Merkel ruft zum Impfen auf

Merkel ruft zum Impfen auf


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgerufen, sich gegen Infektionskrankheiten impfen zu lassen.

Es gelte, Risiken von schwierigen Erkrankungen zu vermeiden, sagt Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Die Impfstoffe würden ständig weiter entwickelt und seien für die allerallermeisten Menschen heute gut verträglich. "Wir wissen zum Beispiel bei Masern, dass wir zum Teil auch wieder steigende Fälle haben, und da kann das Impfen wirklich helfen", so die Bundeskanzlerin.

 

Die Forderung nach einer Impfpflicht macht sich Merkel nicht zu eigen. "Die Hürden für den Staat, so eine Verpflichtung auszusprechen, sind aus guten Gründen in Deutschland recht hoch", erklärt sie mit Hinweis auf das Selbstbestimmungsrecht jedes Bürgers. Deshalb habe man sich für eine Impfberatung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entschieden. "Als mündige, selbstständige Bürgerinnen und Bürger, die wir in Deutschland natürlich sind, sollte jeder diese Entscheidung abwägen", so die Bundeskanzlerin.

 

Anlass für den Podcast ist der Welt-Polio-Tag am 28. Oktober. Früher hätten viele Menschen unter Kinderlähmung gelitten, so Merkel. Die Impfungen dagegen hätten sich als sehr wichtig herausgestellt. Seit langem habe es in Deutschland keinen neuen Fall gegeben, und sie hoffe, "dass das so bleibt".

 

Deutschland sei gegen den Ausbruch von Epidemien gut gerüstet, sagt die Bundeskanzlerin. Es gebe ein sehr gutes Meldesystem mit der Verpflichtung, bestimmte Infektionskrankheiten wie Masern oder Keuchhusten zu melden. Das Robert-Koch-Institut verfolge die Entwicklung ganz genau hohe und verfüge über eine weltweit geachtete Kompetenz.

 

Merkel weist darauf hin, dass sich Deutschland auch international sehr stark engagiert. "Wir geben inzwischen für die internationale Gesundheitshilfe im Jahr 750 Millionen Euro aus", erklärt die Bundeskanzlerin. Im Rahmen der G20-Präsidentschaft habe sich Deutschland zu-dem für ein besseres Warnsystem für Pandemien eingesetzt, "weil wir aus Ebola Lektionen gelernt haben." Deutschland habe sich auch sehr für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation eingesetzt.


Samstag, 21 Oktober 2017