91 Mal mit Gott und der Welt. Gratulor Rebbe

91 Mal mit Gott und der Welt. Gratulor Rebbe


`Meine Mutter war entsetzt, als ich ihr erzählt habe, dass ich Rabbiner werde. Und sie war die letzte, der ich es erzählte.´

91 Mal mit Gott und der Welt. Gratulor Rebbe

Was für ein Leben, seit 1927. Wilhelm Wolff wird in Berlin als eines von drei Kindern einer bürgerlichen jüdischen Familie geboren. Als er sechs Jahre alt ist, fliehen seine Eltern gerade noch rechtzeitig. Über die Niederlande führt der Weg nach London. Der stets aufgeweckte Junge wird den Krieg sehr bewusst an sich vorbei ziehen lassen, er wird ihn für immer prägen. Für Wolff bleibt Deutschland erst in trauriger Erinnerung doch gerade nach der Wende wird er dieses Erinnern wandeln und dies erhalten, aber auch in einem tiefen menschlichen Sinne wenden.
Juri Rosov der Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Rostock sagte: „Wir haben eigentlich erwartet, einen jüdischen Rabbiner so mit Bart … und dann kommt so ein englischer Gentleman.“


Das Rabbinat kommt spät. Zuvor war der eloquente junge Mann und studierte Economist als Vollblutjournalist beim Daily Mirror, einer liberalen britischen bodenständigen Zeitung und Ressortchef für Innen- und schließlich Außenpolitik.


Deutschland bleibt er nicht nur treu, wenn er bei Werner Höfers Internationalem Frühschoppen, unserem heutigen Presseclub auftrat, sondern er wird es immer abwägend beobachten.


In der Zeit des Kalten Krieges 1979 studiert er am Leo Beck College in London noch einmal und empfängt 1984 die Semicha und wirkt an mehreren Synagogen in England. „Als ich hörte, dass in Ostdeutschland die Mauer brach, dachte ich sofort daran, hinzugehen, die neue Situation, die jungen Leute, das Ganz Andere hatte mich sofort elektrisiert“, erzählte uns der überirdisch weise und gelassen wirkende Herr in Greifswald vor kurzer Zeit, bei einem Abend mit Studenten“. 


Und in der Tat, sein Lebenswerk kann sich auch in jüngster Zeit sehen lassen, denn die Jüdische Gemeinde in seinem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist die am stärksten gewachsene in ganz Deutschland. Seit 2002 hat der große Humanist mit Charme und Esprit auch als langjähriger stellvertretender Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferzenz Maßstäbe der Vernunft und des Vertrauens gesetzt. Erst 2015 gibt er den Stafettenstab  an den neuen und nicht weniger eloquenten Landesrabbiner Yuriy Kadnikow ab, das Mitmachen und Mitmischen im Skakespearschen Mingle-Mangle aber noch lange nicht.

 

Hab Dank teuer Rebbe, der Höchste möge Sie bewahren und uns immer etwas von Ihrer Vernunft erhalten und etwas von Ihrer Herzensgüte spenden.


Stellvertretend für so viele, Ihre dankbaren Freunde dazu einige Stimmen:
Masel Tow

 „Auf welchem Weg auch immer der Mensch zu gehen vermag, ‚Gott führt ihn‘ “.
Lieber, Willy möge der Ewige Dich weiter bis 120 begleiten. Dein Yuriy“
Yuriy Kadnikow, Landesrabbiner Mecklenburg-Vorpommern

 

„Lieber Rabbi, Sie sind einer der ungewöhnlichsten Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe. Sie haben nicht nur unsere Gemeinde, sondern auch mich entscheidend geprägt. Ihr Juri Rosov“

Juri Rosov, Synagogalvorstand der Jüdischen Gemeinde Rostock

 

„Was wären wir wohl ohne Menschen wie Sie. Sie, lieber Dr. Wolff gemahnen und zeigen uns, wie man Geschichte versteht und bestimmt auch macht. Wir freuen uns auf einen nächsten Vortrag und ein weiteres so freundschaftliches Gespräch mit Ihnen lieber William, Sie sind uns so teuer.
Der Einzige möge Sie bewahren und erhalten.“
Marcus Kurschus, Senior em. des Vereines Deutscher Studenten zu Greifswald

 

„Von Israel lernen, heißt zu lernen sich zu behaupten auch wenn Gott manchmal nicht zu vernehmen  scheint. Sie sehr verehrter Dr. Wolff sind gerade für uns Kurden in Deutschland ein großes Vorbild für die Kraft von Freiheit, Frieden und Menschlichkeit, der Höchste möge Sie erhalten und bewahren und alles das, wofür wir stehen.“
Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland.

 

 

 

Torsten Kurschus, Foto: Rabbi Wolff (Foto: haOalm.de)

 

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Dienstag, 13 Februar 2018






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