Scharia-Urteil eines schwedischen Gerichts

Scharia-Urteil eines schwedischen Gerichts


Die Islamisierung Europas schreitet voran. In dieser Woche wird in Schweden heftig ein Scharia-Urteil, gefällt von einem schwedischem Gericht, diskutiert. Wie Smålandsposten vom 5.3.2018 berichtete, hat eine Laienrichterin und Politikerin (Ebtisam Aldebe, Centerpartei) es offenbar im Verein mit weiteren muslimischen Laienrichtern geschafft, ein Urteil nach Scharia-Recht zu sprechen.

von Vera Lengsfeld

 

Der Fall:
Ein Mann iranischer Herkunft war angeklagt, seine Frau misshandelt zu haben. Sie waren nach Scharia-Recht verheiratet, nicht nach schwedischem Recht. Der Mann wurde freigesprochen.

Der Kern der Urteilsbegründung lautete:

 

Der Mann entstamme einer „feineren Familie“, die Frau einer weniger feinen. Sie sei deshalb weniger glaubwürdig…

 

In der Urteilsbegründung wurde weiter ausgeführt, dass es in „diesen Kreisen“ üblich sei, dass eine Frau der Verwandtschaft „berichtet“, dass sie misshandelt wurde. Dann wird die Angelegenheit innerhalb der Familien geregelt. Der misshandelten Frau wird allen Ernstes vorgeworfen, der Familie ihres Mannes nicht mitgeteilt zu haben, dass er sie misshandelt. Stattdessen ging sie zur Polizei und erstattete Anzeige. Dies mache sie noch weniger glaubwürdig. Da die Familie des Mannes eine so genannte „gute Familie“ sei, im Unterschied zu der Familie seiner Frau, wurde das zu Gunsten des Mannes bei der Beurteilung der Schuldfrage gewertet.

 

In dem Urteil wird auch die Aussagekraft von „Amtspersonen“, sprich Polizisten, vor Gericht als weniger wert eingestuft, als die Aussage von „Familienangehörigen“, oder sonstigen „Nahestehenden“.

 

Fazit: Es wurde nicht nach rechtsstaatlichen Regeln geurteilt, sondern nach den Regeln der Scharia.
Besonders der Vorwurf des Gerichts, die Frau habe sich an die Polizei gewandt und sei deshalb weniger glaubwürdig als ihr Misshandler, ist unfassbar.

 

Das Urteil hat die schwedische Öffentlichkeit aufgeschreckt und eine heftige Debatte ausgelöst. Die Debatte scheint aber in die Richtung zu gehen, ob man das Laienrichter-System abschaffen sollte, satt die Gefahr der schleichenden Islamisierung und die damit verbundene Aufweichung des Rechtsstaates zu thematisieren.

Hier kann man den Fall nachlesen:

 

http://www.smp.se/ledare/sharia-i-domstolen/

 

https://www.expressen.se/nyheter/brottscentralen/tingsratten-misshandlad-kvinna-

 

oder heute:

 

https://www.expressen.se/nyheter/anne-ramberg-om-domen-hor-inte-hemma

 

Dank an meine Leserin H.P. für den Hinweis

 

 

Link zum Thema:

 

Vera Lengsfeld, Publizistin, war eine der prominentesten Vertreterinnen der demokratischen Bürgerrechtsbewegung gegen die "DDR"-Diktatur, sie gehörte 15 Jahre dem Deutschen Bundestag als Abgeordnete der CDU an. Vera Lengsfeld publiziert auch in der Achse des Guten und in der Jüdischen Rundschau.

 

 

Foto zur Illustration: Scharia-"Recht" in der Islamischen Republik Iran - Jugendliche werden wegen des "Verbrechens" der Homosexualität öffentlich hingerichtet


Samstag, 10 März 2018






Folgendes habe ich noch aus den schwedischen Medien recherchiert: Das Gericht war gezwungen der Einschätzung der zwei von vier Schöffen zu folgen. Inzwischen sind die beiden Schöffinnen, die für den Freispruch verantwortlich sind, vom Gericht suspendiert. Beide Schöffinnen gehörten der Center-Partei an und wurden nach dem Urteil von ihrer Partei ausgeschlossen oder verließen die Partei freiwillig. Eine der beiden Schöffinnen ist Ebtisam Aldeba und mit Mahmoud Aldebe https://en.wikipedia.org/wiki/Mahmoud_Aldebe verheiratet, Vorsitzender eines einflussreichen schwedischen Islamverbandes mit etwa 100.000 Mitgliedern. Mahmoud Aledebe setzte sich für die Einführung des Scharia-Rechts für Muslime in Schweden ein. Ihre gemeinsame Tochter entwarf eine Kollektion von Kopftüchern, welche nach ihrer Vorstellung in Polizei, Feuerwehr und Militär Verwendung finden sollten, um dem islamischen Kopftuch ein positives Image zu vermitteln. Ebtisam Aldebe stand bei der Center-Partei auf der Liste der Reichstags-Kandidaten. Bei einer erfolgreichen Wahl hätte die Verfechterin der Scharia als Gesetzgeberin über schwedische Gesetze bestimmen können. Die Center-Partei käme, wenn heute Wahl wäre, auf etwa 10% der Stimmen und war ursprünglich eine Bauernpartei, die durch die Integration von Muslimen ihren Einsatz gegen Rassismus und für mehr kulturelle Vielfalt und Offenheit unterstreichen wollte. Warnungen von Islamwissenschaftlern vor einem radikalen Islam wurden von der Parteiführung ignoriert. Gegen das Urteil hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Wenn es dann nicht gekippt wird, dann ist das nicht mehr mein Schweden, wie ich es einst kannte. In Schweden gilt hoffentlich immer noch schwedisches Recht und nichts anderes. Schweden macht sich derzeit große Sorgen um sein Image im Ausland. Nun, wenn es wieder zu seinem früheren hohen Ansehen kommen will, dann darf es für den Imageschaden nicht durch Moralpredigten die "bösen" Medien aus dem rechten Lager dafür verantwortlich machen. Es muss eine Kehrtwende einleiten und wieder in der Realität ankommen.