Amos Oz: Jesus und Judas

Amos Oz: Jesus und Judas


Das Neue Testament erzählt die Geschichte des Gründers des Christentums von seiner Geburt an bis über seinen Tod hinaus. Hiermit gleicht das Neue Testament dem Koran. Doch während Mohammed von sich behauptet, ein Muslim zu sein, ist Jesus kein Christ, sondern bleibt während seiner gesamten Lebenszeit ein Jude: Jesus wird als Baby nicht getauft, geht nicht zur Beichte, bekreuzigt sich niemals und feiert kein Weihnachten. Selbst die späte Taufe, die er persönlich vom Johannes dem Täufer empfängt, erinnert mehr an eine jüdische Mikwe (Ritualbad) als an ein christliches Ritual.

von Dr. Nathan Warszawski

 

Jesus wird als Jude geboren, lebt und stirbt als Jude. Man darf ihn als Reformjuden ansehen, im positiven Sinn auch als fundamentalistischen Juden. Wäre er vom offiziellen Judentum anerkannt worden, so würde er heute im Judentum als ein großer jüdischer Lehrer, bedeutender Moralist und Visionär gelten.

 

Das Neue Testament beschreibt Jesus nicht aus jüdischer, sondern aus späterer christlicher Sicht. Da Jesus, wie wir nun wissen, kein Christ, sondern ein strenggläubiger Jude gewesen ist und erst nach seinem Tod eine christliche Gemeinde entsteht, kann man das Neue Testament als „Fake-News“ bezeichnen. Weniger wegen des Inhalts, mehr wegen den Absichten, es zu schreiben.

 

Die wichtigste Erzählung über Jesus (hebr. Toldot Jeschu) ist der Judaskuss, der berühmteste Kuss der Menschheit und der Weltliteratur, berühmter noch als der erste Kuss von Romeo und Julia. Für diesen einen Kuss, der ein Verrat an Jesus sein soll, erhält Judas 30 Silberlinge, was in heutiger Kaufkraft 600 € entsprechen

könnten. Doch im Neuen Testament steht, dass Judas ein sehr reicher Großgrundbesitzer ist. Warum soll der reiche Judas seinen Rabbi, seinen geliebten Freund, seinen Gott für einen solch geringen Geldbetrag verkaufen? Weil er gemein ist! Und weil er gemein ist, erhängt er sich gleich darauf?

 

Wozu für den Kuss zahlen, wenn Jesus in Jerusalem bekannt wie ein bunter Hund wird, nachdem er die Tische der Geldwechsler vor dem Tempel umgeworfen hatte? Außerdem: Jesus läuft nicht weg und versteckte sich nicht, weder hinter einer Sonnenbrille, noch unter einer Burka.

 

Der „Judaskuss“ ist eine schlechte und schlecht erlogene Story!

 

Warum wird über die Jahrhunderte die Geschichte um den Judaskuss nicht aus dem Neuen Testament wie viele andere Erzählungen gestrichen? Um Judas die negativen Attribute anzuhängen!

 

„Judas“ und „Jude“ klingen nicht zufällig ähnlich in den meisten Sprachen der Welt. Die starke Ähnlichkeit rührt daher, dass „Judas“ (hebr. Jehudi) der „Jude“ ist! Deshalb taucht Judas als hässlicher Verräter in den Toldot Jeschu auf! Die Judas-Geschichte ist nicht harmlos oder zufällig. Die Judas-Geschichte stachelt die späteren Anhänger Jesus, also die Christen, zu Hass, Verfolgung und Mord an die Juden an.

 

Die Juden sind nun endlich die Opfer und die Christen sind endlich die Täter. Sie dürfen, ja müssen es sein. Gottgewollt. Denn die Juden sind Gottesmörder, Verräter und habgierige Betrüger. Selbst für geringe Beträge wie 30 Silberlinge.

 

Um ein Gottesmörder zu sein, muss der Jude nicht nur böse und teuflisch, sondern vor allem mächtig wie ein Rothschild oder George Soros sein. Der Jude ist ein Verräter ohne Grund: ein antisemitisches Klischee seit 2000 Jahren, das selbst Muslime übernehmen. (S. islamische Solidaritätserklärung mit Christen, als sie die Grabeskirche in Jerusalem zusperren, um gegen Juden zu demonstrieren.)

 

Auf Renaissance-Bilder kann man sie alle sehen: die arisch aussehenden Apostel, ein höchst attraktiver Jesus und Judas als hässlicher Jude mit einem boshaften Lächeln. Das Bild würde man im Stürmer erwarten. Es handelt sich jedoch um frühere christliche Kunst.

 

Wie hat sich die Geschichte mit Judas und Jesus in Wirklichkeit abgespielt? Wie kann sich die alternative Wahrheit in Wirklichkeit abgespielt haben? Judas hat Jesus nicht verraten!

 

Judas ist von Jesus vollkommen überzeugt. Er liebt und verehrt ihn. Judas glaubt an Jesus mehr als Jesus an sich selber glaubt. Und Jesus zweifelt: Jesus will nicht ans Kreuz. Wie jeder Jude fürchtet Jesus den Tod.

 

Judas überzeugt Jesus wie derzeit die Juden Trump überzeugen. Die Welt-Errettung kann nur in Jerusalem stattfinden! Am Freitag vor dem Großen Pessach-Fest! Viele Pilger werden kommen! Journalisten und TV werden weltweit von der Aktion in Jerusalem berichten! Kreuzigung mit anschließendem unversehrten Abstieg vom Kreuz! Das ist der Beginn des Himmelreichs! Judas provoziert, wirbt für das Großereignis: Jesus ist ein Anarchist, gefährlich für Römer!

 

Doch der tatsächliche Ablauf entspricht nicht der Erwartung. Jesus kann nicht vom Kreuz absteigen, schon gar nicht unversehrt. Er weint, schreit und betet: Mein Gott, mein Gott (nicht: Vater), warum hast du mich verlassen?

Judas hat sich geirrt und hat damit Jesus, seinen geliebten Freund, seinen Gott getötet. Judas erhängt sich. Judas ist der erste und einzige Christ, nicht Jesus, nicht der Papst, eher Donald Trump. Judas ist kein Verräter, sondern ein Fanatiker. Wie alle Fanatiker will er „Erlösung sofort“! „Redemption now“!

 

Die Lehre Jesu ist die Lehre des Judentums.

 

Die 2. Hälfte des Buches besteht aus einem Nachwort eines nicht-fundamentalistischen liberalen Rabbiners.

 

Amos Oz: Jesus und Judas

96 Seiten, Hardcover, € 12

ISBN 978-3-8436-1051-3

Patmos-Verlag

 

 

Numeri 24 : 9 - Foto: Darstellung Verhaftung von Jesus mit Judas (Foto: See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons)


Mittwoch, 07 März 2018






Was viele auch nicht wissen, als die Massen angeblich zu Pontius Pilatus riefen, sie wollen Barabas anstatt Jesus, das war um die Mittagszeit, als die Vorbereitungen für den Pessachabend statt fand. Eine Zeit, wo religiöse Juden damit beschäftigt waren ihre Häuser rituell zu reinigen, Einkäufe für das Pessachmahl zu erledigen und zu beten. Da war keine Zeit für solche "Events". Wer also war da vor Ort gewesen? Zu der Zeit lebten viele Völker in Judea - Griechen, Römer, Nachbarvölker. Es gab viele Juden, die hellenistisch geprägt waren und sich vom Judentum sich entfernten. Wenn die Geschichte überhaupt stimmen sollte, dann waren es mit sicherheit keine gläubigen Juden vor Ort gewesen, sondern Griechen, hellenistisch geprägte Juden, Römer und andere.

Ist es nicht auch Heute so, dass das Geschehen und der mediale Bericht 2 verschiedene Paar Schuhe sind? Der Bericht des Reservisten zeigt das doch ganz klar. Wieso sollte das zur damaligen Zeit anders gewesen sein? Natürlich hat die katholische Kirche die Berichte nach ihren Vorstellungen "geformt". Die Berichte von den damaligen Gegenheiten sind wahrscheinlich genauso weit von der Wahrheit entfernt wie die Berichterstattung in unseren Medien. Aber, an jedem Bericht ist auch ein bisschen Wahrheit und auch zur damaligen Zeit gab es wahrscheinlich eine ANTIFA, die bei Bedarf in Marsch gesetzt wurde, so wie das auch Heute ist, wen wundert es also wenn gar keine Juden "kreuzigt ihn" gerufen haben sondern eine Ansammlung "Söldner", so wie Heute bei den Aufnahmen in der Nähe von Hebron, das macht Sinn. Aber ändert das etwas an der spirituellen Nachricht? NEIN!