Raw Frand zu Parschat Behar: Dein Kunde hat einen `berühmten Vater´

Raw Frand zu Parschat Behar:

Dein Kunde hat einen `berühmten Vater´


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Behar aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar.

Der Passuk in Parschat Behar sagt, "Wenn du deinem Nächsten etwas verkaufst oder von deinem Nächsten etwas kaufst, so sollt ihr einander nicht betrügen." [Wajikra 25:14]. Wenn wir unserem Bruder etwas verkaufen, besteht ein biblisches Gebot, ihn nicht zu betrügen. Drei Pessukim später steht im Pasuk: "Jeder von euch soll seinem Nächsten nicht schädigen, fürchte dich vor deinem G’tt, denn Ich bin der Ewige, euer G‘tt." [25:17].

Der Sforno erklärt die Verbindung zwischen der Warnung einander nicht zu betrügen und der Aussage "Denn Ich bin Haschem, euer G‘tt." Eigentlich könnte eine solche Aussage an jedes Verbot der Tora angehängt werden: Esst kein Schweinefleisch, denn Ich bin Haschem, euer G’tt. Kleidet euch nicht mit Schatnes (Gemisch aus Wolle und Leinen), denn Ich bin der Ewige, euer G’tt. Weshalb wird diese Aussage gerade hier beim Verbot des Betrügens erwähnt?

Der Sforno antwortet: Es ist als ob stünde: "Ich bin der G’tt des Käufers und Ich bin der G’tt des Verkäufers und Ich störe Mich daran, wenn eine der Parteien betrogen wird." Mit anderen Worten, wenn jemand etwas von einem andern kaufen will und der Besitzer erwägt, ihn zu betrügen, sagt Haschem ihm: "Denk‘ daran, dieser Kunde ist mein Sohn."

Wenn jemand in das Geschäft eines Jehudi kommt und der Geschäftsinhaber merkt, dass jener ein unintelligenter Mensch ist, der sich in geschäftlichen Angelegenheiten nicht auskennt, so mag es für ihn verlockend sein, diesen Kunden auszunutzen. Wenn dieser Kunde jedoch der Sohn oder Enkel eines grossen Rosch Jeschiwa oder eines bekannten Rabbiner ist, so zögert der Besitzer eher, ihn zu betrügen, mit der Begründung: "Es gehört sich einfach nicht, den Sohn dieser Persönlichkeit reinzulegen!"

Genau dies sagt Haschem uns hier. „Betrügt nicht einen anderen, denn Ich bin Haschem, euer G‘tt. Der Käufer deiner Ware ist mein Sohn. Betrüge ihn nicht!"

 

 

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Foto: Synagoge München (Foto: By blu-news.org (Synagoge München, Jakobsplatz, Absperrung, Nacht) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons)


Freitag, 11 Mai 2018