Erschreckende Zahlen: Mehr antisemitische und antiisraqelische Delikte

Erschreckende Zahlen:

Mehr antisemitische und antiisraqelische Delikte


Die Zahl antisemitischer und antiisraelischer Delikte nimmt in Deutschland zu. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Volker Beck hervor.

Demnach wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 681 derartige Delikte erfasst, vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Die Zahl der Gewaltdelikte sowie die Fälle von Volksverhetzung stiegen an. „Das entspricht leider der alltäglichen Erfahrung in unseren Gemeinden", kommentiert Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die aktuellen Daten.

 

"Die Zahlen sind noch erschreckender, führt man sie sich im Verhältnis zur kleinen Zahl der jüdischen Bevölkerung in Deutschland vor Augen." Außerdem liege die Dunkelziffer der Delikte weit höher, weiß Knobloch, "weil sich viele über die Jahre antrainiert haben, solche Vorfälle zu ertragen, zumal die Anzeige meist im Sande verläuft." Dabei sei das Maß des Erträglichen längst voll. "Wir erleben eine ungeahnte Renaissance antijüdischer Ressentiments und Verschwörungstheorien. Die Tabus sind gefallen."

 

Täter sind zum einen Neonazis, so Knobloch. "Rechtspopulismus und -extremismus haben stark zugenommen und wirken leider bis in die Mitte der Gesellschaft. Pegida und Co. sowie die AfD haben diesen Virus in Deutschland ausbrechen lassen. Der Hass, der im Internet längst keine Hemmungen mehr kennt, ist auf die Straße und dann in 13 Landesparlamente vorgedrungen. Nennenswerte Teile der Gesellschaft sind enthemmt, gerieren sich offen rassistisch, antisemitisch und antiliberal.“ Das werde noch schlimmer, wenn die AfD in den Bundestag einzieht, warnt die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Wenn man sich erst an die menschenverachtende Rhetorik und auch die Geschichtsverdrehung gewöhnt, drohen Minderheiten Isolierung und Stigmatisierung in großem Ausmaß. Mit Populismus hat das schon lang nichts mehr zu tun."

 

Aber die rechtsextremen Taten seien nur ein Teil der traurigen Wahrheit, so Knobloch. "Es gibt gerade in Deutschland einen perfiden Antisemitismus von links, der für jüdische Menschen eine große Belastung geworden ist. Immer öfter sind wir Anwürfen und Anfeindungen ausgesetzt, die über die Diffamierung, Delegitimierung und Dämonisierung des jüdischen Staates transportiert werden. ‚Israelkritik‘ ist zum Volkssport geworden, der Begriff steht jetzt sogar im Duden. Wie kein anderes Land wird Israel in Deutschland mit Genugtuung, Arroganz und unappetitlicher Überheblichkeit angeprangert und abgeurteilt. Das hat unmittelbare Folgen für uns deutsche Juden, weil über das Vehikel Israel purer Antisemitismus wieder salonfähig geworden ist."

 

Verzerrende Darstellungen in deutschen Schulbüchern sowie eine einseitig israelskeptische und unverhältnismäßige Berichterstattung in vielen Medien hätten diese Entwicklung befördert, so Knobloch.

 

Schließlich sei der aggressive Judenhass unter Muslimen eine enorme Bedrohung für jüdische Menschen. "Die muslimischen Verbände haben jahrzehntelang nicht nur nichts getan, sondern noch zugelassen, dass antisemitische Hassprediger die antijüdische Ideologie aus den muslimischen Ländern in deutsche Moscheen und die Köpfe der jungen Muslime hierzulande bringen."

 

Im Ergebnis habe, so Knobloch, das Wiedererstarken des Antisemitismus in Deutschland viele Ursachen: Mangelndes Problembewusstsein, falschverstandene Toleranz, ein überfordertes Bildungssystem sowie eine gehörige Portion Ignoranz.

 

Knobloch: "16 Tage vor einer Wahl, bei der erstmals seit Gründung der Bundesrepublik eine völkisch-nationalistische Partei mit auch antisemitischen Parolen und Personen in beachtlicher Größe in den Bundestag einziehen kann, ist zu konstatieren, dass ‚Jude‘ ein Schimpfwort in deutschen Schulhöfen und Fußballstadien und jüdisches Leben nur unter erheblichen Sicherheitsvorkehrung möglich ist. Das ist bedrückend für die jüdische Gemeinschaft und beschämend für unser Land."


Freitag, 08 September 2017





So sehr ich die Meinung der Frau Knobloch schätze, der unkorrekten Anti AFD Haltung wiederspreche ich.

Frau Knobloch hat doch vollkommen rcht, auch bezüglich der AfD. Dort wünscht man sich eine 180-Grad-Wende in der deutschen Geschichtsbetrachtung, sprich die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der Judenvernichtung in den Hintergrund zu schieben. Man möchte das Wort "völkisch" wieder positiv besetzen (Petry), oder spricht von "Wucherungen am deutschen Volkskörper" (Poggenburg) Und Gauland möchte, wie die Nazis und die DDR deutsche Staatsbürger des Landes verweisen, sprich "entsorgen"

@2t.: Willkommen im Club. ☺ "Die Bundessprecherin der Linksjugend,.... Sarah Rambatz hat kürzlich bei Facebook nach .....„grundsätzlich alles, wo Deutsche sterben“ gefragt, ..." Link: https://de.sputniknews.com/politik/20170906317338327-linke-politikerin-will-deutsche-sterben-sehen/

Geschichte ist ein wichtiger Bestandteil unserer Bildung. Wir sollten nicht vergessen wie der Islam in die Welt hinausgetragen wurde und wie er Heute noch hinausgetragen wird. Auch Frau Dr. Knobloch und Herr Dr. Schuster sind daran beteiligt und gerade Pegida oder der AfD hier eine besondere Rolle des Antisemitismus zuzuschreiben ist schon etwas deneben. Wir erinnern uns an die Anfänge von Pegida und die in großer Zahl mitgeführten Israel-Fahnen. Wieso wird aufgrund einzelner so getan als ob man das Recht hätte alle grundsätzlich in eine undemokratische Ecke zu rücken? Bei Pegida ist genau das gelungen, man muss halt nur lange genug "Haltet den Dieb" rufen und leider gehören die beiden oben genannten auch zu dieser Kategorie. Die Gewalt ging bei Pegida laut Polizei "von den Gegendemonstranten aus" und dass es bei der AfD zu "Antiisraelischen Gewalttaten" gekommen ist halte ich erst einmal für ein Gerücht.