Jeremy Corbyn und der »Schwarze September«

Jeremy Corbyn und der »Schwarze September«


Kaum hat Jeremy Corbyn, der Führer der britischen Sozialdemokratie, einmal mehr erklärt, wie entschlossen er den Antisemitismus in seiner Partei bekämpfe, holt den Oppositionspolitiker die eigene Vergangenheit ein und weckt oder bestätigt Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit: Am Sonnabend zeigt die Daily Mail den Labour-Chef mit einem Kranz am Grab »palästinensischer« Terroristen.

Auf Aufnahmen, die das Krawallblatt aus London auch auf seiner Website veröffentlichte, ist Jeremy Corbyn zu sehen, wie er mit einem Kranz in den Händen 2014 in Tunis am Grab von Terroristen des zur PLO gehörenden Schwarzen September steht, einer Gruppierung, die für den blutigen Anschlag auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in der bayerischen Hauptstadt München war.

 

Hatte der Politiker behauptet, er habe vor vier Jahren »nur« an einer Gedenkfeier für die »Opfer« eines 1985 durchgeführten israelischen Angriffs auf das damalige PLO-Hauptquartier in Tunis teilgenommen, berichtet die Daily Mail, das Denkmal für die dabei getöteten »palästinensischen« Terroristen befinde sich in einiger Entfernung von den Gräbern, vor denen Jeremy Corbyn gezeigt wird.

 

Tatsächlich legt der Politiker gemeinsam mit einer Delegations von Vertretern der PLO einen Kranz an einem Grabmal ab, das an Salah Khalaf erinnern soll, einen Gründer des Schwarzen September, an Fakhri al-Omari, dessen »rechte Hand«, und Hayel Abdel-Hamid. Die Fatah des »Palästinenserpräsidenten« Abu Mazen feiert Fakhri al-Omari für die Idee zum Massaker von München 1972.

 

Salah Khalaf, Fakhri al-Omari und Hayel Abdel-Hamid wurden 1991 bei einem Anschlag in Tunis getötet, für den die PLO einen abtrünnigen Leibwächter verantwortlich machte. Jeremy Corbyns Behauptung, sein Gedenken, hätte – was gleichwohl kaum weniger schlimm wäre – anderen Angehörigen der PLO gegolten, ist widerlegt. Er ehrte Verantwortliche für das Blutbad von München.

 

Wie aber ausgerechnet ein Parteiführer, der mit einem Kranz der Mörder von elf israelischen Sportlern gedenkt, den Antisemitismus, den er in seiner Partei hat um sich greifen lassen, überzeugend bekämpfen will, das ist ein Rätsel. Jeremy Corbyn, der auf die jüngsten Enthüllungen noch nicht reagiert hat, ist nicht die Lösung. Er ist Teil des Problems, für das es mit ihm keine Lösung gibt.

 

 

tw_24 - Foto: Einer der Terroristen während der Geiselnahme in München (Foto: Screenshot)


Montag, 13 August 2018






Wie man an Corbyn wunderbar erkennen kann, ist total hirnverbrannter Linksradikalismus keinesweges ein reines Produkt "Made in Germany". Idioten gibt es in GB auch. Und ebenso in Schweden...

@1Ralf Pöhling.. Idioten in den europ. Regierungen sind zwischenzeitlich Normalität! Früher galt: "Wer nichts wird, wird Wirt" heute Politiker!

@2alex Exakt. Seit der Zentralisierung europäischer Politik entwickelt sich der europäische Machtapparat immer mehr zum Idiotenstaubsauger mit unglaublicher Saugkraft. Der Zentralismus führt offenbar zu einem Anpassungsprozess der jeweiligen politischen Führungspersönlichkeiten, den man nur noch als "race to the bottom" bezeichnen kann. Man muss also einen Dachschaden haben, um im politischen Zirkus zugelassen zu werden. Dabei sollte es doch eigentlich umgekehrt sein.

Ist doch ganz einfach, der "Schwarze September" hat sich ja so benannt, weil er auf etwas aufmerksam machen will. Dazu kann man nur eins sagen der Auslöser für die Namensgebung hat wohl schon richtig gehandelt.

Da schau her, wieder ein britischer Antisemit in Aktion, und dazu unbelehrbar. 1972 war dieser Mann 23 Jahre alt, was wäre einfacher gewesen als das Bekenntnis: "Ja, ich habe das getan, ich war jung, heute denke ich anders darüber, es war eine Verfehlung, ich entschuldige mich dafür." Man darf an das Schicksal der "Exodus" erinnern, deren schreckliche Odyssee 1947 von den Briten erbarmungslos forciert wurde, bevor es den jüdischen Auswanderern gelang, endlich das Gelobte Land, damals noch britisches Mandatsgebiet, zu betreten. Vorher hatte die britische Administration gedroht, die Schiffsflüchtlinge nach Deutschland zu "deportieren". Friendly old fashioned British Gentlemen-Style. Und gute alte britische Antisemitentradition, nicht wahr ?