Muslime für Israel

Muslime für Israel


Oft erscheint uns der Islam als Anhäufung von Menschen, die Israel hassen, sei es nun auf Demonstrationen gegen Israel oder in sozialen Netzwerken. Es gibt jedoch Muslime, die Israel verteidigen. Sie treten allerdings nicht in einem kreischenden Mob auf.

von Gerd Buurmann

 

Die Wahrheit braucht nämlich die Masse nicht. Sie braucht nur einen mutigen Menschen, der sie ausspricht. Tapfer im Nirgendwopräsentiert daher ein paar Meinungen von Menschen, die im Glauben des Islams erzogen wurden und sich nicht dem Hass ergeben haben, sondern ihre Vernunft eingeschaltet haben. Mögen ihre Worte die Herzen und Köpfe der muslimischen Brüder und Schwestern mehr rühren, als das Gebrüll der wütenden Menge.

 

Mohammed Zoabi:

 

Mein Name ist Mohammad Zoabi. Ich bin ein stolzer israelischer, zionistischer, arabischer Moslem. Die Art, wie ich mich selber bezeichne, verärgert all jene, die gegen Israel, gegen Gerechtigkeit und gegen die Hoffnung auf Demokratie im Nahen Osten sind. Israel ist ein jüdischer Staat, aber das hält mich nicht davon ab, mein Land zu lieben und zu unterstützen. Die Leute sollen endlich aufhören, Israel zu hassen, nur weil es das Land des jüdischen Volkes ist.

 

Israel ist die Hoffnung für Demokratie. Ernsthaft! Israel ist das Licht in der Dunkelheit. Israel ist der Himmel inmitten der Hölle. Ich sage das nicht, um irgendeines unserer Nachbarländer zu beleidigen, überhaupt nicht, aber das ist nun mal die Tatsache. Schaut Euch Syrien an. Es ist einfach nur beschämend, was dort geschieht. Syrien ist gerade mal nur hundert Kilometer von meinem Haus entfernt, von dem Ort, an dem ich gerade stehe und dort werden die Menschen getötet. Menschen werden dort verfolgt, nur weil sie Freiheit fordern. Das ist beschämend! Homosexuelle werden im Iran und in Saudi-Arabien hingerichtet, nur weil sie schwul geboren wurden. Das ist beschämend!

Das ist der Grund, warum ich glaube, dass Israel die Hoffnung für Demokratie und die Hoffnung für den gesamten Nahen Osten ist. Ich fordere die Welt auf, endlich aufzuwachen. Ich sage das als Mensch! Vergesst, dass ich ein Araber und Israeli bin und ein Zionist, ein Patriot, der die Idee eines jüdischen Staates im Lande Israel unterstützt. Vergesst das alles. Seht mich als Menschen, der in Israel lebt. Und dann schaut auf die Menschen, die in Syrien leben oder im Iran. Israel ist Freiheit! Israel ist nicht perfekt, aber sehr nah dran!

 

Ich stehe zu Israel. Ich bin deshalb aber kein Verräter. Nein. Ich bin Araber und ich werde Araber bleiben. Aber ich bin ein Araber, der die Dinge von einer anderer Perspektive aus betrachtet. Ich bin froh, ein Israeli zu sein! Israel ist der einzige Staat im Nahen Osten, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind. Darum regt es mich auf, wenn ich Leute höre, die behaupten, Israel sei ein Apartheidstaat. Hier in Israel, wenn ich in einen Kibbuz gehe, fragt mich der Mann am Tor, wie ich heiße. Ich sage, Mohammad, und er sagt: „Hallo Mohammad!“ Wäre Israel ein Apartheidsstaat würde er sagen: „Mach, das Du fort kommst!“

 

Ich besuche Juden. Juden besuchen mich. In Israel leben alle Menschen zusammen. Ich gehe in eine jüdische Schule. Ich besuche meine jüdischen Freunde. Ich telefoniere mit meinen jüdischen Freunden. Meine Mutter arbeitet im israelischen Verkehrsministerium. Wir leben alle friedlich zusammen, deshalb entschuldigt meine Ausdrucksweise: Hört mit dem Scheiß auf! Israel ist kein Apartheidsstaat.

 

Noor Dahri:

 

Mein Name ist Noor Dahri. Ich bin ein britisch-pakistanischer und muslimischer Zionist. Es gibt dadurch keinen Widerspruch in meiner Identität. Zionismus bedeutet schlicht, das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner alten Heimat anzuerkennen.

 

Ich war nicht immer Zionist. Ich wurde als Teil meiner muslimischen Identität zunächst dazu erzogen, tief antiisraelisch zu sein. Ich ging zu den Al-Quds-Märschen, wo Anhänger der Hamas und der Hisbollah auftraten. Ich hatte jedoch nie einen Israeli oder einen Juden getroffen. Im Jahr 2014 dann begann ich, Dinge für mich selbst zu untersuchen, anstatt nur hinzunehmen, was mir gesagt wurde. Meine gesamte Wahrnehmung von Israel änderte sich fortan.

 

Im Jahr 2014 kämpften die israelischen Streitkräfte gegen die Hamas in Gaza. Es war kein einseitiger Krieg, sondern eine Verteidigung des jüdischen Staates, da Israel wahllos von Raketen und durch Tunnel angegriffen wurde. Ich sah einen klaren moralischen Unterschied: Israel zielte auf Terroristen ab. Die Hamas jedoch zielte auf Zivilisten ab. Israel versuchte, zivile Opfer zu minimieren, die Hamas jedoch suchte sie zu maximieren, auch auf ihrer eigenen Seite. Ich beschloss, die Seite zu unterstützten, von der instinktiv wusste, dass sie das Wahre tat. Darum stehe ich heute stolz mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel.

 

Das jüdische Volk wird von einem Großteil der muslimischen Welt wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion und ihrem Land irrational verachtet. Ich aber habe erkannt, dass Juden und Israelis eine der friedlichsten Nationen der Welt sind. Seit der Staatsgründung im Jahr 1948 waren sie immer

gezwungen, ihren Staat zu verteidigen. Die Geschichte zeigt, dass Israel sich nicht nur im Kampf verteidigt hat, sondern auch Frieden angeboten und territoriale Zugeständnisse an jene Nachbarn gemacht hat, die zuvor ihre Zerstörung gefordert hatten. Es wurde immer wieder bewiesen, dass Israel bereit ist, umstrittenes Land auszutauschen, solange sich ihre Feinde nur auf einen anhaltenden Frieden einigen konnten.

 

Israel hat noch viel mehr Kompromisse vorgeschlagen, die jedoch allesamt von den Palästinensern und den anderen benachbarten arabischen Staaten ausgeschlagen wurden.

 

Ich habe diese Kriege studiert. Ich habe den gesamten Konflikt in meinen Studien erforscht. Ich habe auf Studienreisen meine Ansichten mit Hunderten von pro-israelischen und antiisraelischen Kollegen weltweit ausgetauscht. Es ist bemerkenswert, dass ich dort gelandet bin, wo ich heute bin. Als Muslim pakistanischer Abstammung, der auch ein religiöser Salafi ist, habe ich schließlich den Zionismus akzeptiert, der meiner Meinung nach auf Frieden, Akzeptanz und Dialog basiert.

 

Zionismus ist eine friedliche Ideologie, die andere dazu bringen soll, die Realität Israels als legalen und legitimen Staat für das jüdische Volk zu akzeptieren. Muslime sollten die politische Ideologie des Zionismus nicht fürchten oder verleumden. Sie sollten nicht die Flammen religiösen Hasses oder religiöser Konflikte anfachen.

 

Sara Zoabi:

 

Mein Name ist Sara Zoabi. Ich bin Araberin, Muslimin, Israelin und stolze Zionistin von Nazrat Ilit. Ich bin Araberin, weil ich Araberin bin. Ich bin Muslimin, weil ich Muslimin bin. Und ich bin Zionistin, weil ich an das Recht des jüdischen Volkes an einen eigenen Staat glaube, den Staat Israel, das Heilige Land. Ich bin mir sicher, einige Leute, die mich jetzt hören, werden sagen: „Was ist los? Hast Du den Verstand verloren? Wie kannst Du nur sagen, eine Zionistin zu sein?“

 

Ich möchte allen israelischen Arabern sagen: Wacht auf! Wir leben hier im Paradies. Im Vergleich mit anderen arabischen Länder ist das hier der Garten Eden! Für mich gibt es kein anderes Heimatland als Israel. Ich habe keine andere Flagge. Bei allem Respekt meiner arabischen und muslimischen Wurzeln betone ich: Ich bin keine Verräterin! Ich schade niemandem.

 

Welcher Ort ist besser als Israel? Hier kann ich tun, was ich in keinem anderen arabischen Land tun kann. Ich bin mir sicher, wie ich hier lebe, ist nicht mal 1 Prozent der Araber in den arabischen Nachbarländern vergönnt, aber 100 Prozent aller israelischen Araber leben so! Wenn man den israelischen Arabern sagen würde: „Komm, wir bringen Euch hinter die grüne Linie“, niemand würde dem zustimmen. Das ist es, woran ich glaube und es öffentlich zu sagen, kostet mich einen hohen Preis, das weiß ich.

 

Kothar:

 

Mein Name ist Kothar. Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem Dorf Drijat im Negev. Ich gehöre zu einer 13-köpfigen religiösen Familie. Mein Vater arbeitet als Lehrer, während meine Mutter zu Hause bleibt. Ich arbeite als Lehrerin in einer israelischen Schule. Ich unterrichte Arabisch für die fünfte und sechste Klasse in einem neuen Programm, das „Ya Salamm“ heißt.

 

Es gibt viele andere Araber wie mich, die in Israel leben und arbeiten. Sie haben Freude am Leben, arbeiten, passen sich an und haben keine Probleme hier. Wenn Menschen Israel boykottieren, dann boykottieren Sie mich und alle anderen Araber, die hier leben und arbeiten.

 

Ich liebe meine Arbeit, die Freude meiner Kinder und ihre Liebe zu mir. Und ich liebe meine Kollegen und den Spaß mit ihnen und das freundliche Umfeld, das sie bieten. Ich genieße das alles und bin sehr glücklich darüber, erleben zu können, wie Kinder die arabische Sprache sprechen, die ich ihnen beibringe.

 

Ich lebe seit sechs Jahren in Be’er Sheva in einem Apartment zusammen mit zwei jüdischen Mitbewohnerinnen. Wir sind sehr glücklich hier und es wäre wirklich hart für mich zu gehen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, irgendwann einmal zu gehen. Boykotts werden uns nur trennen und verletzen. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir Frieden in unsere Zeit bringen.

 

Mosab Hassan Yousef:

 

Mein Name ist Mosab Hassan Yousef. Ich bin in Ramallah als Mitglied der Hamas aufgewachsen. Ich richte meine Worte an die palästinensische Autonomiebehörde, die von sich behauptet, die „alleinige legitime Vertretung“ des palästinensischen Volkes zu sein. Ich frage: Woher nehmen Sie diese Legitimität? Das palästinensische Volk hat Sie nicht gewählt, und es hat Sie nicht dazu veranlasst, von Ihnen vertreten zu werden. Sie haben sich selbst ernannt!

 

Sie tragen keine Verantwortlichkeit für Ihre eigenen Leute. Dies wird belegt durch Ihre totale Verletzung der Menschenrechte. Fakt ist, das palästinensische Individuum und seine menschliche Entwicklung ist Ihr geringstes Anliegen. Sie entführen palästinensische Studenten vom Campus und quälen sie in Ihren Gefängnissen. Sie quälen Ihre politischen Konkurrenten. Das Leiden des palästinensischen Volkes ist das Ergebnis Ihrer egoistischen politischen Interessen. Sie sind der größte Feind des palästinensischen Volkes.

 

Würde Israel nicht existieren, hätten Sie niemandem, dem Sie Schuld zuschieben könnten. Übernehmen Sie Verantwortung für die Ergebnisse Ihrer eigenen Handlungen. Sie schüren die Flammen des Konflikts, um Ihre eigene missbräuchliche Macht zu erhalten. Sie benutzen sogar diese Plattform, um die internationale Gemeinschaft und die palästinensische Gesellschaft zu täuschen, um ihnen weiszumachen, Israel sei für die Probleme verantwortlich, die Sie selbst erschaffen haben.

 

 

 

Tapfer im Nirgendwo - Foto: Fotomontage Tapfer im Nirgendwo


Mittwoch, 08 November 2017