Peter Blachstein - Außenseiter unter halben Freunden

Peter Blachstein - Außenseiter unter halben Freunden


in neues Buch von Joseph Heid zur Karriere des jüdischen Sozialdemokraten

Von Hans Erler

 

(…) Aber er gehörte eben doch zu der „kleinen, hochgradig politisch motivierten Gruppe zurückwandernder deutscher Juden“. Er stand für eine „Position“, die „durch alle linken Raster“ fiel. Spätestens seine Kritik am Godesberger Programm und damit der Grundsatzpolitik der SPD machte das deutlich.


In seinem persönlichen Kandidatenbrief 1949 als Hamburger Bundestagskandidat verzichtete der 1947 aus dem schwedischen Exil Zurückgekehrte darauf, sein Engagement im „jüdischen“ Jugendverband zu erwähnen, kurz: „Er verschwieg seine jüdische 'Vergangenheit'“. Mit der SPD traf er sich im vorbehaltlosen „Bekenntnis zu Demokratie und demokratischen Freiheitsrechten“. Als Jude war Blachstein heimlicher Außenseiter unter halben Freunden. Als solcher gewann er vier Jahre nach der Schoah sein Bundestagsmandat über den Direktwahlkreis bei den norddeutschen Wählern. Er bewegte sich dabei „auf einer kritischen, linken Linie“.

 

 


Mittwoch, 04 Oktober 2017