Erster Teil der Ausstellung `Bestandsaufnahme Gurlitt´ in Bern eröffnet

Erster Teil der Ausstellung `Bestandsaufnahme Gurlitt´ in Bern eröffnet


Grütters: Bemühen um Transparenz und Aufklärung

Im Kunstmuseum Bern wird am (heutigen) Mittwoch in Anwesenheit der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters die Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt. ‚Entartete Kunst‘ - Beschlagnahmt und verkauft“ eröffnet.

 

Sie ist Teil einer Doppelausstellung mit der Bundeskunsthalle in Bonn. Erstmals stellen beide Museen Kunstwerke aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten vor. In Bern liegt der Fokus auf der NS-Aktion „Entartete Kunst“, die anhand von rund 200, in den 1930er Jahren in deutschen Museen und Sammlungen beschlagnahmten Werken veranschaulicht wird. Am morgigen Donnerstag wird der zweite Teil der Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn mit dem Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen“ eröffnet.

 

Monika Grütters erklärte: „Die Ausstellungen in Bern und Bonn sind ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bei der Aktion ‚Entartete Kunst‘ handelt es sich um eines der dunkelsten Kapitel nicht nur deutscher Kunst- und Museumsgeschichte, sondern der deutschen Geschichte überhaupt. Sie steht für die Verhöhnung, Verfolgung und Entrechtung vieler Künstlerinnen und Künstler. Die Ausstellung hier in Bern, die dieses perfide Kapitel der nationalsozialistischen Kunstpolitik beleuchtet, ist ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Bemühens um Aufklärung und Transparenz.“

 

Monika Grütters weiter: „Diese Meisterwerke der Moderne verdienen aber vor allem endlich breite öffentliche Wertschätzung, die ihnen noch Jahrzehnte nach ihrer Stigmatisierung durch den nationalsozialistischen Kampfbegriff ‚Entartete Kunst‘ verwehrt blieb. Mit ihrer wechselvollen Geschichte erzählen die Werke nicht nur von der Ausgrenzung zahlreicher Künstlerinnen und Künstler. Sie appellieren auch an unseren demokratischen Widerstandsgeist gegen populistische Parolen. 


So kann uns der Berner Ausstellungsteil auch lehren, den Wert künstlerischer Freiheit zu schätzen und uns gegen jede Form staatlicher, politischer und weltanschaulicher Vereinnahmung im Dienst eines Kollektivs zu verteidigen.“

Im Kunstmuseum Bern (KMB) sind die Werke aus dem „Kunstfund Gurlitt“ vom 2. November 2017 bis 4. März 2018 zu sehen. Vertreten sind Künstler der Moderne, zumeist Expressionisten, wie Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc und Otto Dix. Der übergeordnete Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt“ der beiden Präsentationen in Bern und Bonn nimmt Bezug darauf, dass sie auf dem aktuellen Forschungsstand zum Kunstfund beruhen. Sie sollen auch dazu beitragen, weitere Hinweise zu den Werken zu finden, deren Provenienzen noch offen sind.


Freitag, 03 November 2017