Ruprecht Polenz (CDU): Jeden Tag ein Polli-Gate

Ruprecht Polenz (CDU):

Jeden Tag ein Polli-Gate




Es vergeht inzwischen kaum ein Tag, ohne dass auf der Facebook-Pinwand von Ruprecht Polenz, unseres liebsten “Israel-Freundes”, ein paar Einträge dazu kommen, die Ermitllungsbehörden jeder erdenklichen verfassungsrechtlichen Couleur hellhörig machen müssten. Aber es hilft wohl, wenn man von Natur aus den Eindruck vermittelt, man würde jeden Tag eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit kommen, weil man sich einfach den Weg nicht merken kann.

von Gerrit Liskow

Nun ist es nicht erst seit gestern so, dass man sich nach einem Abstecher in die Facebook-Kneipe “Beim Polli” fragen muss, ob der MdB seine assistierte Selbstdemontage nun freiwillig, unfreiwillig oder freiwillig-unfreiwillig betreibt.

Ich würde auf letzteres tippen, zumal sich Ruprecht Polenz in seiner Funktion als Internet-Kneipier ja auch aus Gründen, die vielen seine Besucher mit jedem Tag unglaublicher erscheinen, noch immer für einen tip-top “Israel-Freund” hält – nur eben ohne Gänsefüßchen.

Wer sich lieber ein eigenes Bild vom “Best of Wahnsinn” machen möchte, und auch recht eigenwillige Auffassungen von Grammatik, Syntax und Orthografie nicht scheut, kommt um diese Senkgruben, äh: Fundgruben des gesunden Volksempfindens nicht umhin:


26. Juni 2012:
https://www.facebook.com/ruprecht.polenz/posts/467047616640212

1. Juli 2012:
https://www.facebook.com/ruprecht.polenz/posts/327942797287655

1. Juli 2012:
https://www.facebook.com/ruprecht.polenz/posts/257556917693696

2. Juli 2012:
https://www.facebook.com/ruprecht.polenz/posts/237485099704765

Ich könnte mir vorstellen, dass man daraus auch ein gutes Buch oder ein spannendes Hörspiel machen kann. Oder eine Zeichentrickserie von Matt Groning - Polly Simpson oder der South Park der deutsch-israelischen Beziehungen.

Man weiß, wenn man über das schreiben möchte, was “Beim Polli” passiert, eigentlich gar nicht, wo man anfangen oder aufhören soll, ohne der Selbstentwürdigung zweckdienlich zu werden; wenn man das definieren möchte, was diese Anthologie des “politischen” Irreseins charakterisiert, ist guter Rat teuer.

Der Kölner macht es sich da wieder leicht, denn der sagt zu sowas einfach nur mit kölscher Weisheit: Jeder Jeck ist anders. Darauf würde ich mir gerne eine halve Hahn genehmigen, wenn ich nicht Furcht haben müsste, dass mir das Käsebrötchen im Hals stecken bleibt.

Wenn man sich nämlich bewusst macht, dass das, was da auf der FB-Filiale unseres liebsten “Israel-Freundes” (CDU) geschrieben steht, keineswegs für einen Gruselfilm aus Hollywood erfunden wurde, sondern Innenansichten aus dem realexistierenden deutschen Alltag, der kognitiven Wirklichkeit des Jahres 2012, darstellt! Ein Dokumentarfilm made in Polli-Wood: Perspektiven der “politischen” Borderliner, “Politik” der Betroffenen.

Gepaart mit einer deutlichen Dosis verbaler, sozialer Aggression, die subliminal am einschlägigen Straftatbestand vorbeischrabbt, und dem spektakulären Happening “Beim Polli” bereits zu recht den Ruf eingetragen hat, das digitale Äquivalent zur Wirtshausschlägerei zu bieten; ich kann mich an einen sehr kurzweiligen Abend “Beim Polli” erinnern, in dem der einschlägig bekannte Studiendriektor a.D. Erhard Arendt aus Dortmund immer wieder sehr behände eingeschenkt bekam, wenn er sich von seinen Mitdiskutanten auf die Lampe geben lassen wollte.

Erhard “Eddy” Arendt als Person ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant, aber sein “Palästina-Portal” ist typisch für die in der Schnittmenge aus “Links”Partei und rechtem Rand beliebte “Polit”-Posse namens “Palästina-Solidarität”, die auch “Beim Polli” funktioniert.

Erlaubt es doch diese “Bewältigung” der Vergangenheit mit den Mitteln der Gegenwart, die heutigen Palästinenser zu instrumetalisieren, um den Hass auf die Juden, pardon: die Israelis, sozial akzeptabel auszuagieren; natürlich nur den Hass auf die jüdischen Israelis. Oder wie ein Gast “Beim Polli” es auszudrücken beliebte: “die nicht-semitischen Palästinenser” - die haben nämlich in Israel nichts verloren. Aber das hat doch auch schon Helen Thomas gesagt!

Es kann kein Zufall sein, dass der Betreiber des “Palästina-Portals” sich “Beim Polli” so pudelwohl fühlt, wie der Mops im Paletot. Immerhin interessiert sich dort nicht allein Herr Arendt für “das Leid der Palästinenser” in genau dem Umfang, in dem sich der jüdische Staat dafür verantwortlich machen lässt.

Und auch im Ausland ist “Beim Polli” seit anfang dieser Woche als digitales Sturmlokal positioniert, als Magnet für djihadistische, antisemitische und generell menschenverachtende “Meinungen” aller Art; “Meinungen”, denn nach wie vor breitet unser liebster “Israel-Freund” den Schutzschirm der Verfassung auch über solhe “Meinungen”, die ein Verbrechen sind.

Das passt erstaunlich gut zum kognitiven Apparat eines MdB, der sich gerne in den Bundestag stellt, und alle, die seinen Vorstellungen von “Israel-Kritik unter Freunden” nicht linientreu entsprechen, als Neonazis bezeichnet. Denn merke: Wenn die Juden, pardon: die Israelis, die “Nazis von heute sind”, dann sind deren Freunde eben “Neonazis” - so einfach denkt man sich das, wenn man Ruprecht Polenz heißt, nicht wahr, Herr MdB? Was sagt eigentlich Ihr Kollege Peter Missfelder (CDU) dazu, in diesem Fall die Stimme der Venrunft?

Oder doch nur der Einäugige unter den Blinden? Darauf vielleicht noch ein “freundschaftliches Gespräch mit Reuven Rivlin” (Sprecher der Knesset), bevor es wieder ums Wesentliche geht – die Förderung der Wirtschaftsbeziehungen mit der Mullah-Diktatur? Oder vielleicht möchte Herr Polenz ja auch mal wieder einen Besuch der Majils organisieren, der dann im Reichstag einer Delegation aus der Knesset die Klinke in die Hand gibt – das hatten wir schon mal. Denn hey: Ist doch das eine genau so ein Parlament, wie das andere, nicht wahr Herr Polenz?

Was bleibt im Rahmen seiner offiziellen Funktion eigentlich alles an Informationen in dem “politischen” Filter hängen, der auf den Namen Ruprecht Polenz hört? Hat die Öffentlichkeit kein Recht, zu erfahren, was in den Sitzungen des Außenausschusses passiert? Wird sie darüber von dessen Vorsitzenden systematisch und umfassend, oder sporadisch und willkürlich informiert?

Immerhin wird Ruprecht Polenz nicht schon wieder eine Dienstreise in den Waldorf-Kindergaten machen um für das Lebenswerk seiner liebsten Irena-Wachendorff-Darstellerin die Werbetrommel zu rühren; wie war das noch mal in der Anthroposophie, hieß es da noch immer, die Juden hätten den Antisemitismus “verdient”, weil sie dunkle Flecken auf dem Karma haben? Oder ist das als Lehrmeinung inzwischen überholt?

Nun ja, so ist er, Ruprecht Polenz, unser liebster “Israel-Freund”. Ist nur alles etwas widersprüchlich, wenn er sich selbst als einen “Israel-Freund” bezeichnet und gleichzteitig behauptet, das wären alles Neonazis. Denn das heißt doch in der Konsequenz ... hmmm, ich versteh jetzt auch nicht, was das in der Konsequenz heißt. Irgendwie kommt man da mit Vernunft nicht weiter, denn “Beim Polli” geht's nicht logisch, sondern psychologisch zu.

 

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Freitag, 06 Juli 2012