Wie aus einem Terroranschlag eine Schießerei am Arbeitsplatz wird

Wie aus einem Terroranschlag eine Schießerei am Arbeitsplatz wird


Es scheint eine niemals enden wollende Tragödie zu sein, dass Palästinenser mittels Terroranschlägen versuchen, ein Land zu bekommen, welches sie wahrscheinlich eher durch friedliche Verhandlungen erreichen könnten.

Von Tina Adcock

Die Attentäter erlangen Ruhm und eine jahrelange Zahlung an sich selbst und ihre Familien mit ihrem blutigen Geschäft. Sowohl die PLO, als auch die Hamas preisen ihre „Märtyrer“ und benennen Straßen, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen nach ihnen. Jüngst reagierte der Präsident der palästinensichen Autonomiebehörde Mahmud Abbas auf die Budgetkürzungen für die UNWRA durch den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit einer Rede, die die Täter dazu animiert, den Terror fortzuführen. Abbas sagte, dass wenn auch nur noch ein einziger Penny übrig wäre, die palästinensische Regierung würde ihn an die Familien der Märtyrer und die Täter selbst auszahlen. Ein Ende dieser Praxis des Terrors und Antisemitismus scheint weiterhin nicht in Sichtweite zu sein.

Westliche Relativierungen …

Nach dem Anschlag auf den amerikanischen Israeli, Ari Fuld, vom 16. September 2018 in Yatta, einem Dorf in der Westbank, erfolgte in Barkan gestern ein weiteres Attentat, das zwei Leben forderte und eine Frau schwer verletzte – und in den europäischen und auch amerikanischen Nachrichten schallt es wieder einmal sehr einseitig durch den Mediendschungel. Ari Fuld, Vater von drei Kindern und Ehemann, wurde von einem Palästinenser erstochen und schaffte es sogar noch, seinen Mörder kurze Zeit zu verfolgen und anzuschießen.

Die Facebook-Seite von ARD Israel Palästina verbuchte diesen Anschlag mit den Worten, dass „ein Jugendlicher einen israelischen Siedler in der Nähe von Bethlehem“ erstochen habe. Die Gewichtung liegt hierbei auf den Worten „Jugendlicher“ – was beinah als eine Entschuldigung für pubertierendes Verhalten gesehen werden könnte – und „Siedler“ – was in der Presse als Synonym für das ungebührliche Verhalten eines Israelis schlechthin gilt: denn wer dort wohnt, wo er laut allgemeiner Meinung nicht hingehört, der ist scheinbar selbst dran schuld, wenn ein „Jugendlicher“ einen Messerangriff auf ihn verübt. Zugleich berichtet der Artikel von einem „Anschlag in einem Gewerbegebiet“ und betont noch einmal explizit, dass dieses sich in der Nähe einer israelischen Siedlung befindet. Erneut wird so vermittelt, dass die Opfer, Kim Yehezkel und Zvi Hajbi, selbst schuld an ihrer grausamen Ermordung wären; erneut erfolgt eine Opferrelativierung. Erwähnenswert wäre in dem Fall viel eher gewesen, dass es sich um einen Ort handelt, an dem es noch nie irgendeine Form von Schwierigkeiten gab, sondern der viel eher für das friedliche Zusammenleben und Arbeiten von Israelis und Palästinensern bekannt ist – eine Tatsache, die für die ARD schlicht nicht denkbar zu sein scheint.

Ein weiteres Beispiel für solch voreingommene Berichterstattung ist CNN. Der amerikanische Nachrichtendienst berichtet von einer „Schießerei am Arbeitsplatz“, ganz so, als wäre der Vorfall ein aus dem Ruder gelaufener Streit unter Kollegen oder ein Amoklauf gewesen und nicht ein antisemitischer Anschlag. Dementsprechend ist auch keine Rede von einem palästinensischen Terroristen, der eine junge Mutter und Ehefrau fesselte und erschoss, sowie einen Vater, der drei Kinder und eine Frau hinterlässt. Die New York Times berichtet unterdessen, dass „Israel behauptet, dass ein Palästinenser zwei Israelis in der Westbank getötet hat“. Hier wird also ohne erkennbaren Grund die Aussage Israels angezweifelt. Man kommt nicht umhin sich zu fragen, was der Anlass für solch eine Formulierung sein könnte? Warum wird nahegelegt, von Seiten der Iraelis könnte ein Interesse bestehen, eine Falschmeldung über einen Terroranschlag herauszugeben? Warum ist den westlichen Medien so viel daran gelegen, den terroristsichen Hintergrund der Tat zu relativieren und zu verschleiern?

… und palästinensische Freudenfeiern

Der 23 Jahre jungen Attentäter aus dem nahe gelegenen Dorf Shweiki bei Tulkarem, der bei derselben Firma wie seine Opfer als Elektriker arbeitete und also eine Arbeitserlaubnis für die israelische Firma besaß, in der er seinen Lebensunterhalt verdiente, ist bisher immer noch auf der Flucht. Sowohl die israelischen Verteidigungskräfte, als auch der palästinensische Sicherheitsapparat sind auf der Suche nach ihm. Es wird vermutet, dass er sich eher den palästinensischen Behörden stellen wird, um eine Gefängnisstrafe zu verbüßen und nicht etwa Gefahr zu laufen auf der Flucht erschossen zu werden.

Wie reagierten nun die Palästinenser selber auf den Anschlag des aus der Westbank stammenden Mannes? Man ist nahezu geneigt zu sagen: Leider wie gewohnt! Im Gazastreifen wurden zu Ehren des Mörders Süßigkeiten an fahrende Autos und Fußgänger verteilt. Damit wurde dem Mord an unschuldigen Menschen gehuldigt. Handlungen wie diese spiegeln den Vernichtungswunsch der Hamas wieder, die in ihrer Charta den Mord an Juden als Pflicht eines jeden Muslim preist und einzig den Jihad als legitimes Mittel zur Erlangung eines Palästinensischen Staates ansieht.

Angesichts der geschilderten medialen Reaktionen scheint es, als wären israelische Opfer keine Opfer, denen Empathie zusteht – während zugleich die Mörder entlastet werden, indem man deren Taten nicht als das bezeichnet, was sie sind: Judenmord. Schritt für Schritt wird eine Relativierung der Verluste von Familien vorgenommen, in Form von Schuldzuweisungen an die Opfer zum Beispiel mittels ihrer Bezeichnung als Siedler oder auch durch die Darstellung von Israel als unglaubwürdigem Berichterstatter. Dass Palästinenser offen ihre Märtyrer ehren, scheint hierbei niemanden zu stören oder wird bei der Berichterstattung einfach unter den Teppich gekehrt. Die Lösung des Nahostkonflikts wird sicher nicht durch Gewalt erreicht, jedoch fehlt ein ehrlicher Verhandlungspartner auf palästinensischer Seite, denn wie sollte man auch mit einer Regierung ein Abkommen ausarbeiten, welche – wie die Hamas – den Mord an Israelis feiert oder ihn – wie die Autonomiebehörde – auch noch bezahlt?

 

MENA Watch - Foto: Die jüngsten Opfer des islamistischen Terrors gegen Israelis


Dienstag, 09 Oktober 2018