Vor der Bundestagswahl: Der hartnäckige Widerstand gegen die Realität

Vor der Bundestagswahl:

Der hartnäckige Widerstand gegen die Realität


Das Interessante an der offiziellen deutschen Politik besteht vor allem darin, dass sie sich gegen den Widerstand der Wirklichkeit durchsetzen lässt.

von Ramiro Fulano

 

Nach seinem jüngsten Interview im deutschen Staatsfunk kam der einflussreiche britische Unterhausabgeordnete John Redwood zu dem Schluss, dass alle an ihn gerichteten Fragen auf der Annahme basierten, das Vereinigte Königreich würde in der EU verbleiben - während in Westminster bereits alle Weichen dafür gestellt werden, dass die Wiedererlangung der vollen demokratischen Selbstbestimmung für Groß Britannien so nahtlos wie möglich verläuft.

 

Dies ist eine Tatsache, die sich der Wahrnehmung von Stasi-Angies Propagandabrigade offensichtlich entzieht oder bewusst aus der offiziellen Politik ausgeblendet werden soll, weil man an maßgeblicher Stelle zu der Ansicht neigt, man könne die Wirklichkeit seinem intellektuell kurzgehaltenen Staatsvolk gerade nicht zumuten.

 

Aber auch besagtes Staatsvolk selbst wurde darauf gedrillt, die Dinge nicht immer so zu sehen, wie sie scheinen: Die Mullahs meinen es schließlich nicht „so“, wenn sie Israel mit der Vernichtung drohen. Und dass die Damen und Herren vom Islamischen Staat keine „echten“ Moslems sind, hat sogar der dümmste Sozialdemokrat längst kapiert. Ebenso, dass Onkel Kim aus Nord-Korea ein guter Mensch sein könnte - wenn der böse Trump nicht wäre.

 

Mit anderen Worten: Nach einer Generation medialer Dauerbeschallung durch linksalternative BescheidwisserInnen jederlei Geschlechts hat man sich bereits daran gewöhnt, dass gar nicht mit gar nichts zu tun hat. Die Terrorwelle in den letzten beiden Jahren hat nichts mit Krisen-Angies großzügiger Einladungspolitik auf Kosten der einheimischen Steuerzahler zu tun, und wenn doch, dann ist das keineswegs Entscheidungen aus dem deutschen Bundeskanzlerinnenamt geschuldet, sondern Umständen und Sachzwängen. Wie praktisch, dass sich die Wirklichkeit nicht wehren kann.

 

Wir erleben derzeit das Scheitern einer Außenpolitik, wie sie in Berlin maßgeblich Frau Dr. Merkel verantwortet hat. Der iranische Mullah-Staat und das nordkoreanische Arbeitslager konnten sich durch „kritischen Dialog“ und „diplomatische Lösungen“ mit „Europa unter deutscher Führung“ in den Besitz von Atombomben und geeigneten Trägersystemen bringen. Und als ob das Scheitern ihrer offiziellen deutschen Politik nicht bereits zu offensichtlich wäre, behauptet die übliche Verdächtige ungeniert, nur noch mehr Diplomatie könne die Welt vor dem atomaren Holocaust retten. Weil ja mehr desgleichen alle Probleme löst, siehe „Mehr Europa“.

Was diplomatische Lösungen in Wahrheit anrichten, ist eine Verteuerung militärischer Interventionen. Nur ist das ein Preis an Leib und Leben, den nicht Frau Dr. Merkel zahlen muss. Denn derlei Kosten wälzt sie auf die NATO ab - in die sie zwar nicht mal jene Eurocents einzahlt, zu denen sie sich verpflichtet hat, aber von der sie dennoch vollen Schutz und „Solidarität“ erwartet. Ganze Leistung zum halben Preis? So viel Sozialismus gab es nicht mal in der DDR, liebe Bundeskanzlerin. Aber da musste Stasi-Angie vermutlich nie einkaufen gehen…

 

Während die deutsche Bundesregierung und ihr EU-Vehikel in Brüssel ihre eigene Parallelwelt erzeugen, geht diesseits des bürokratisch-medialen Ereignishorizonts das wirkliche Leben ungehindert weiter. Und da wäre es vielleicht ganz schön, wenn die Bundeskanzlerin erst mal jene Probleme abarbeitet, die sie bereits produziert hat - bevor sie neue schafft.

 

Denn während Problem-Angie davon träumt, sich mit den Kims und Mullahs dieser Welt erneut zu jener „diplomatischen Lösung“ durchzuringen, die uns die gegenwärtige Krise überhaupt erst eingebrockt hat, werfen wir doch bitte mal einen Blick auf die diesbezüglichen Errungenschaften der letzten dreißig Jahre. Bereits Bill „Oral Office“ Clinton träumte schließlich davon, die Kims aus Nord-Korea politisch zu zähmen. Das Ergebnis: Inzwischen kann die nordkoreanische Juche-Familie die halbe Welt bedrohen. Genauso lief es im Fall des Irans mit dem „kritischen Dialog“, wie ihn erst Rotgrün und dann die GroKo betrieb.

 

Natürlich ohne, dass es die Ökopathen störte. Im Gegenteil: Die Grünen sind zwar gegen Atomkraft, die der Stromerzeugung dient und jene Umverteilung von unten nach oben im Bereich der „Erneuerbaren Energien“ gefährden könnte, von der sie ihre Eigentumswohnungen in den derzeit angesagten Szenelagen abbezahlen. Aber Iran und Nord-Korea können den Ökopathen gar nicht nuklear genug sein. Was nebenbei eine interessante Selbstauskunft seitens der unverbesserlichen Moralweltmeister aus der „Partei des Friedens“ darstellt.

 

Aber auch in der EU-Außenpolitik ist es mit „Frieden, Frieden, Frieden!“ made in Germany nicht weit her. Erinnern wir uns, liebe Leserinnen und Leser, doch mal wieder an die gescheiterte Ukraine-Offensive der EU: Wochenlang wurde die Position der demokratisch legitimierten Regierung in Kiew von Brüssel und Berlin strategisch unterminiert, bis Osteuropa kurz vor einer militärischen Auseinandersetzung stand - die selbstverständlich nicht die EU, sondern die NATO hätte ausfechten müssen.

 

Dieselbe NATO, von der die EU sich sicherheitspolitisch jahrzehntelang durchfüttern ließ, ohne den entsprechenden finanziellen und personellen Beitrag zu leisten.

 

Das Interessante ist, dass die offizielle Außenpolitik zwei sich gegensätzlich ausschließende Versprechen machen kann: Sie gibt sich pazifistisch gegenüber Aggressoren (Mullahs, Kims) und tritt aggressiv auf gegenüber Staaten, die ihr bislang nicht geschadet haben (Konfrontationskurs gegenüber Russland). Was, wie gesagt, eine interessante Selbstauskunft hinsichtlich der moralischen Belastbarkeit dieser Regierung darstellt.

 

In einem Wort: Die Außenpolitik des Merkel-Regimes basiert auf dem, was George Orwell bereits vor 70 Jahren als Doppeldenk bezeichnet hat. Die Fähigkeit, zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen als gleichermaßen wahr zu betrachten. Aber man hat ja nicht erst seit gestern den Eindruck, die deutsche Linke würde den Roman „1984“ weniger als abschreckendes Beispiel, sondern als ihr politisches Vorbild verstehen.

 

Und nun noch einmal zurück zu John Redwood MP. Natürlich weiß man in Berlin, dass Krisen-Angies Konfrontationskurs in den Brexit-Verhandlungen die deutsche Wirtschaft und die einheimischen Steuerzahler in einer nicht allzu fernen Zukunft viel Geld kosten wird. Und man weiß selbstverständlich ebenso, dass die Verhandlungen unter Führung von Michel Barnier aus Sicht der EU bereits jetzt so gut wie gescheitert sind. Aber man verrät kein Wort davon dem Staatsvolk.

 

Und man wird unter Führung der deutschen Bundeskanzlerin auch weiterhin dafür sorgen, dass dieser Umstand jener Wählerschaft, die in anderthalb Wochen zur Bundestageswahl aufgerufen ist, vorenthalten wird. Und wenn verschweigen nichts mehr nützt, wird man zunächst behaupten, es wäre alles halb so wild und gar nicht so gemeint, wie es gesagt wurde. Und wenn das wider Erwarten nichts hilft, wird man den Briten die Schuld geben - nicht obwohl, sondern weil Berlin sich die Brexit-Misere durch seine Intransigenz in den EU-Verhandlungen selbst eingebrockt hat.

 

Wenn man jetzt mal zusammenrechnet, welche Kosten entstehen, wenn Germany nicht nur für das Brexit-Loch im EU-Budget aufkommen, sondern zudem auch noch Importzölle in seinem drittgrößten Exportmarkt bezahlen muss, und außerdem bedenkt, welche Kosten Frau Dr. Merkel bereits durch ihre großzügige „Willkommenskultur“ produziert hat und weiterhin produzieren wird (25 Milliarden Euro pro Jahr, bzw. 1.000 Euro p.a. pro Steuerzahler), stellt sich die Frage, ob Krisen-Angie ein Luxus ist, den man sich noch lange leisten kann. 

 

 


Mittwoch, 13 September 2017