Die heftigen Reaktionen auf Israels Selbstverteidigung sind pure Heuchelei

Die heftigen Reaktionen auf Israels Selbstverteidigung sind pure Heuchelei


Nach der letzten Runde der palästinensisch-arabischen Terrorangriffe auf Israel stellt sich im Bewusstsein der meisten Juden rund um die Welt eine Frage, deren Beantwortung uns unter den Fingern brennt.

von Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 5. April 2002

 

Nach 18 Monaten des Terrorkriegs des palästinensischen Führers Yassir Arafat wundern wir uns: Wie viel jüdisches Blut muss noch vergossen werden, damit die Welt verlangt, dass die Mörder gestoppt werden?


Wie viele Massaker an Juden, die sich auf Passah-Sederfeiern befinden, jüdischen Müttern und Kindern, die Pizza essen, jüdischen Teenagern in eine Diskothek oder jüdischen Café-Gästen müssen noch geschehen, bevor die internationalen Medien, die europäischen Staaten und andere Sympathisanten der palästinensischen Sache beginnen, sich auf die Leiden der Opfer zu konzentrieren, statt auf die der Verbrecher?

Sind hunderte unschuldige tote Israelis genug?

 

Die Antwort ist eindeutig: Nein. Denn die Welt richtet ihre Proteste in der Nachfolge der Passah-Massaker der letzten Woche nicht gegen Arafat und seine terroristischen Verbündeten, sondern gegen die israelische Armee, die versucht, die Mörder in ihren Lagern in den palästinensischen Städten auszurotten.

 

Müssen wir warten, bis die Zahl der jüdischen Leichen in die Tausende geht?

 

Das sind keine frivolen oder rhetorischen Fragen. Denn wenn die Antwort auf unsere Frage unklar ist, dann müssen wir das so verstehen, dass trotz all des endlosen Geredes und der verbrauchten Tinte über den Holocaust sich in den letzten 60 Jahren einige Dinge nicht geändert haben.

 

Wenn die Welt, nach all den Lippenbekenntnissen zur Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Märtyrer und Helden, die im Holocaust zugrunde gingen, Israel erzählen kann, dass seine Menschen nicht schützenswert sind und dass es Zugeständnisse an die terroristischen Mörder als Lösegeld für die Leben derer, die noch nicht ermordet wurden, machen muss, dann sind die Gedenkfeiern zur Shoah vergeblich. Es stimmt, dass die palästinensischen Araber in dem Konflikt gelitten haben und dass dieses schlecht geführte Volk weiterhin leidet. Aber es muss wiederholt werden, dass der derzeitige Konflikt ein Krieg ist, zu dem sich Arafat selbst entschlossen hatte, nachdem er das großzügige israelische Friedensangebot in Camp David im Juli 2000 ablehnte. Und sein Volk umarmte ihn für diese Entscheidung, als es statt dessen den Frieden mit Israel hätte wählen können.

 

Es sind die Palästinenser, die sich entschieden einen Terrorkrieg mit dem Ziel der Zerstörung Israels dem Frieden vorzuziehen sei. Selbst jetzt, nachdem diese selbst zugefügten Wunden so viele arabische Leben gekostet haben, ist das Verlagen Israel anzugreifen zu groß, als dass es ihnen erlaubte, einen Waffenstillstand zu unterschreiben.

Aber viel zu viele Schaulustige – ob nun ignorante Journalisten, naive „Friedensaktivisten“ oder pro-arabische Propagandisten – interessieren sich nicht für die arabische Kampagne zur Zerstörung Israels und den Terrorismus, der sich gegen israelisch Unschuldige richtet.

 

Sie schauen, aber sie sehen nichts. Sie hören, aber sie hören nicht zu.

 

Keine noch so große Beweislast, dass Arafat und die palästinensische Autonomiebehörde sind tief in die Selbstmord-Anschläge und andere terroristische Akte gegen Israelis verstrickt sind, überzeugt sie.

Erklärungen Arafats und der Autonomiebehörde, die klar machen, dass ihr einziges wirkliches Ziel die Zerstörung des Staates Israel ist, werden routiniert ignoriert. Die Voraussetzung, dass es einen Unterschied zwischen der PA und ihren fundamentalistischen Hamas-Verbündeten gibt, hat sich in Luft aufgelöst. Aber ihre mörderischen Attacken auf Israel haben doch tatsächlich heftige Reaktionen gegen Israel produziert statt eine Welle der Sympathie.

 

Die „ausgeglichene“ Berichterstattung in vielen amerikanischen Zeitungen, die atemlosen Berichte der Fernsehkorrespondenten oder die offen pro-arabische europäische Presse machen alle deutlich, dass eine Menge Leute die Mythen akzeptiert haben, dass die israelische „Unterdrückung“ und „Besatzung“ der Palästinenser genauso schlecht, wenn nicht schlimmer als der arabische Terrorismus sind.

 

Dabei spielt es keine Rolle, dass diese „Besatzung“ hätte beendet werden können, wären die Palästinenser Willens gewesen, einer Friedensvereinbarung zuzustimmen. Der Anblick von Juden, die bewaffnet in Selbstverteidigung gegen das Abschlachten ihrer Landsleute aufstehen, ist für die empfindlichen Sensibilitäten der Welt immer noch zu viel.

 

Mehr noch: Obwohl palästinensisch-arabische Selbstmord-Attentäter bei dem, was als Passah-Massaker in die Geschichte eingeht, haufenweise tote Juden zurück ließen, sind die meisten Berichte und Kommentare über die Lage nicht an den jüdischen Opfern interessiert, sondern konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf das Missgeschick des Volkes, das die Bomber hinaus geschickt hat, um so viele Juden wie möglich zu töten und zu verstümmeln.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Israel am stärksten unter dem palästinensischen Terrorismus zu der Ablehnung des Friedens zu leiden hat, wird es von seinen Kritikern und „Freunden“ heftigst unter Feuer genommen, die denken, dass mehr Zugeständnisse es vor sich selbst retten werden.

 

Präsident Bush steht unter enormem internationalen und inländischem Druck, von seiner Unterstützung der israelischen Selbstverteidigung gegen den Terrorismus abzugehen. Was aber diese Kritiker wirklich sagen, wenn sie Bush wegen seines „Nichtstuns“ kritisieren, ist, dass der Präsident einschreiten und Israel unter Druck setzen sollte, den palästinensischen Forderungen nachzugeben und damit die Terroristen für ihre Gewaltkampagne zu belohnen.

 

Hört auf mit den Krokodilstränen

 

In dieser Woche der Trauer, die Yom Hashoah vor an ging – dem Tag der Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden, der am 9. April begangen wird – können wir denen, die Israel zum Sündenbock machen und dem jüdischen Leiden gleichgültig gegenüber stehen, nur sagen:

 

Tut uns die leeren Phrasen der Sympathie für die europäischen Juden, die vor sechs Jahrzehnten von Tätern des Bösen getötet wurden, nicht mehr an, wenn ihr kein Mitgefühl für ihre Nachkommen in Israel habt, deren Blut heute vergossen wird.

 

Wenn ihr bereit seid, den leben israelischen Staat zu opfern um die palästinensischen Begierden zu befriedigen oder ihm das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen, wenn seine Bevölkerung geschlachtet wird, dann erspart uns die Krokodilstränen für die von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordeten Juden und , denn niemand kümmerte sich genug, um die Mörder aufzuhalten.

 

So gesehen ist es ein Zufall, dass der Anstieg des Antisemitismus in Europa – durch die jüdischen Einrichtungen in Belgien und Frankreich belegt, die letzte Woche abgebrannt und verwüstet wurden – zu einer Zeit geschieht, in der der gegen Israel gerichtete arabische Hass von genau diesen Ländern toleriert wird.

 

Die Schreie der Gefallenen in Israel dürfen durch die Amerikaner – Juden wie Nichtjuden – nicht unbeantwortet bleiben.

 

 

Übersetzt von Heplev


Freitag, 20 Oktober 2017