Merkel im Endgame

Merkel im Endgame


Ich drehe durch. Nicht gefühlt, sondern objektiv. Der Beweis: Vorletzte Nacht, es wird so zwischen drei und vier Uhr gewesen sein, konfigurierte ich auf der Volkswagen-Website einen California 6.1 Ocean.

Merkel im Endgame

Von Robert von Loewenstern

Grundpreis rund 68.000 Euro, inklusive Allrad schlanke 85.000, beworben mit dem Produktversprechen „Freiheit mit allen Extras“. Das ist natürlich Spaß, kennt man ja. Für 68 Kilo Euro sind Sie zwar so frei, einen 6.1 Ocean in Richtung Sonnenuntergang zu reiten – allerdings komplett mit ohne Extras.

Nach erratischer Klickerei durch den Feature-Dschungel betrug der virtuelle Bruttoschaden knapp 100.000 Euro. Und da ist lange nicht alles dabei, was das freiheitlich orientierte Herz begehrt, weder Chichi-Felgen noch Zweifarb-Metallic-Lackierung. Auch nicht Online-Abo für VW-Navigation bis zum Jüngsten Tag, und was weiß ich noch. Nicht mal ein Klo gibt’s für den California, Aufpreis hin oder her. Macht 100 k für einen VW-Bus, der nicht wie einer aussieht. Irre, oder? Noch viel verrückter ist, dass ich es war, der sich dieses „Reisemobil“ zusammenstellte.

Ich hasse Camping. Gut, hassen ist vielleicht ein bisschen harsch. Sagen wir, das Konzept drängt sich mir nicht unmittelbar auf. Ich meine, wofür hat der Herr den Menschen Hotels geschenkt? Und Pensionen und Ferienwohnungen? Ganz bestimmt nicht, damit wir in einem Auto nächtigen. Oder neben einem Auto unter Plastikfolie. Mal ehrlich, für hunderttausend Tacken kann ich mit der kleinen Frau eine Menge Dunkelphasen in fester Behausung mit feiner Bettwäsche und Regendusche verbringen. Weltweit.

Irre Zeiten machen irre

Das geht sogar im Angesicht der Wahnsinnsseuche. Beziehungsweise des Seuchenwahnsinns. Klar, in Deutschland kommen die kleine Frau und ich derzeit nur unter, wo flexible Hoteliers uns als geschäftsreisenden Boss mit zufällig angetrauter Fachkraft für irgendwas mit irgendwas durchgehen lassen. Das funktioniert im Prinzip – blöderweise nicht dort, wo wir gerne ein paar Tage Tapetenwechsel verleben würden. Ja, ich hab’s probiert.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Zeiten sind irre, und sie machen irre. Ich habe daher volles Verständnis für alle, die den persönlichen Ausweg aus dem Elend suchen, und sei er noch so abwegig. Die einen schließen sich im Netz einem halbgaren Koch an, der mit Gemüse reich wurde und mittlerweile selbst eines ist. Andere verschwenden den Gegenwert von tausend gehobenen Abendmahlzeiten an ein Nutzfahrzeug aus Niedersachsen, das nicht einmal die En-Suite-Verrichtung nächtlicher Notdurft ermöglicht.

Auf die Idee, die Preis-Leistungs-Relation der „Freiheit mit allen Extras“ abzuchecken, kam ich übrigens, weil seit Kurzem ein nagelneuer California in unserer Straße wohnt (mit Chichi-Felgen und zweifarbig metallgelackt). Das Freizeitmobil ist nicht allein. Corona sorgt im unmittelbaren Umfeld für Zuwachs im multiplen Dutzend. Allein in unserem 100-Meter-Straßenabschnitt parken inzwischen vier klimamordende Verbrenner mit Freiheitsverheißung und Anwohnerausweis. Nicht wenig für einen Wahlbezirk, in dem Grüne und Linke zusammen regelmäßig um die 60 Prozent Zustimmung erreichen.

Von Mitmensch zu Mörder

Ich erwähne den Anlass für meinen Besuch beim VW-Konfigurator nur, damit Sie wissen, dass ich noch nicht komplett ballaballa bin. Nennen wir es journalistische Recherche zu einem gesellschaftlich relevanten Phänomen. Derzeit sind ja eine Menge bemerkenswerter Verhaltensweisen zu beobachten. In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es Leute, die sich seit Monaten praktisch nicht mehr aus dem Haus trauen. Kein Witz.

Da wäre etwa eine eigentlich intelligente Frau mittleren Alters. Laut Eigenauskunft verlässt sie ihre Wohnung nur noch nachts und dreht ein paar Runden um den Block, bevor sie wieder in die heimische Höhle zurückkriecht, um den neuesten Onlinehorror zur Zombie-Apokalypse aufzusaugen. Ich vermute, bei ihren klandestinen Ausflügen trägt sie zwei bis drei FFP2-Masken übereinander. Sicher ist sicher.

Klar, Sie ziehen die Brauen hoch, aber meine Vermutung ist keineswegs aus dem Aerosol gegriffen. Jedes Mal, wenn ich selbst spät unterwegs bin, begegnen mir Mitmenschen – nicht selten halb so alt wie ich –, die maskenbewehrt durch leere Straßen streifen und umgehend die Richtung ändern, sobald sie einen potenziellen Viralmörder wittern.

Der leise Widerstand wächst

Was mit diesen einsamen Nachtwanderern geschieht, wenn die allgemeine Ausgangssperre kommt, will ich mir nicht ausmalen. Aber eines ist gewiss: Wie immer die neuen Vorschriften im Detail aussehen, die Paniker werden sie penibel einhalten. Sich dem Amtlichen zu fügen, vermittelt Sicherheit. Wobei das mit der Regeltreue gar nicht mehr so einfach ist. Kaum jemand weiß noch, was aktuell erlaubt oder verboten ist. Besser gesagt, was gerade wo geht.

Nach 14 Monaten perfekten Missmanagements wächst der Widerstand. Damit meine ich nicht „Querdenker“, die abends in der „Tagesschau“ öffentlichkeitswirksam niedergerungen werden. Es ist der leise, subversive, für die Obrigkeit gefährlichere Widerstand verzweifelter Gewerbetreibender und bockiger Bürger.

Beispiel Berlin. Als Mitte März „Lockerungen“ beim Einzelhandel in Kraft traten, war Bedingung fürs persönliche Shopping-Erlebnis die vorherige Buchung eines Zeitfensters. Eine ebenso lebensferne wie umsatzfeindliche Verfügung der Regierenden, so weit normal. Kleine Geschäfte und große Ketten erfanden umgehend eine pragmatische Lösung. Egal ob Karstadt, KaDeWe, Peek & Cloppenburg oder Schuhladen um die Ecke – überall sah es gleich aus. Ausdrucke am Eingang zeigten QR-Codes und Telefonnummern und erklärten das Prozedere für die Terminbuchung. Wer sich davon nicht in die Irre führen ließ und einfach reinmarschierte, genoss „Instant-Booking“.

Mit den Schnelltests wurde es noch schlimmer

Man füllte ein Formular mit Name, Adresse und Telefonnummer aus, genau wie im Herbst bei Nutzung der damals noch erlaubten Außengastronomie. Ob „Batman“, „Minnie Maus“ oder „Reiner Unfug“ den Zettel bekritzelte, interessierte niemanden. Nach Einwurf in eine geschlitzte Pappbox durfte jeder Kaufwillige das Etablissement betreten.

Mit der neuen kleinen Freiheit war es zügig wieder vorbei, als es vor gut drei Wochen mit den Schnelltests losging. Bei deren Beschaffung hatte unsere wohlmeinende und sorgende Regierung ebenso versagt wie bei der Impfstoffbestellung. Macht aber nichts, denn jetzt sind sie ja da, die Schnelltests, und wir müssen nach vorne blicken. Die Subitoprüfungen versprachen ein Schrittchen zurück zu normaler Normalität. Das jedenfalls suggerierten die Fernsehbilder von den Inseln der Glückseligkeit, Tübingen und Rostock. 

In der Hauptstadt war das Gegenteil der Fall. Mit Einführung der Testpflicht bewegten sich die Umsätze im Einzelhandel weiter südwärts, sofern das überhaupt noch möglich war. Mindestens zehn Prozent der kleineren Geschäfte im Umfeld machten längst die Grätsche, überwiegend Reisebüros, Boutiquen und Restaurants. Andere siechen vor sich hin, schleppen sich von Tag zu Tag. Viele haben ihre Öffnungszeiten drastisch reduziert, ermöglichen Zugang nur noch ein paar Stunden nachmittags am Freitag und Samstag. Logisch, die potenzielle Kundschaft musste sich ja erst mal vormittags testen lassen, bevor sie zur Tat schreiten konnte. Mittlerweile ist das Erfordernis eines „tagesaktuellen“ Tests schon wieder außer Kraft, es gelten 24 Stunden. Aber das wissen nur wenige.

Ein bisschen wie in der DDR

Friseure und andere Anbieter „körpernaher Dienstleistungen“ berichteten von bis zu 90 Prozent Stornierungen. Kein Wunder. Teststellen gab es zwar, aber zu Beginn war genaues Hinschauen angesagt. Einige boten tatsächlich kostenfrei an, waren dafür umgehend für bis zu zwei Wochen ausgebucht. Andere forderten Bares. Vorab 39 Euro hinblättern, um anschließend mit ungewissem Ausgang ein Schuh-Schnäppchen aus dem Schaufenster anzuprobieren, ist nicht jedermanns Sache.

Praktische Erfahrungen einer Freundin: Bei einem für Anfang April gebuchten Friseurtermin wurde sie abgewiesen mangels Negativtestat. Für den Ersatztermin an einem Vormittag der Folgewoche fand sich kein Testslot in offiziellen Zentren. Also marschierte sie frühmorgens zur Hausärztin. Die Bescheinigung mit Praxisstempel wurde beim Haarkünstler akzeptiert – nicht jedoch vom Museum, bei dem ein Besuch am selben Tag reserviert war. Dort erklärte man, laut Corona-Verordnung seien nur Freisprüche auf einem speziellen Formular gültig.

Was an diesem Tag tatsächlich rechtsverbindlich galt, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich habe längst den Überblick verloren, genau wie 99 Prozent meiner Mitbürger beziehungsweise Mitmörder. Es sei ein bisschen wie früher in der DDR, diagnostizieren realsozialistisch abgehärtete Bekannte. Was gerade wie, wo, wann möglich ist, erfährt man unter der Hand von Freunden.

„Isch mach Ausnahme“

Die erzählten zum Beispiel, dass einige Friseure zum Einkaufspreis Selbsttests anboten, die man direkt vor dem gebuchten Termin im Laden vornehmen konnte. Ob das zu diesem Zeitpunkt legal war, dürfen Sie mich nicht fragen. So viel ich weiß, war es das nicht. Aber was weiß ich schon. Eine Woche später entnahm ich dem „Tagesspiegel“: „Auch die Ergebnisse von Selbsttests, die unter Aufsicht durchgeführt werden, gelten nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) als geeigneter Nachweis.“

Die Friseurin einer Bekannten wiederum erklärte vor wenigen Tagen, die Innung habe ihr mitgeteilt, sie dürfe nur Bescheinigungen eines offiziellen Testzentrums akzeptieren. So oder so, nach wie vor verlangen die meisten Amtliches als Eintrittskarte. Manche fanden einen anderen Ausweg aus der Misere. Ein Laden in der Nachbarschaft, eigentlich spezialisiert auf den Vertrieb von Küchenutensilien, passte sein Angebot an. Nun heißt es im Schaufenster: „Über 50 Prozent unseres Sortiments sind Schreibwaren. Wir sind daher ein Geschäft für die Deckung des täglichen Bedarfs. Zutritt ohne Test!“

Im Baumarkt unseres Vertrauens war es unübersichtlicher. Vor drei Wochen herrschte trotz geltender Testpflicht noch ungehinderter Zugang. Eine Woche später forderte der freundliche Migrant am Eingang einen tagesaktuellen Negativbescheid. Nach kurzer Diskussion zeigte sich der Torwächter jedoch gnädig: „Isch mach Ausnahme, ihr könnt so rein.“

Mehr deutsche Flexibilität

„Bester Mann!“, gab ich stilsicher mit langgezogenem „a“ zurück und stellte anschließend fest, dass die vermeintliche Ausnahme die Regel war. Jeder, der kurz aufbegehrte, wurde durchgelassen. Anfang dieser Woche sah es schon wieder anders aus: komplett freier Zugang für freie Bürger. Meine Frage beim Bezahlen, wie es denn eigentlich um die Testpflicht stehe, ergab folgende Auskunft: „Sie brauchen keinen Test, Sie kaufen ja nur Blumen.“

Ich: „Verstehe, ich bin jetzt quasi im Gartencenter. Und wenn ich noch eine Tüte Schrauben aufs Band lege?“ – „Dann brauchen Sie einen Test oder einen Gewerbeschein.“ – „Echt jetzt?“ – „Ne, Quatsch, dann rutscht das halt so durch“, kicherte die Kassenfachkraft. „Das machen alle so, auch das Bauhaus.“ Zwinker, zwinker.

Im Grunde kommt die Berliner Wirtschaft mit ihrer neuen Geschmeidigkeit nur einer Forderung der Kanzlerin nach. Die hatte schließlich Ende März nach dem gefühlt hundertsten Corona-Gipfel gefordert: „Wir wollen, dass die sprichwörtliche und im Übrigen auch bewährte deutsche Gründlichkeit um mehr deutsche Flexibilität ergänzt wird.“

Katsche, die Bundesnotbremse

Angela Merkel bekommt also gut ein Jahr nach offiziellem Pandemiestart genau das, was sie sich wünscht. Nein, natürlich nicht, war nur Spaß. Wenn die Kanzlerin eines nicht ausstehen kann, dann ist es Kreativität bei der Ausgestaltung ihrer Vorgaben – egal ob durch Ministerpräsidenten, Landräte oder gar Bürger. Das wäre ja noch schöner. Auch deshalb werden wir jetzt mit der „Bundesnotbremse“ beglückt.

Ältere könnte die Wortschöpfung an die Verdienste von Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck erinnern. Wann immer in den frühen siebziger Jahren feindliche Mächte aufs deutsche Tor zurollten, war spätestens bei Katsche Schluss mit lustig. Damals gab es im Fußball noch den ehrenwerten Beruf des Ausputzers. So einer war Katsche, und als solcher haute er alles weg, was nicht beim Anblick der fleischgewordenen Grobmotorik freiwillig ins Seitenaus segelte. Schwarzenbeck war Spezialist für Vernichtung, und seiner Bestimmung kam er nach, wie es sich gehörte: humorfrei und effizient.

Oder, wie die Kanzlerin das Katsche-Geschäftsmodell charakterisieren würde, mit „bewährter deutscher Gründlichkeit“. Schwarzenbeck war die personifizierte Bundesnotbremse der 74er-Weltmeisterschaft und das Gegenteil von „deutscher Flexibilität“. Nicht zuletzt seine schnörkellose Geradlinigkeit sicherte den Deutschen Endspiel und Pokal.

Eine Kanzlerin im Endgame

Apropos Finale: Wir erleben gerade das letzte Aufbäumen einer Kanzlerin im Endgame. Ein Nachrichtenmann im Gebühren-TV verkündete vorige Woche, Angela Merkel hole sich mit der Änderung des Seuchengesetzes „die Macht zurück“. Das ist natürlich Quatsch, denn sie hatte „die Macht“ nie. In puncto Infektionsschutz war der Bund nur für ganz bestimmte Dinge wie Impfstoffbeschaffung zuständig, und die hat er allesamt gründlich vergeigt.

Um im Herbst nicht als Loserin vom Platz zu gehen, erklärte Angela Merkel sich nun selbst zur Spielmacherin. Damit will sie vom eigenen Versagen ablenken und den Länderchefs die Schuld zuschieben. Die Botschaft fürs Publikum: Die Ministerpräsidenten haben die Pandemie nicht in den Griff gekriegt, Mutti muss es richten. Nur deshalb drückte sie mit aller Gewalt ein hastig zusammengeschustertes Gesetz durch, das zahlreiche Experten auch in der leicht abgeschwächten Form für verfassungswidrig halten.

Das Normenwerk sorgt dafür, dass den Bürgern auf Basis willkürlicher und untauglicher Kennzahlen mit umstrittenen und in der Wirksamkeit höchst zweifelhaften Maßnahmen Freiheit entzogen wird. Das geschieht per Automatik, die kein regional differenziertes Management mehr erlaubt. Irgendwann im Sommer – wenn das Infektionsfestival Ramadan vorbei ist und außerdem die normalen saisonalen Effekte greifen – werden die durch Testexzesse hochgetriebenen „Inzidenzen“ wieder sinken. Und Angela Merkel wird ihren großen Erfolg bekannt geben.

Endsieg vor der Bundesbriefwahl

Aus Unionssicht wäre eine Vollzugsmeldung noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni ideal. Ob die hochgetesteten Inzidenzen das hergeben, ist ungewiss. Macht aber nichts, denn die Zukunft irgendwelcher Ossi-Reservate geht der Kanzlerin ebenso am Rektum vorbei wie der Verbleib ihres treuen Freundes Reiner Haseloff. Entscheidend ist: In jedem Fall wird die Verkündung des Endsieges erfolgen, bevor die Briefwahlunterlagen für den 26. September auf den Postweg gehen.

Ich bin gespannt, wie das gebeutelte Volk die Lockdown-Eskalation aufnimmt. Noch ist der Mehrheit nicht bewusst, was auf sie zukommt, da bin ich sicher. Klar, eine Menge Hysteriker, Hypochonder und Eingeschüchterte werden sich duldsam fügen. Ewige Optimisten setzen auf die Wächter der Verfassung. Ob die sich trauen, dem Merkel-Gesetz den verdienten Garaus zu machen, ist zweifelhaft. Auch Richter sind Menschen. Falls ja, erwartet die obersten Rechtsprecher ein heftiger Shitstorm. Das bewies erneut die Bundestagsdebatte vom Mittwoch. Eine breite Front aus Medien und Politik wird dem Verfassungsgericht Generalverantwortung zuschieben. Motto: Jeder Tote zählt – beziehungsweise natürlich nur, wenn er Corona hatte.

An der eingangs geschilderten Unübersichtlichkeit in der Praxis wird die Gesetzesnovelle nichts ändern. Wer wissen will, welcher Grundrechtsentzug gerade wie und wo und für wen gilt, muss auch in den kommenden Monaten täglich (besser stündlich) Dr. Internet konsultieren. Speziell Google Maps, um den millimetergenauen Verlauf von Landkreisgrenzen zwecks seuchenkonformer Navi-Programmierung zu ermitteln. Die falsche Abkürzung zur falschen Zeit in die falsche Nachbargemeinde kann eine empfindliche Minderung des persönlichen Monatsbudgets nach sich ziehen.

Wir sind dann mal weg

Um klare, nachvollziehbare und unmissverständliche Regelungen zur Seuchenbekämpfung ging und geht es bei der „Bundesnotbremse“ nicht, das sei noch einmal betont. Die Novelle des Infektionsschutzgesetzes ist ein Ablenkungsmanöver, das das Versagen der Bundesregierung in ihrem ureigenen Beritt kaschieren soll. Alles, was in diesem Gesetz pauschal und undifferenziert angeordnet wird, ist schon deshalb überflüssig, weil es Ministerpräsidenten in eigener Verantwortung bei Bedarf umgehend verfügen können.

Interessant bleibt, wie die Opfer auf den neuerlichen „Zurück auf Los“-Befehl reagieren, die desparaten Kleingewerbler, die nahtodgeplagten Freiberufler, die eingepferchten Hochhausbewohner, die ihrer Jugend beraubten Jugendlichen. Ob sie und viele andere bei Angela Merkels Endgame widerstandslos mitspielen, ist nicht ausgemacht.

Die kleine Frau und ich sind uns jedenfalls einig. Wir sind dann mal weg. Die Laptops für zwei, drei Monate heimatfernes Home-Office sind schnell gepackt. „Home is where the heart is“, heißt es, und unser herzliches Verhältnis zum hiesigen Homeland ist schon lange abgekühlt. Wir suchen nur noch ein geeignetes Plätzchen. Es muss ja nicht gleich „Freiheit mit allen Extras“ sein. Ein bezahlbares Dach über dem Kopf, ausreichend Sonne und anständiges WLAN wären ein guter Anfang. Tipps sind im Kommentarbereich willkommen.

 

Erstveröffentlicht bei der Achse des Guten


Autor: AchGut
Bild Quelle: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons


Saturday, 24 April 2021

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