Zu den wohlfeilen Gedenkreden zum 9. November: Never again?

Zu den wohlfeilen Gedenkreden zum 9. November:

Never again?


Der November und seine Gedenktage - eine subjektive Betrachtung zum 9. November 1938 ( Teilauszug meine Kolumne `Jüdische Rundschau´ vom November 2014)

Never again?

von Dr. Rafael Korenzecher

 

Auch wenn der Monat November in unseren Breiten insgesamt ein eher von elegischer Stimmung getragener Herbstmonat ist und nicht gerade wenige, meist dieser Stimmung entsprechende Gedenktage aufweist, so beinhaltet er doch besonders in der neueren Geschichte Tage der Erinnerung an Ereignisse, die sowohl für Deutschland als auch für die Juden von schicksalhafter Bedeutung sind und maßgeblich zur heutigen politischen Situation beigetragen haben.

 

Der 29. November 1947 ist der Tag der Resolution 181 (II ), in der sich die UNO mit überwältigender Mehrheit für eine Teilung des damaligen Britischen Mandatsgebiets und die Wiederentstehung eines jüdischen Nationalstaates auf einem Teil des alten jüdischen Territoriums aussprach und ist damit die eigentliche Geburtsstunde des modernen demokratischen Staates Israel.

 

Für Deutschland aber auch für die deutschen und europäischen Juden schicksalhaft sind jedoch unfraglich auch die historischen Ereignisse, die jeweils koinzidenter Weise auf den 9. November fielen und von denen insbesondere der 9. November der Jahre 1918, 1938 und 1989 hervorzuheben ist.

 

Der Hoffnungsfunke, den die Abdankung des deutschen Kaiserreichs und das Ausrufen einer Republik Deutschland durch Philipp Scheidemann am 9. November 1918 in dem Weltkriegs I–geschundenen Europa für einige wenige Jahre aufkeimen ließ, wurde sehr bald zertreten von der durch Deutschland selbsterwählten, braunen Nazi-

Herrschaft , dem antisemitischen Terror der Pogromnacht des 9. November 1938 und der folgenden Ermordung von 6 Millionen europäischen Juden durch deutsche Nazischergen und ihre bereitwilligen Helfer.

 

Mit dem 9. November 1989 konnte durch den Fall der Berliner Mauer die in der Folge des 2. Weltkrieges entstandene Teilung Deutschlands überwunden und Freiheit und Demokratie für alle, auch für die jüdischen Bürger des wiedervereinten deutschen Staates geschaffen werden.

 

Staatstragend und symbolhaft für den freiheitlichen Geist des neuen , demokratischen und wiedervereinten Deutschland war auch die aufrichtige Freude und das weitere Anwachsen der sich in den Nachkriegsjahren nur langsam wieder etablierenden, nahezu ausgemerzten -- zum Teil auf eine weit über Tausend Jahre alte Tradition zurückblickenden -- jüdischen Gemeinden in unserem Lande.

 

Gegenwärtig mischt sich in die Freude an der Wiedervereinigung die Sorge, dass unser Staat -- allen negativen Erfahrungen der Weimarer Republik zum Trotz -- aber auch Europa dabei sind, die Chancen, die die Überwindung des kalten Krieges und der Blöcke für unsere freiheitliche Lebensweise in Überfülle gebracht hat, dauerhaft zu vertun.

 

Die selbst in schlimmsten Albträumen nicht angedachten Ereignisse des Sommers 2014, in dem sich auf unseren Straßen und in großen Teilen West-Europas ein seit 1945 nicht mehr erlebter Tsunami ungehemmt offenkundig gewordenen, unverhohlenen islamischen Judenhasses ergoss, die enthirnte Grenzöffnungspolitik für unkontrollierten Einlass islamischer Judenfeindschaft und Demokratieverachtung besonders des Jahres 2015 und die seither ständig wachsenden No-Go-Areas für Juden in unseren Städten erlauben uns nicht, auch nur einen Augenblick abzulassen, den -- aller Verfolgung und Anfeindung zum Trotz -- untrennbaren positiven Beitrag des Judentums an unserem gemeinsamen wertvollen abendländischen Erbe in Erinnerung zu halten.

 

Der gesamte, von uns heute gelebte und geliebte freiheitliche Lifestyle, unsere geistigen Errungenschaften, unsere Philosophie, unsere politische Kultur, unsere Musik, unsere Literatur , unsere moderne Medizin und unser wissenschaftlicher Fortschritt in fast allen Bereichen wären nicht denkbar ohne dieses gemeinsame Erbe, das mit großer Entschlossenheit gegen alle, den hiesigen Mainstream gegenwärtig leider wieder dominierenden, antijüdischen Vorbehalte und Anfeindungen geschützt werden muss.

 

Unsere westlichen Demokratien sind gerade dabei, unser hart und opferreich erkämpftes humanistisches Erbe durch falsch verstandenes Appeasement und undifferenziertes Gewährenlassen den zumeist islamischen Feinden unserer Demokratie und Lebensweise nahezu ohne Gegenwehr zu überlassen sowie gleichzeitig und selbsverschuldet Tür und Tor für ein reaktives Erstarken eines rechten Randes zu öffnen.

 

Mit der in den letzten Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit gewachsenen Islamisierung unserer europäischen Gesellschaften wurden -- unterstützt durch unsere Mainstream-Medien und Appeasement-Politik -- Erosionen an unserer freiheitlich westlichen Lebensweise zugelassen, die wir in unserer säkularen, Religions-getrennten Lebenswelt kaum für möglich gehalten haben.

 

Juden werden auf unseren Strassen wieder körperlich angegriffen. Freie Meinungsäußerung gegen den Islam ist kaum noch zugelassen und wird als Verächtlich-Machung des Islam und zwar ausschließlich dort kriminalisiert.

Während islamische Rattenfänger in unseren europäischen Ländern Tausende Jugendliche zum Morden abrichten, verwickeln uns unsere hiesigen Terror- , Scharia- und Islam-Versteher aus Journaille und Politik in Scheindiskussionen und beleidigen unsere Intelligenz, in dem sie uns vorgaukeln, das alles hätte nichts mit dem Islam zu tun ----- etwa in der Art als hätte der Alkohol nichts mit Alkoholismus gemein.

 

Das ohnehin in unseren Gesellschaften tief verankerte tradierte antijüdische Ressentiment hat durch die von den Mainstream-Medien und der Politik hofierte islamische Migrantenszene eine nie geahnte, gewalttätige Verstärkung erfahren, die jüdische Menschen in Europa wieder dazu zwingt zu emigrieren oder zumindest über Emigration nachzudenken.

 

Die einseitige , antisemitisch geprägte Delegitimierung Israels - des einzigen demokratischen Staates im gesamten mittleren Osten - ist zur schrecklichen Normalität unserer links-ausgerichteten Politik und unserer 68er-dominierten Medien geworden, während die Bankrotterklärung des Westens gegenüber dem arabischen Terror und den unaussprechlichen dortigen Grausamkeiten durch die gleichen sogenannten Nahost-Experten und Israel – Verurteiler ständig aufs neue relativiert werden.

 

Waren die Pogrome gegen Juden in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 noch ein posthumes Geburtstagsgeschenk des braunen Pöbels an das Judenhass und Judenmord propagierende kirchliche Idol Hitlers, den am 10. November geborenen Martin Luther, so sind es heute, nur knapp 80 Jahre später, vor allem das linke Islam-Appeasement und das vor allem von linker Seite gelebte Laisser-Faire gegenüber dem hiesigen islamischen Judenhass, die trotz aller für die Schicksale toter Juden geheuchelten Gedenktagsrituale zusehends jüdisches Leben in unserem Staate und in Europa verunmöglichen.

 

Wenn angesichts des hiesigen politischen Klimas auch wenig wahrscheinlich, so bleibt doch zu hoffen, dass der 9. November vor allem als Gelegenheit genutzt wird, darüber nachzudenken, welch eine große, von vielen Völkern geneidete Errungenschaft unsere freiheitlich westliche Demokratie für das deutsche Volk und für alle Menschen ist und welchen erheblichen Anteil in unserer europäischen Geschichte auch jüdische Menschen daran hatten.

Unsere wundervolle freiheitliche, Religions-tolerante und Religions-getrennte, säkulare Lebenswelt ist über Jahrhunderte mit zu vielen Kriegen, mit zu viel Blut und mit zu vielen Tränen erkämpft worden, um sie -- wie es unsere verantwortunglose Islam-Einlasspolitik unter der Führung dieser Kanzlerin seit Jahren getan hat und sich trotz Abwahl anschickt weiter zu tun -- einer gewalttätigen, Demokratie-verachtenden, rückschrittlich atavistischen, islamischen Weltbeherrschungsideologie zu opfern.

 

9. November 1938 -- das "Never Again" war in der Geschichte unserer Nachkriegsrepublik schon selbstverständlicher als es heute mit der Politik von Merkel und Co sowie den "Kauft nicht bei Juden" BDS-Protagonisten und Terror-gegen-Juden-Verstehern von Grüner, Linker und SPD-Seite geworden ist.

 

 

Dr. Rafael Korenzecher ist Herausgeber der Jüdischen Rundschau und Mitglied des Koordinierungsrates deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus.

 

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Freitag, 10 November 2017






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