Das Kopftuchverbot für muslimische Mädchen an deutschen Schulen: Eine zwingende Notwendigkeit, soll unsere Gesellschaft als Wertegemeinschaft erhalten bleiben

Das Kopftuchverbot für muslimische Mädchen an deutschen Schulen:

Eine zwingende Notwendigkeit, soll unsere Gesellschaft als Wertegemeinschaft erhalten bleiben


Ein Diskussionsbeitrag von Ali Ertan Toprak (Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Vorsitzender des Bundesverbandes der Migrantenverbände), Tomas Spahn und Torsten Kurschus

Eine zwingende Notwendigkeit, soll unsere Gesellschaft als Wertegemeinschaft erhalten bleiben

Einsicht


               Es war ein langer Weg zu unserem Europa, ein sehr langer. Auch sich als Gemeinschaft von Werten zusammenzufinden und mit bitteren Rückschlägen fertig zu werden. Aber wir sind eine freie Gesellschaft, bestimmt auch freier als die USA und mit immerhin 650 Millionen Bürgern, Großbritannien schon abgerechnet, der stärkste Wirtschaftsraum der Welt. Wir sind eine lernfähige Gesellschaft, das zumindest ist ein Eindruck, der über längere Zeit trotz aller Zankereien und Meinungsverschiedenheiten bleibt. Es war immer die Stärke unseres Kontinentes, aus seiner vermeintlichen Schwäche, seiner Zergliederung eine Stärke machen zu lassen. Oft täuscht auch jüngste und jüngere Geschichte darüber hinweg, dass uns von Ost bis West, vom Süden in den Norden vielmehr verbindet als trennt. Der Konsens im Pluralismus scheint unser Europa wie ein magisches Band zusammenzuhalten. In anderen Teilen der Welt gibt es so etwas nicht und Freiheit ist ein Konzept, das von dem Nahen Osten bis in den hohen Norden reicht und ausschließlich in der alten Welt zuhause war. Nach über 70 Jahren weitest gehendem Frieden auf unserm Kontinent haben Stabilität, Verständnis und Vertrauen etwas Einmaliges geschaffen.


               Doch so einfach ist diese Sache nicht.

 

 Der demokratische Pluralismus unserer Gesellschaft, der eine Vielfalt auf einer gemeinsamen Basis, nämlich der der Menschenrechte, garantiert, wird scheint heute zunehmend von dem Pluralismus der Kulturen und Religionen abgelöst zu werden.

 

               Ja, es gibt Grundrechte. Das auf Selbstbestimmung nach Art.2 GG, das der negativen Koalitionsfreiheit (Art. 9 III 2 GG), also das Recht, sich nicht einer staatlichen oder anderen Organisation, wie einer Gewerkschaft anschließen zu müssen und das der Religionsfreiheit nach Art. 4 GG (als Einzelnorm). Und dieses, dass niemand zu einem Kriegsdienst gezwungen werden kann oder das Recht auf freie Meinungsäußerung auch nach Art. 5 GG gehört in diese Familie, der Grundnormen. Die sind für uns eine vertraute und gegebene Basis unserer Lebensbilder. Weil wir sie kennen, schätzen und respektieren und wenn auch langsam erst ihren Wert verstanden haben. Es lief ja auch gut mit diesen respektierten Normen und Anforderungen über viele gute Jahrzehnte lang.

Aber heute ist einiges anders. Wir haben eine neuere und eine bessere und stärkere Gesellschaft. Daran gibt es kaum Zweifel. Aber wir haben auch eine andere Zeit als damals. Wir erleben, wie die Menschenrechte stetig im Namen der Religion abgebaut werden. Ordnungspolitiker werben für einen immer stärkeren Staat und die Einschränkung der Grundrechte und finden oft dafür Beifall.


Wir müssen zu dem Schluss kommen: Bedrohlich für die Menschenrechte ist nicht die Multikulturalität, sondern die Ideologie des Multikulturalismus. Eine Ideologie unter anderen, die eben alle unsere Grundwerte zunehmend bedroht und die immer denjenigen bevorteilt, der am rücksichtslosesten unsere Werte verrät. Erdogan, Putin, Assad und so viele mehr... und immer gibt es genug Verteidiger dieser Despoten.

 

               Eine neue Welt mit Ausnahmen


               Damit wäre nicht die Menschenwürde mehr länger unantastbar, sondern die konstruierten kulturellen und religiösen Identitäten. Das scheint zum neuen Regelfall zu mutieren. Damit wird der universelle Anspruch der Menschenrechte zuerst relativiert und schließlich aufgegeben. Das ist zum Schluss das Ergebnis von falsch verstandener Pluralität als eine Ideologie, die ihre eigenen Räume der Lebensgestaltung so nie verstehen wird und erhalten kann. Die Medien und die alten und neuen Linken haben in einer unheiligen Allianz diesen Effekt der die ursprüngliche Intention der Menschenrechte in sein eigenes Gegenteil pervertiert selbst geschaffen.

Es gibt Millionen gläubige muslimische Frauen, die sich nicht verschleiern. Diese werden im Islam immer weniger als Musliminnen wahrgenommen, meist wird ihnen wird sogar ihr Glaube abgesprochen. Der Islam als Weg der Mitte, wie ihn Taqī ad-Dīn Ahmad Ibn Taymiyya lehrt, ist damit tot. Auch die Medien transportieren fast ausschließlich noch das Bild der verschleierten Muslimin – und spielen damit den Islamisten direkt in die Hände.

 

Sexualisierung als politisches Ziel


               Linksliberale Kreise in Deutschland scheinen in den letzten Jahren den Kompass völlig verloren zu haben. Denn sie verteidigen immer wieder mit dem Argument der Freiheit, die Verschleierung der Frau.

               Liberale Werte verteidigt man aber in dem man die Freiheit der Frau verteidigt und nicht in dem man die Symbole der Unterdrückung.

 

                Der Hijab ist ganz genau das. Er ist seit der iranischen Revolution ein bewusst politisch gesetztes Symbol gegen die Werte der europäischen Zivilisation. Er ist das offen getragene Bekenntnis: „Mit westliche Werten und Emanzipation wollen wir nichts zu tun haben!“ So wird das Tragen des Hijabs zum bewussten Instrument einer archaischen Männerwelt, die den angeblichen Hedonismus westlicher Zivilisation zutiefst verabscheut. Da hilft es auch nicht wenn islamistische AktivistInnen unter Berufung auf ihr Selbstbestimmungsrecht genau das fordern.


Heute wird der angebliche Kopftuchzwang von islamischen Geistlichen zumeist damit begründet, dass Frauen ihre Reize gegenüber Männern verhüllen sollen, weil diese sonst ihren Hormonspiegel nicht in den Griff bekommen. Die vorgebliche Demut gegenüber einem Gott ist nur ein Hilfskonstrukt. Doch eine falsch verstandene, unkontrollierte Männlichkeit kann und darf nicht missbraucht werden, um Frauen ihrer Selbstbestimmung zu berauben. Genau das aber geschieht – bewusst und absolut mit Vorsatz! Mit gleichem Recht kann der saudische Theologe Bandar al-Khaibari (2015) behaupten, dass die Erde sich nicht dreht und es dann nur eine Frage der Zeit ist, wann so etwas in unseren Schulbüchern stehen soll.

 

               Das Endergebnis ist, das wir hier in Deutschland zulassen, dass ein Teil von unseren Kindern, die einmal vollwertige Mitglieder der Gesellschaft sein sollen, früh sexualisiert, manipuliert, unterwürfig gemacht werden. Das passt nicht zu uns – das darf nicht sein.  

 

               Relativismus der Unvernunft

 

               Es wird fast immer, mit der geringen Anzahl der Kopftuchträgerinnen argumentiert. So auch im Falle des Kinderkopftuches. Es sei doch keine nennenswerte Zahl von Kindern betroffen. Darauf kommt es doch gar nicht an. Jedes Kind, das man durch das Kopftuch stigmatisiert, degradiert man zum Sexualobjekt. So wird dessen Kindheit geraubt. Jedes, ist eins zu viel. Da hilft auch nicht der Einwand von Yasemin Okutansoy, einer Englisch- und Religionslehrerin aus Bonn, „dass es doch ganz andere Probleme gibt.“ Denn genau hier kommt es zur Sollbruchstelle des Relativismus.

 

Hier mit Religionsfreiheit zu argumentieren ist auch nicht stichhaltig, da nicht Mal der Koran für Kinder das Kopftuch vorschreibt. Wer jetzt noch weiterhin behauptet, dass man auch die Kippa oder das Kreuz verbiete müsse, dem muss gesagt werden, dass weder die Kippa, noch ein Davidstern oder das Kreuz ein Kind sexualisiert.

 

               Es geht hier ausschließlich um eine Abwägung zwischen dem Erziehungsrecht und dem Kindeswohl. Und da sind Staat und Gesellschaft unbedingt verpflichtet, dem Kindeswohl Vorrang zu geben. Gut, der Begriff ist unscharf und liegt in Deutschland auf der weitestgehend geübten Praxis der Rechtsprechung. Aber die ist sehr konkret, gerade bei der Gefährdung des Kindeswohls. Hier wird sehr deutlich im Einzelfall geprüft, was dem Kind gerade langfristig und nachhaltig Schaden entstehen kann. Es gilt das Elternrecht hoch, tritt aber hier vor der Interessenwahrnahme durch die Gesellschaft zurück, wenn es darum geht die Freiheit der Entwicklung des Kindes möglichst nicht zu hemmen. Zu klären sind im Einzelnen, ob ein Kind einer Vernachlässigung unterliegt, ob das Kind eventuell häuslicher Gewalt oder Misshandlung erfährt und ob eine sexuelle Gewalt vorliegen könnte. In diesem Falle trifft die Rechtsauslegung im vielleicht nicht physischen Sinne auf alle drei Tatbestandsmerkmale zu. Die Anspruchsgrundlagen für dieses Wohl sind weit und sie reichen nach BGB § 1666 tief in die deutsche Rechtskultur und Zivilisation.


Dazu gehört dann auch, dass ein Minderjähriger ab dem Alter von 14 Jahren dem widersprechen kann, seinen Eltern, wie dem Staat, weil er seine volle Religionsmündigkeit hat. Das nehmen viele Kinder wahr und nicht nur in Deutschland und das ist ein starker Dorn in den Augen derer, die mit ihrer vormittelalterlichen Auffassung von Religion Deutschland und Europa und die ganze Welt in ihrem Sinne islamisieren möchten. Aber dann ist es oft für muslimische Mädchen, die oft früh dazu erzogen werden, eine untergeordnete Rolle zu spielen, längst zu Spät und zu schwer für den Rechtsstaat noch etwas zu korrigieren und steht dann den Angriffen der Islamvertreter gegenüber und den politischen Naivlinken aus ihren Szenen und den Medien.


                Ähnlich desaströs ist die Auffassung in einigen deutschen Gerichtssälen und Ministerien, dass die Scharia etwa im Familienrecht in Deutschland in die Justiz einziehen zu lassen. Beispielgebend dazu war schon vor 10 Jahren der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff und mehrere RichterInnen gefunden, die diese grundgesetzwidrige Praxis langsam aber gezielt einfädeln. Heute hat die Landesregierung von NRW etwas begriffen und will 2019 ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren einführen. Das ist ein notwendiger Schritt schon heute und gilt natürlich auch für Lehrerrinnen und alle im öffentlichen Dienst stehenden. Bestimmt müssen wir künftig auch genauer auf die Verfassungstreue der werdenden Richter schauen müssen.

              

                Fazit     


                Die Schule ist eine der wichtigsten Institutionen in Deutschland – egal wo. Deshalb darf hier auch keine Tür für die Gegner unseres politischen Systems geöffnet werden auch keine vollverschleierten Eltern eine öffentliche Schule betreten und muslimische RichterInnen und PolitikerInnen haben nicht das Recht, daran etwas zu ändern. Das sehen auch fast alle Lehrer- und Schulverbände so und es ist. Die Notwendigkeit den Mädchen, die Universalität zu ermöglichen, einfach genauso unter anderen zu sein und zu werden.


                Jedes Kind hat ein Anrecht auf eine unbeschwerte Kindheit. Und jeden geht das etwas an.

Wer Kinderkopftuch ablehnt, stellt sich an die Seite der Kinder und gegen das Patriarchat! Es ist schon bitter, dass im 21. Jahrhundert säkulare und liberale Musliminnen und Muslime sich in dieser Frage von den Linksliberalen verraten fühlen. Deshalb muss jetzt gehandelt werden, bevor wir den Boden unseres Grundgesetzes verlassen und gerade muslimische Mädchen und eine menschliche Freiheit die schwächsten Opfer dabei sind.

 

 

 

Symbolbild: Bundesarchiv, Bild 137-012602 / Klinghardt / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons


Montag, 16 April 2018





Guter Beitrag, genau so is5t es. Die Richter sind das größte Problem für unsere demokratischen Rechte. Wie kann es sein, dass in E oder EU die Vielehe legalisiert wird?, wie kann es sein, dass das Mindestalter für eine Heirat heruntergeregelt wird? Welche Rechtsvorgaben werden hier eigentlich von unseren Richtern vertreten? Das "Kinderkopftuch" ist nur ein weiterer Schritt in diese Richtung.


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