Dr. Nathan Warszawski kommentiert: Blasphemie

Dr. Nathan Warszawski kommentiert:

Blasphemie




Martin Mosebach, der katholische konservative Schriftsteller, den manche als Reaktionär betrachten, hat in der Frankfurter Rundschau einen Artikel gegen Blasphemie geschrieben. Mosebach will Blasphemie nicht verbieten, er möchte, dass Künstler, die Gott beleidigen, wissen, dass sie ein gefährliches Spiel treiben.

Nun wird auch Mosebach angefeindet, wenn auch nicht mit dem Tod bedroht.

Blasphemie ist langweilig, auch als Kunst. Es mag weiterhin gefährlich sein, den muslimischen Gott Allah, noch gefährlicher seinen selbsternannten Propheten, am allergefährlichsten deren Stellvertreter auf iranischen Boden zu beleidigen. Blasphemie bleibt trotzdem langweilig.

Blasphemie ist genauso interessant wie bei Rot über die Straße zu laufen, gefährlich allemal.

Mullahs, die vorgeben, sich durch Blasphemie beleidigt zu fühlen, kann man nicht mit Blasphemie beleidigen, denn sie sind allesamt gottlos. Welchen ästhetischen Kitzel verspürt der Künstler, wenn er die Gefühle der wahren und einfachen Gläubigen verletzt, die in ihrer Einfalt an Gott glauben?

Blasphemie greift an der falschen Stelle an. Religion ist nicht mit Gewalt und Dummheit zwangsvermählt. Der Islamofaschist missfällt, weil er Faschist, nicht weil er Muslim ist. Selbstredend sind Religionen und ihre Anhänger intolerant. Dann gilt es, Intoleranz zu bekämpfen, nicht die Religion! Die Religion muss tolerant, nicht vernichtet werden.

Wenn ein Blasphemist es schafft, beachtet und verfolgt zu werden, können Religionskritiker, die diese Stufe nicht erreicht haben, endlich sich als Teil der Blasphemie wohl fühlen.

Um nicht selber als Blasphemie-Blasphemist verfolgt zu werden, sage ich klar, dass ich gegen Verfolgung von Blasphemisten bin, ihre Meinungs- und Künstlerfreiheit nicht angetastet wissen möchte. Doch weder Blasphemie, noch Verfolgung reichen aus, um als Künstler zu gelten.

 

PaxDiaboli

 

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Freitag, 22 Juni 2012