Israelischer Geheimdienst belastete Kaspersky in den USA

Israelischer Geheimdienst belastete Kaspersky in den USA


Die Grundlage fr die US-Vorwrfe gegen die russische Antiviren-Firma Kaspersky wird etwas klarer. Der Tageszeitung New York Times zufolge kam der Hinweis vom israelischen Geheimdienst, der bei einem Kaspersky-Hack entdeckt habe, dass russische Spione damit NSA-Geheimnisse suchten.

Israelischer Geheimdienst belastete Kaspersky in den USA

Die US-Vorwürfe gegen die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky gehen laut einem Zeitungsbericht auf Erkenntnisse des israelischen Geheimdienstes zurück. Dieser habe sich 2014 in Kaspersky-Systeme gehackt und dabei Belege dafür gefunden, dass russische Geheimdienste Kasperskys Zugang zu Computern für die aggressive Suche nach US-Geheimnissen nutzten, schrieb die „New York Times“ in der Nacht zum Mittwoch.

 

Die israelischen Spione hätten dem US-Abhördienst NSA Beweise in Form von Screenshots und Dokumentation geliefert, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Konkretere Details gab es nicht. Kaspersky bekräftigte in einer Reaktion, man habe nie irgendeiner Regierung bei der Cyberspionage geholfen. Technisch gesehen könnte der russische Geheimdienst auch ohne eine direkte Kooperation der Firma Schwachstellen in Kaspersky-Software ausgenutzt oder Agenten bei den Virenjägern eingeschleust haben. Gründer Eugene Kaspersky kündigte interne Untersuchungen an.

 

Druck auf Kaspersky wächst

 

Der Druck auf Kaspersky in den USA hatte in den vergangenen Wochen zugenommen. Im September war der Einsatz der Software auf Behörden-Computern verboten worden. Vergangene Woche berichtete die Tageszeitung „Wall Street Journal“, die Antiviren-Software habe eine Rolle beim Diebstahl von Angriffswerkzeugen der NSA durch mutmaßlich russische Hacker gespielt habe. Nach Erkenntnissen amerikanischer Ermittler wurden die Informationen 2015 bei einem externen Mitarbeiter des US-Abhördienstes entwendet, der sie heimlich auf seinen privaten PC übertragen hatte, hieß es.

 

Antiviren-Programme haben weitreichen Zugriff auf den Computer, um ihn analysieren und schützen zu können, und wären damit ein nahezu perfektes Spionage-Werkzeug. Grundsätzlich scannen sie den Rechner und vergleichen gefundene Software mit den Schadprogrammen, die dem Anbieter bekannt sind. Bei einer Übereinstimmung greifen sie ein.

 

Kaspersky-Kritiker in den USA argumentieren unter anderem, mit dem Antiviren-Programm gelangten auch grundsätzlich Informationen über amerikanische Computer nach Moskau.

 

 

Von: dpa/dn - israelnetz / Foto: Russische Hacker haben offenbar Antivirus-Software von Kaspersky Lab zur Spionage genutzt
Foto: David Orban, Wikipedia | CC BY 2.0


Mittwoch, 11 Oktober 2017






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