Der Terror des Iran und der Hisbollah in Argentinien

Der Terror des Iran und der Hisbollah in Argentinien


Die Aktivitäten des Iran in Lateinamerika stellen eine direkte Herausforderung für den Vorrang der USA in der westlichen Hemisphäre dar. Der Iran, so scheint es, will die USA als starken Verbündeten lateinamerikanischer Länder ersetzen.

von Lawrence A. Franklin

 

  • Wenn die Bemühungen, die Rolle des Irans und der Hisbollah bei den argentinischen Bombenanschlägen aufzudecken, erfolgreich sind, dann wird diese Information die regionalen Führer über die dunkle Seite der iranischen Beziehungen zu sub-staatlichen Terrorgruppen, um ihren Einfluss in Lateinamerika noch weiter zu erhöhen, aufklären.
  • Seit Jahrzehnten scheint der Iran sowohl normative diplomatische Beziehungen als auch kriminelle Verbindungen zu nutzen, um seine islamische Revolution in die westliche Hemisphäre zu exportieren. Durch den Einsatz ähnlicher Methoden der Subversion scheint der Iran bereits in andere lateinamerikanische Nationen eingedrungen zu sein, darunter Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien und einige Inselstaaten in der Karibik.

 

Während Irans nukleare, ballistische Raketen und expansionistische Politik im Nahen Osten bekannt sind, scheinen die meisten Operationen der Islamischen Republik in Lateinamerika bereits seit mehreren Jahrzehnten im Gange zu sein und unter dem Aufmerksamkeitsradar zu bleiben.

 

Während einer gemeinsamen Pressekonferenz am 4. Februar mit dem argentinischen Außenminister Jorge Faurie in Buenos Aires versprach der US-Außenminister Rex Tillerson, das Fundraising der Hisbollah in Lateinamerika zu bekämpfen, das zur Finanzierung ihrer terroristischen Operationen verwendet wird. Dies deutet darauf hin, dass die US-Geheimdienst- und Durchsetzungsbehörden den Eintritt des Irans und der Hisbollah in Mittel- und Südamerika genau verfolgen. Das Justizministerium zum Beispiel hat kürzlich bekannt gegeben, dass es ein Hisbollah Finanzierungs- und Narkoterrorismus-Team (HFNT) gegründet hat, um die kriminellen Aktivitäten der Hisbollah, des mit dem Iran verbündeten Terrornetzwerks in der Region, zu überwachen und zu verfolgen.

 

Ein Modell zum Studium dessen, wie die Hisbollah und der Iran im Tandem in Lateinamerika zu arbeiten scheinen, ist den terroristischen Bombenanschlag in Buenos Aires, Argentinien, vom 18. Juli 1994, angeblich durchgeführt von der Hisbollah unter der Anleitung des Irans. Dieser Terroranschlag wurde ausgeführt, als ein Lieferwagen, beladen mit 600 Pfund Sprengstoffen, vor dem jüdischen Zentrum, der Asociación Mutual Israelita Argentina (AMIA), gezündet wurde. Als das Gebäude einstürzte, wurden 85 Menschen getötet und mindestens 300 weitere verletzt.

 

Entklassifizierte argentinische Geheimdienstberichte zeigen auch deutlich, dass die Hisbollah 1992 einen früheren Bombenanschlag auf die israelischen Botschaft durchgeführt hatte - ein Angriff, bei dem 29 Menschen getötet und rund 200 verletzt wurden.

 

Im vergangenen Monat jährte sich der dritte Jahrestag der Ermordung des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman, der behauptete, über Beweise zu verfügen, die die Rolle der ehemaligen Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernández de Kirchner, bei der Verschleierung der angeblichen Verantwortung des Iran für den Anschlag enthüllen würden. Nisman hatte eine Untersuchung über die mögliche Rolle des Iran beim AMIA-Bombenanschlag und die mögliche Vertuschung durch Kirchner geleitet.

 

Ursprünglich schien Nismans Tod jede Chance zu vernichten, dass diejenigen, die diesen Terrorakt begangen hatten, jemals strafrechtlich verfolgt würden. Argentinische Demonstranten stellten jedoch erste Berichte in Frage, dass er Selbstmord begangen habe und forderten, dass sein Tod untersucht werde.

 

Nisman, der Kirchner öffentlich des Hochverrats beschuldigt hatte, wurde einen Tag vor der offiziellen Vorstellung seiner Anschuldigungen gegen sie von unbekannten Angreifern ermordet.

 

Ende 2015, nach seiner Wahl zum Präsidenten Argentiniens, erklärte Mauricio Macri die Vereinbarung seiner Vorgängerin mit dem Iran für nichtig, eine "Wahrheitskommission" zu bilden, um die Verantwortung für den Bombenanschlag zu untersuchen. Das Gremium hätte aus fünf Kommissaren bestanden, von denen keiner aus Argentinien oder dem Iran stammte.

 

Die Entscheidung der Regierung Kirchner, eine Wahrheitskommission mit dem Iran, dem möglichen Täterland der terroristischen Bombardierung, zu bilden, mag manchem naiv oder vielleicht sogar verräterisch erschienen sein. Was hätte Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner motivieren können, sich mit einem Schurkenstaat wie der Islamischen Republik Iran zu einigen? Berichten zufolge stimmte die Islamische Republik Iran einer für beide Seiten vorteilhaften Tauschvereinbarung zu, bei der Argentinien im Austausch für argentinisches Getreide iranisches Öl erhalten würde - wenn Argentinien beschliesst, die Untersuchung einzustellen.

 

Das amerikanische Nationale Anti-Terrorismus-Center schrieb, dass es glaubt, dass die Hisbollah für den Bombenanschlag verantwortlich ist und dass folglich der Iran ebenfalls darin involviert sein könne.

Mindestens einer der Hisbollah-Terroristen, die möglicherweise für den tatsächlichen Bombenanschlag verantwortlich sind, ist wahrscheinlich aus Argentiniens Dreiländerregion mit Brasilien und Paraguay gekommen -- ein Gebiet, das anscheinend schon lange als Hauptquartier der Hisbollah in Südamerika genutzt wird.

 

Der Iran, für seinen Teil, so glaubt man, habe die Ausführung des AMIA Bombenanschlags 1994 unterstützt, indem er den Hisbollah-Agenten Geheimdienstinformationen und logistische Unterstützung durch seine Botschaft und eine iranische Frontorganisation in Buenos Aires zukommen liess. Mohsen Rabbani, von dem man glaubt, dass er für die Zielauswahl und die Überwachung des Bombenanschlagziels verantwortlich war, war zu dieser Zeit Kulturattaché des Iran in der Botschaft der Islamischen Republik in Buenos Aires und man glaubt, dass er als Financier und Logistiker von Terroroperationen gedient hat. Ein anderer iranischer Diplomat, Ahmad Asghari, war ein Beamter des Islamischen Revolutionsgardekorps (IRGC), der der iranischen Botschaft angegliedert war und der möglicherweise beim Terroranschlag gegen AMIA mitgeholfen hat. Abolghasem Mesbahi, ein Überläufer des iranischen Geheimdienstes, bezeugte, daß er an einer Sitzung in Mashhad, Iran, am 14. August 1993 dabei war, in der wichtige iranische Regierungsbeamte die Bombenanschlagspläne besprachen.

 

Präsident Macris Bemühungen um Gerechtigkeit in Bezug auf diese Akte des Terrors und die anschließende Vertuschung wurden kürzlich vom israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu angestoßen. Während seines Besuches in Buenos Aires gedachte Netanyahu des 25. Jahrestages des Anschlags auf die israelische Botschaft 1992 sowie des Anschlags auf die AMIA 1994. Netanyahu sagte: "Der Iran stand hinter diesen Ereignissen" und "Es ist an der Zeit, den Iran in einer öffentlichen und endgültigen Weise voll verantwortlich zu machen. Es ist an der Zeit, den Opfern gerecht zu werden."

 

Der Iran hat das gleiche Muster der Vernetzung mit sub-staatlichen Terrorgruppen angewandt, im Jemen mit den Houthis, im Libanon mit der Hisbollah und im Gazastreifen mit der Hamas.

 

Bislang blieben alle wichtigen iranischen Spieler bei diesen Expeditionen von der Justiz unbehelligt, auch wenn bestimmte iranische Beamte vom IRGC-Abtrünnigen Mesbahi und Staatsanwalt Alberto Nisman als Hauptentscheidungsträger benannt wurden, zumindest beim argentinischen Bombenanschlag.

 

Nismans Untersuchungsergebnisse überzeugten Interpol tatsächlich, eine rote Nachricht herauszugeben -- die Namen der Personen, nach denen wegen Auslieferung gesucht wird -- für mehrere iranische Beamte. Dazu gehören der frühere iranische Minister für Nachrichtendienst und Sicherheit, Ali Fallahian, der außenpolitische Berater von Khamenei, Ali Velayati, und der verstorbene ehemalige iranische Präsident Ali Akbar Rafsanjani.

Dieses "Argentinien-Modell" ist eine Fallstudie darüber, wie der Iran seine diplomatischen Vertretungen, ausländische und inländische Geheimdienste, Frontorganisationen und die von der Hisbollah verseuchte libanesische Diaspora in Lateinamerika nutzt, um nicht nur terroristische Netzwerke zu etablieren und terroristische Operationen durchzuführen, sondern auch gewaltige geschäftliche, wirtschaftliche und kommerzielle Beziehungen zu unterhalten. [1] Diese Aktivitäten könnten auch die Pflege krimineller Finanzierungsnetzwerke und antiamerikanischer und antiisraelischer politischer Koalitionen sein. [2]

 

Seit Jahrzehnten scheint der Iran sowohl normative diplomatische Beziehungen als auch kriminelle Verbindungen zu nutzen, um seine islamische Revolution in die westliche Hemisphäre zu exportieren. Durch den Einsatz ähnlicher Methoden der Subversion scheint der Iran bereits in andere lateinamerikanische Nationen eingedrungen zu sein, darunter Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien und einige Inselstaaten in der Karibik.[3]

 

Wenn die Bemühungen, die Rolle des Irans und der Hisbollah bei den argentinischen Bombenanschlägen aufzudecken, erfolgreich sind, dann werden diese Informationen den regionalen Führern die dunkle Seite der iranischen Beziehungen zu sub-staatlichen Terrorgruppen, um ihren Einfluss in Lateinamerika noch zu verstärken, verdeutlichen.

 

 

Gatestone Institute - Dr. Lawrence A. Franklin war der Iran Desk Officer für Verteidigungsminister Rumsfeld. Er diente auch im aktiven Dienst bei der U.S. Army und als Oberst in der Air Force Reserve. - Übersetzt von Daniel Heiniger / Foto: Iranische Botschaft in Argentinien (Foto: By Gastón Cuello (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons)

 

[1] Iran's Strategic Penetration of Latin America von Joseph Humire und Ilan Berman, S.26. Lexington Books, London, 2014.

[2] Ibid., p.27.

[3] Ibid., Vorwort S. 3-5.


Freitag, 16 März 2018





Wenn man bedenkt was der amerikanische Geheimdienst CIA so alles in Lateinamerika angestellt hat, kann es den lateinamerikanischen Völkern mit dem Iran als "starken Verbündeten" auch nicht viel schlechter ergehen.

@1 Ich würde mal den Iran und die USA im Inland vergleichen, dürfte in etwa auch der Unterschied in den Tätigkeiten sein. Jtzt muss ich mir noch 1-2 Sätze übelegen, für die Meckerfritzen. Ich armer Mensch, leider keine Chance den Ansprüchen zu genügen.