Araber und Drusen studieren in Siedlung Ariel

Araber und Drusen studieren in Siedlung Ariel




Für rund 11.500 Studenten hat am Sonntag das akademische Jahr an der Universität von Ariel in Samaria begonnen. Unter den Studierenden an der israelischen Hochschule im Westjordanland sind auch etwa 500 israelische Araber und Drusen.

 

"Ariel ist eine große Stadt, die schon seit vielen Jahren existiert und auch ohne mich weiter existieren wird. In diesem Fall muss man die Politik beiseite drängen", erklärte ein Student namens Asad gegenüber der Tageszeitung "Jediot Aharonot". Für ihn sei die Universität unter anderem wegen ihrer Nähe zum Dorf, in dem die Familie lebt, in Frage gekommen, so der 25-jährige Druse aus dem Dorf Hurfisch weiter.

 

Manar Diuani, ein 20-jähriger Araber aus der Ortschaft Taibeh, betonte ebenfalls, er trenne sein Studium von der Politik. "Ich glaube nicht, dass sich irgendwer darum kümmert, wohin ich zur Schule gehe - es zählen nur mein Grad und mein Diplom."

 

Anders sah das die 20-jährige Joana Mussa aus dem arabischen Dorf Abu Snan in Galiläa. Für sie spielt die Politik durchaus eine Rolle. "Alle Studenten in Ariel fürchten, dass der Tag kommt, an denen ihnen gesagt wird, ihre Diplome können nicht anerkannt werden, da sie in den besetzten Gebieten studiert haben. Aber zur Zeit werden unsere Diplome überall anerkannt", so Mussa. Sie schätze besonders, dass es keinen Rassismus an der Hochschule gebe. "Ich bin sehr erfreut, dass uns die Professoren persönliche Aufmerksamkeit schenken und dass es hier keinen Rassismus gibt. An anderen Orten würden die Leute wahrscheinlich Kommentare zu meinem Namen oder meiner Herkunft abgeben, aber hier werde ich als das akzeptiert, was ich bin."

 

Das Universitätszentrum wurde 1982 gegründet. An der Hochschule muss jeder Student pro Semester an einem Kurs zum Thema Judaistik, jüdisches Erbe oder Staat Israel teilnehmen. Zudem muss sich in jedem Unterrichtsraum die israelische Flagge befinden.

 

INN


Montag, 18 Oktober 2010