Aus dem Ort, an dem Jesus starb, ist eine Todesfalle geworden

Aus dem Ort, an dem Jesus starb, ist eine Todesfalle geworden


Es ist an der Zeit, dass christliche Leiter in Jerusalem ihre kleinlichen Konkurrenzkämpfe überwinden und sich mit der Sicherheitsfrage der heiligsten Stätte der Christenheit beschäftigen - der Grabeskirche.

Aus dem Ort, an dem Jesus starb, ist eine Todesfalle geworden

von Dexter Van Zile, The Jerusalem Journal

 

Um es ganz offen zu sagen: Das Gebäude ist eine Katastrophe im Wartestand. Sie ist eine Todesfalle, die bei einem Notfall Dutzende, wenn nicht Hunderte gläubige Christen begraben könnte. Es gibt nur eine Möglichkeit in das Gebäude hinein und wieder heraus zu kommen und sollte, Gott behüte, in der Kirche ein Feuer ausbrechen, könnten hunderte Menschen entweder durch Ersticken sterben oder dadurch, dass sie beim verzweifelten Versuch zu entkommen niedergetrampelt werden.

 

Pilger, die in der Lage sind einer Katastrophe in dem Gebäude zu entfliehen, werden immer noch durch die zwei engen Ausgänge auf beiden Seiten des Vorplatzes hindurch müssen, die, wie AP 2011 berichtete, nicht von Krankenwagen erreicht werden können. Selbst an Tagen mit wenigen Besuchern in der Grabeskirche können die Eingänge zum Vorplatz von Pilgern verstopft sein.

 

Das Problem ist ein offenes Geheimnis. Jeder kennt es. Mehrere Hundert Menschen wurden durch Ersticken und Niedertrampeln getötet, als im 19. Jahrhundert in dem Gebäude ein Feuer ausbrach. Es war ein Wunder, dass es in den Jahren seitdem keine weitere Katastrophe gegeben hat.

Was verhindert eine Lösung?

 

Die Leiter der verschiedenen christlichen Konfessionen, die in dem Gebäude aktiv sind, stecken zu sehr voller Rivalitäten und Misstrauen, als dass ein zweiter Eingang gebaut werden könnte. Sie können sich einfach nicht darauf einigen, wo ein Notausgang eingebaut werden kann. Israelische Beamte haben versucht das Problem anzugehen – vergeblich. Das Thema war zu „explosiv“, sagte ein christlicher Leiter 2011.

 

Die Wurzel des Ganzen ist ein Kampf um Raum. Die verschiedenen christlichen Kirchen, die in dem Gebäude beten, wollen einfach nicht das Territorium aufgeben, das sie innerhalb des Gebäudes kontrollieren, so dass kein zweiter Ausgang gebaut wird.

 

Es gab einen Vorschlag einen Notausgang in der Nähe der öffentlichen Toiletten im Norden des Gebäudes zu bauen, aber der Ausgang würde in die Klöster der Kopten und der Äthiopier führen, was Einspruch dieser Gemeinschaften auslöste. 1999 gestand ein Vertreter der äthiopischen Kirche, die in der Grabeskirche Gottesdienste hält, die Notwendigkeit eines Notausgangs ein, sagte aber, nicht durch das Kloster seiner Gemeinschaft. „Wir haben das Recht gegen diesen Ausgang zu sein“, erklärte Vater Gabre Selassie, damals ein Sprecher der äthiopischen Kirche.

Solch unverantwortliche Uneinsichtigkeit religiöser Leiter in der Grabeskirche sollte nicht überraschen. Priester und Mönche, die in der Kirche beten, haben miteinander gestritten, um ihre Gebiete zu verteidigen und manchmal musste israelische Polizei eingreifen, um die Kämpfe zu beenden.

 

Es ist eine Schande. Es ist eine Schande, dass Rivalitäten und Misstrauen seitens christlicher Hirten ihre Herden gefährden, aber genau das geschieht.

Noch erbärmlicher ist, dass einige christliche Leiter israelische Bemühungen Pilger zu schützen, die die Grabeskirche besuchen, als Vorwand benutzen Israel anzugreifen. Jeder, der den Ereignisse in der Kirche auch nur das geringste Bisschen Aufmerksamkeit schenkt, hält während der Weihnachts- und der Passionszeit den Atem an, wenn tausende Christen aus aller Welt kommen und in der Grabeskirche beten.

 

Die Israelis verhängen schwere Maßnahmen zur Kontrolle von Menschenmengen und stellen sicher, dass es kein Unglück gibt; unverantwortliche palästinensisch-christliche Leiter verurteilen in Reaktion darauf den jüdischen Staat, er würde Christen ihres Rechts auf freie Religionsausübung an ihren heiligen Stätten berauben.

 

Ein berüchtigter Betreiber dieser Strategie ist Yusef Daher, Geschäftsführer des Jerusalem Interchurch Center, das dieser Tage seinen Sitz im St. Anna-Kloster nahe des Löwentors haben soll. Daher, dessen Arbeit  vom Weltkirchenrat unterstützt wird  – der ein auffälliger Helfer antisemitischen Aktivismus und Theologisierung ist – beschwert sich regelmäßig bei katholischen Nachrichtendienstens über unterdrückerische israelische Praktiken.

Mit der Weitergabe von Beschwerden über israelische Sicherheitsmaßnahmen an der Grabeskirche beerdigen christliche Nachrichtenorgane die Bedeutung der Geschichte – die heiligste Stätte der Christenheit ist eine potenzielle Todesfalle und christliche Leite haben sündhaft versagt sich des Problems anzunehmen. (Ja, Sünde ist das richtige Wort, um zu beschreiben, wie diese religiösen Leiter sich verhalten.)

 

Als Nebenbemerkung: Es würde logisch erscheinen, wenn der Reiterorden der Grabeskirche – eine katholische Organisation, die Katholiken im Heiligen Land finanzielle Hilfe bietet – diese Sicherheitsfrage in der Kirche aufnimmt, von der sie ihren Namen bezieht, aber keine Chance. Leider sind einige Leute dieser Organisation – aber nicht alle – sind eher darauf erpicht den Orden in eine Front antiisraelischer Propaganda zu verwandeln, statt dass sie sich Problemen am heiligsten Ort der Christenheit anzunehmen.

 

Die Situation bringt israelische Beamte in eine Klemme. Wenn sie gegen die Einsprüche der christlichen Gemeinschaften in der Grabeskirche handeln, riskieren sie Proteste und Beschwerden von Christen aus aller Welt auszulösen. Sogenannte Aktivisten für Frieden und Gerechtigkeit werden einseitiges Handeln seitens der israelischen Regierung als nur einen weiteren Fall jüdischer Unterdrückung der Christen in der Heiligen Stadt darstellen – eine Wiederholung des Passionsspiels. Man kann sich die Karikaturen schon vorstellen.

 

Wenn die israelischen Beamten aber nichts tun, werden sie für jede Tragödie verantwortlich gemacht werden, die Ergebnis des Fehlens eines Ausgangs ist. Dieselben Christen, die Israel wegen der Maßnahmen zur Kontrolle von Menschenmengen verurteilen, die derzeit während christlicher Feiertage angeordnet sind, werden Zeter und Mordio schreien und Israel für die Toten verantwortlich machen. Für die Typen, die Jerusalem direkt unter der Nase ihrer israelischen Nachbarn in das Welthauptquartier des Antiisrael-Aktivismus gemacht haben, ist es eine Win-Win-Situation.

 

Hier stehen wir: Christen haben gestattet, dass ihr heiligster Ort der gesamten Christenheit eine Todesfalle bleibt. Sie lehnen eine Zusammenarbeit ab, wenn Amtsträger Israels versuchen einzugreifen und das Problem zu lösen; der Grund sind belanglose Konkurrenzkämpfe. Und wenn Israel Maßnahmen zum Schutz der Pilger ergreift, die die Kirche während christlichen Feiertagen besuchen, stellen sogenannte Friedens- und Gerechtigkeitsaktivisten in der christlichen Gemeinschaft das als Akt der Unterdrückung dar.

 

Das ganze Durcheinander ist eine Metapher. Prominente Christen, die es besser wissen müssten, verwenden mehr Energie darauf auf Israel einzudreschen als darauf Verantwortung für die Sicherheit ihrer Herden zu übernehmen.

Wo haben wir das schon gesehen?

 

Das Fazit ist, dass ein zweiter Ausgang gebaut werden muss, sofort; und dass die Uneinsichtigkeit der Christen das Haupthindernis für seinen Bau ist Es ist an der Zeit, dass christliche Leiter in Jerusalem erwachsen werden, antreten und sich bewegen, damit in der von ihnen verwalteten Kirche ein Notausgang gebaut wird. Jeder Pastor würde dasselbe tun. Warum nicht die heiligen Männer Jerusalems?

 

Es ist auch an der Zeit, dass christliche und säkulare Nachrichtenmedien ihre Leser über das Problem informieren und im Interesse der Pilger, die die Kirche besuchen, für eine Lösung werben.

 

 

 

Übersetzt von Heplev - Foto: Paradoxerweise ist der Ort, an dem Jesus starb, eine Todesfalle. Kleinliche Konkurrenzkämpfe innerhalb der Grabeskirche verhindern eine notwendige Lösung. Und wenn Israel einen Schritt tut, um die Pilger an den christlichen Feiertagen zu schützen, dann bezeichnen antiisraelische Christen das als Unterdrückung. Es ist an der Zeit, dass die Kirchenführer erwachsen werden und dieses Problem lösen. (Foto: Screenshot)


Freitag, 10 November 2017






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