonanz“. Kaum eine Aussicht auf Besserung!

Ist es nicht erstaunlich, dass die sozialistische Dauerpropaganda des EU Molochs keine Gelegenheit auslässt, uns davon überzeugen zu wollen, dass Afrikaner in rauen Mengen "vor dem Klima nach Europa flüchten müssen", während sich für die Kurden, die seit Ewigkeiten wirklich in ihrer Existenz bedroht sind, keine Sau interessiert? Spätestens hier sollte doch jeder denkende Mensch stutzig werden...

Hallo alex, sind Sie schon Dr. der Psychologie oder haben Sie das Studium vorzeitig abgebrochen. Hoffentich hat es wenigstens geholfen, daß Sie sich selbst erkennen. Vielleicht wollen Sie ja mit Ihrem Halbwissen auch nur ein wenig angeben.

aber sio, lieber Halbwissen als gar kein Wissen!