Raw Frand zu Parschat Wajakhel: Weshalb erklärt man das Naheliegende?

Raw Frand zu Parschat Wajakhel:

Weshalb erklärt man das Naheliegende?


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Wajakhel aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar zur Parascha.

Die Parscha beginnt "Und Mosche versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israels und sagte zu ihnen..." [Schemot 35: 1]. Gut zwanzig Pesukim später schliesst dieser Abschnitt mit den Worten:  "Die ganze Gemeinde Israels verliess Mosches Umgebung." [Schemot 35: 20] Mosche sagte, was er zu sagen hatte, und sie gingen.

Wäre dies eine talmudische Textstelle, so würde die Gemara sie analysieren und fragen, "Dies ist ja nahe liegend – was sagt uns die Torah hier?" Nachdem steht, dass Mosche alle zusammenrief, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln, muss eigentlich nicht erwähnt werden, dass sie danach wieder weg gingen. Weshalb muss die Torah – die doch nie ein Wort verschwendet – diesen Pasuk am Ende der Erzählung schreiben?

 

Raw Elja Lopian sagt, dieser Pasuk lehrt uns, dass es, als die Jehudim von Mosche Rabbenu weggingen, klar ersichtlich war, dass sie in der Umgebung von Mosche Rabbenu gewesen waren. Man kann keine Zeit zusammen mit einem grossen jüdischen Führer verbringen, ohne dass dies einen unauslöschlichen

Eindruck hinterlässt. Dies ganz besonders unmittelbar nach der Begegnung, oft bleibt der Eindruck auch ein Leben lang bestehen.

 

Der Pasuk "die ganze Gemeinde Israels verliess Mosches Umgebung" lehrt uns, dass der Eindruck auf “ihre Gesichter geschrieben war” und sie veränderte Menschen waren, weil sie eine gewisse Zeit mit Mosche Rabbenu verbracht hatten. Raw Elja erklärt, wenn wir jemanden betrunken herumtorkeln sehen und uns fragen, wo er war, dann ist die Antwort klar:  Er war in einer Bar, und hat sich betrunken.

 

So auch, wenn wir jemanden sehen, der in Mosche Rabbenus Gegenwart war, ist es offensichtlich, wo der Mensch war. Er war in der Gegenwart von Heiligkeit.

 

So gross ist der Einfluss von jeder Umgebung. Wenn man in einer heiligen Umgebung ist, wenn man in der Gegenwart einer heiligen Versammlung ist, wenn man mit geistig grossen Menschen zusammen ist, dann hinterlässt dies einen Eindruck und es bewirkt einen Unterschied. Und im umgekehrten Fall geschieht das gleiche im negativen Sinn.

Der Ponevischer Raw sz’l sagte einmal eine grossartige Erklärung zu einem Midrasch in Parschat Toldot:  Josef Meschisa war ein verabscheuungswerter Jehudi. Er war ein Verräter seiner Leute. Als die Nichtjuden den Tempel zerstören wollten, hatten die Invasoren zu grosse Angst, um in das Allerheiligste einzudringen. Sie wählten einen Jehudi, um zuerst hineinzugehen und seinen G’tt zu verraten. Wen wählten sie? Sie wählten diesen zwielichtigen Josef Meschisa. Sie sagten, er solle in den Tempel gehen und als Belohnung dürfe er für sich nehmen, was er wolle. Er ging hinein und nahm die goldene Menora (Leuchter). Als die Nichtjuden sahen, was er genommen hatte, sagten sie, dies sei ein zu grosser Preis für einen einfachen Menschen. Sie sagten, er solle nochmals hineingehen und etwas anders nehmen, das mehr angebracht sei. Dieses Mal dürfe er es dann behalten.

 

Er weigerte sich jedoch, nochmals hineinzugehen. Sie boten ihm einen Bonus an. Ginge er nochmals hinein, so würden sie ihm die Steuern der nächsten drei Jahre von ganz Judäa geben. Er weigerte sich immer noch. "Genügt es nicht, dass ich meinen G’tt einmal verärgert habe, soll ich Ihn noch ein zweites Mal ärgern?" Sie folterten ihn, bis er starb, er blieb jedoch bei seiner Weigerung.

 

Der Ponevischer Raw fragte, was geschah mit Josef Meschisa? Er war ein Verräter, den die Nichtjuden auserwählt hatten, als den Jehudi, der den Tempel entweihen würde. Er war schon hinein gegangen und hatte die Menorah gestohlen. Und jetzt plötzlich wurde er ein Ba´al Teschuwa und weigerte sich, seine Tat zu wiederholen, trotz dem Versprechen von Reichtum und der Folter. Was war geschehen?

 

Der Ponevischer Raw erklärte; er war im Bet haMikdasch für zwei Minuten. Dieser Mann war nicht mehr derselbe wie vorher. Der Einfluss eines heiligen Platzes, zwei Minuten lang, änderte sein Leben.

Wenn ein Mensch Radioaktivität ausgesetzt ist, dann riecht er dies nicht; er fühlt es nicht; und doch können zwei Minuten Strahlung seines ganzen Körper verändern. Und ähnlich kann man zwei Minuten Keduscha (Heiligkeit) ausgesetzt sein und ein anderer Mensch werden.

 

 

Dies lehrt uns dieser Pasuk. Die Gemeinde verliess die Gegenwart von Mosche... doch sie waren nicht mehr die gleichen. Sie waren nicht mehr die gleichen Jehudim, da sie in der Gegenwart eines grossen Mannes gewesen waren. In der Gegenwart eines heiligen Mannes zu sein, oder sogar in der Gegenwart eines heiligen Ortes – eines Bet Midrasch, eines Bet Knesset (Lehrhaus; Bethaus), oder in Erez Jisroel zu sein, kann das Leben eines Menschen verändern.

 

Deshalb ist die Umgebung, sind unsere Freunde und ist unsere Gemeinde so wichtig. So gross ist die Macht von Heiligkeit. Sie kann einen Menschen für immer verändern.Die Parscha beginnt "Und Mosche versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israels und sagte zu ihnen..." [Schemot 35: 1]. Gut zwanzig Pesukim später schliesst dieser Abschnitt mit den Worten:  "Die ganze Gemeinde Israels verliess Mosches Umgebung." [Schemot 35: 20] Mosche sagte, was er zu sagen hatte, und sie gingen.

 

Wäre dies eine talmudische Textstelle, so würde die Gemara sie analysieren und fragen, "Dies ist ja nahe liegend – was sagt uns die Torah hier?" Nachdem steht, dass Mosche alle zusammenrief, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln, muss eigentlich nicht erwähnt werden, dass sie danach wieder weg gingen. Weshalb muss die Torah – die doch nie ein Wort verschwendet – diesen Pasuk am Ende der Erzählung schreiben?

 

Raw Elja Lopian sagt, dieser Pasuk lehrt uns, dass es, als die Jehudim von Mosche Rabbenu weggingen, klar ersichtlich war, dass sie in der Umgebung von Mosche Rabbenu gewesen waren. Man kann keine Zeit zusammen mit einem grossen jüdischen Führer verbringen, ohne dass dies einen unauslöschlichen

 

Eindruck hinterlässt. Dies ganz besonders unmittelbar nach der Begegnung, oft bleibt der Eindruck auch ein Leben lang bestehen.

 

Der Pasuk "die ganze Gemeinde Israels verliess Mosches Umgebung" lehrt uns, dass der Eindruck auf “ihre Gesichter geschrieben war” und sie veränderte Menschen waren, weil sie eine gewisse Zeit mit Mosche Rabbenu verbracht hatten. Raw Elja erklärt, wenn wir jemanden betrunken herumtorkeln sehen und uns fragen, wo er war, dann ist die Antwort klar:  Er war in einer Bar, und hat sich betrunken.

So auch, wenn wir jemanden sehen, der in Mosche Rabbenus Gegenwart war, ist es offensichtlich, wo der Mensch war. Er war in der Gegenwart von Heiligkeit.

 

So gross ist der Einfluss von jeder Umgebung. Wenn man in einer heiligen Umgebung ist, wenn man in der Gegenwart einer heiligen Versammlung ist, wenn man mit geistig grossen Menschen zusammen ist, dann hinterlässt dies einen Eindruck und es bewirkt einen Unterschied. Und im umgekehrten Fall geschieht das gleiche im negativen Sinn.

Der Ponevischer Raw sz’l sagte einmal eine grossartige Erklärung zu einem Midrasch in Parschat Toldot:  Josef Meschisa war ein verabscheuungswerter Jehudi. Er war ein Verräter seiner Leute. Als die Nichtjuden den Tempel zerstören wollten, hatten die Invasoren zu grosse Angst, um in das Allerheiligste einzudringen. Sie wählten einen Jehudi, um zuerst hineinzugehen und seinen G’tt zu verraten. Wen wählten sie? Sie wählten diesen zwielichtigen Josef Meschisa. Sie sagten, er solle in den Tempel gehen und als Belohnung dürfe er für sich nehmen, was er wolle. Er ging hinein und nahm die goldene Menora (Leuchter). Als die Nichtjuden sahen, was er genommen hatte, sagten sie, dies sei ein zu grosser Preis für einen einfachen Menschen. Sie sagten, er solle nochmals hineingehen und etwas anders nehmen, das mehr angebracht sei. Dieses Mal dürfe er es dann behalten.

 

Er weigerte sich jedoch, nochmals hineinzugehen. Sie boten ihm einen Bonus an. Ginge er nochmals hinein, so würden sie ihm die Steuern der nächsten drei Jahre von ganz Judäa geben. Er weigerte sich immer noch. "Genügt es nicht, dass ich meinen G’tt einmal verärgert habe, soll ich Ihn noch ein zweites Mal ärgern?" Sie folterten ihn, bis er starb, er blieb jedoch bei seiner Weigerung.

Der Ponevischer Raw fragte, was geschah mit Josef Meschisa? Er war ein Verräter, den die Nichtjuden auserwählt hatten, als den Jehudi, der den Tempel entweihen würde. Er war schon hinein gegangen und hatte die Menorah gestohlen. Und jetzt plötzlich wurde er ein Ba´al Teschuwa und weigerte sich, seine Tat zu wiederholen, trotz dem Versprechen von Reichtum und der Folter. Was war geschehen?

 

Der Ponevischer Raw erklärte; er war im Bet haMikdasch für zwei Minuten. Dieser Mann war nicht mehr derselbe wie vorher. Der Einfluss eines heiligen Platzes, zwei Minuten lang, änderte sein Leben.

Wenn ein Mensch Radioaktivität ausgesetzt ist, dann riecht er dies nicht; er fühlt es nicht; und doch können zwei Minuten Strahlung seines ganzen Körper verändern. Und ähnlich kann man zwei Minuten Keduscha (Heiligkeit) ausgesetzt sein und ein anderer Mensch werden.

 

Dies lehrt uns dieser Pasuk. Die Gemeinde verliess die Gegenwart von Mosche... doch sie waren nicht mehr die gleichen. Sie waren nicht mehr die gleichen Jehudim, da sie in der Gegenwart eines grossen Mannes gewesen waren. In der Gegenwart eines heiligen Mannes zu sein, oder sogar in der Gegenwart eines heiligen Ortes – eines Bet Midrasch, eines Bet Knesset (Lehrhaus; Bethaus), oder in Erez Jisroel zu sein, kann das Leben eines Menschen verändern.

 

Deshalb ist die Umgebung, sind unsere Freunde und ist unsere Gemeinde so wichtig. So gross ist die Macht von Heiligkeit. Sie kann einen Menschen für immer verändern.

 

 

 

Rav Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema´an Achai / Jüfo-Zentrum. - Foto: Neue Synagoge Berlin (Foto: Ansgar Koreng / , via Wikimedia Commons)


Freitag, 09 März 2018