`Jihadismus muss auf mehreren Ebenen bekämpft werden´

`Jihadismus muss auf mehreren Ebenen bekämpft werden´


Bundesinnenminister de Maizière bei der 54. Münchner Sicherheitskonferenz

An diesem Wochenende trafen sich in München wieder zahlreiche Staats- und Regierungschefs, Verteidigung-, Außen- und Innenminister und andere führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft, um über die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen in der Welt zu diskutieren.

 

Zu den Teilnehmern gehörte auch Bundesinnenminister de Maizière. Der Minister nutzte seinen Besuch für zahlreiche bilaterale Gespräche mit Sicherheitspolitikern und Vertretern aus dem Bereich der IT-Sicherheit. Darüber hinaus nahm de Maizière an einer Podiumsdiskussion zur Zukunft des Jihadismus nach dem militärischen Sieg über den sogenannten "Islamischen Staat" teil.

 

Jihadismus bleibt eine Herausforderung

 

Der militärische Sieg über die Jihadisten habe bisher keine große Rückkehr-Bewegung von für den IS kämpfenden Europäern zur Folge gehabt: "Wir erkennen bisher auch wenig Verlagerungen von Foreign Fighters in andere Regionen", sagte de Maizière.

 

Nach seiner Einschätzung nach verstehe es der IS sehr gut, vorhandene Konflikte und Probleme zu instrumentalisieren und zu verstärken. Für die Radikalisierung gebe es demnach verschiedene Gründe. Dazu gehören vor allem Armut und Perspektivlosigkeit, aber auch korrupte Eliten und fehlende staatliche Stabilität in einigen Ländern der Welt. Weitere Probleme seien der Hass zwischen Schiiten und Sunniten sowie religiöse Spannungen zwischen Christen und Muslimen im Westen.

 

Jihadismus müsse auf mehreren Ebenen bekämpft werden, erklärte der Bundesinnenminister weiter. "Allein über Repression ist der Kampf gegen den Islamismus nicht zu gewinnen. Es hat auch mit Früherkennung und Vermeidung von Radikalisierung in unserem eigenen Staatzu tun. Man muss versuchen, dem IS den Resonanzboden zu entziehen." In den vergangenen Jahren habe die Bundesregierung bereits zahlreiche Maßnahmen durchgesetzt - mehr als in 20 Jahren zuvor, so der Minister.

 

 

Bundesministerium des Inneren


Montag, 19 Februar 2018