Auswärtiges Amt zu Türkei-Reisen: Lachen am Sonntag

Auswärtiges Amt zu Türkei-Reisen:

Lachen am Sonntag


Also ich finde, es sollte kein Wochenenede und keinen Sonntag geben, ohne Grund für gute Laune und herzhaftes Lachen - besonders in dieser Zeit, in der es für uns alle täglich weniger und weniger Anlass für unbeschwerte Heiterkeit gibt.

von Dr. Rafael Korenzecher

 

Unser aller aufrichtiger Dank sollte daher für dieses Mal dem Auswärtigen Amt unserer Republik gelten, für dessen heutigen Zustand faktisch gleich zwei wundervolle Politiker und SPD-Genossen, Herr S.Gabriel und unser jetziger Bundespräsident Herr F.-W. Steinmeier, verantwortlich zeichnen.

 

Dort nämlich habe ich unverändert noch heute (Sonntag, 3.09.) zum Thema Reisen in die Türkei als Einleitung unter Allgemeine Reiseinformationen das mitgepostete, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium entstandene Lach-Dich-Gesund Bonmot des Tages gefunden.

 

Und weil das nicht genug ist, heißt es dort weiter : "Wie auch in anderen Urlaubsländern gibt es jedoch einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um einen sorglosen Aufenthalt verbringen zu können."

 

" Wie auch in anderen Ländern" und "sorglosen Aufenthalt verbringen" ---- als wäre da nichts gewesen. Na dann, dann ist doch alles bestens.

Statt das Land, das sich -- auch mit Hilfe der hier ansässigen türkischen Doppelpassbesitzer -- freudig und freiwillig dem Panislamisten, Demokratieverächter, Israelhasser und Antisemiten Erdogan unterworfen und längst zu einem Islam-dominierten Unrechtsregime gewachsen ist, aus der NATO zu religieren und vor allem auch die Turkish Airlines aus der Star Alliance der Lufthansa zu entfernen, um deutsche Bürger nicht in Gefahr zu bringen, sich auf einem Share-Code Flug unversehens und unbeabsichtigt an Bord dieser Airline im Hoheitszugriff des türkischen Regimes wiederzufinden, bietet uns das Auswärtige Amt -- als wenn wir in der Merkel'schen Tagespolitik nicht schon genug davon hätten -- weiteres Türkei- und Islamappeasement und diffamiert andere Länder durch Gleichstellung mit dem "failed state" Erdogans.

 

Eine Reise nach Israel dagegen muss nach Ansicht des Auswärtigen Amtes wohl eine Reise, wenn schon nicht in die Hölle so doch zumindest ins selbstverschuldete und massiv Risiko-behaftete Ungewisse sein. Jedenfalls findet sich neben zahllosen Warnungen ein auch nur annähernd freundlicher Hinweis für dieses einzige stabile Demokratie in der gesamten Region an keiner Stelle der entsprechenden Veröffentlichung des Außenministeriums.

 

Einseitige Erblindung, Islamanbiederung und Double-Standard ---- Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland --- glaubt man den Umfragen drei Wochen vor der Bundestagswahl 2017, scheint dies alles den deutschen Wähler nicht zu beeindrucken. Nibelungen-treu und zuverlässig wird er diese Politik wohl auch weiterhin durch sein Wahlkreuz -- ach nein Kreuz ist ja politisch wohl nicht mehr akzeptabel -- durch seine wie auch immer gekennzeichnete Stimmabgabe bestätigen.

 

 

 

Dr. Rafael Korenzecher ist Herausgeber der Jüdischen Rundschau und Mitglied des Koordinierungsrates deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus.

 

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Dienstag, 05 September 2017





Man könnte über den Artikel schmunzeln. Die Türkei aus der NATO ausschließen? Nur was oder wer kommt nach Erdogan? Dann evtl. wieder in die NATO rein? Falls unsere Regierung einen Ausschluss der Türkei fordern würde, gäbe es phantastischen Ärger mit dem großen Bruder in den USA. Wo kämen wir denn hin, wenn wir einen strategisch so herausragenden Staat einfach Russland in die Arme treiben würden? Soll Syrien auf dem Landweg von Russland unterstützt werden? Mit dieser Forderung ist Dr. Korenzecher weit über das Ziel hinausgeschossen.

Nein, es gäbe keinen Ärger mit den USA. Als Erdogan in Washington war, brach Präsident Trump nach 15 Minuten (einschl. Dolmetscherzeit) das Gespräch ab und Erdogan musste das Weiße Haus verlassen. Und die neue US-Regierung setzt - trotz massiver Proteste Erdogans - die Waffenlieferungen an die Kurden in Syrien nicht nur fort, sondern dehnt sie weiter aus. Dazu hat die neue US-Adsministration klargestellt, daß es zu einem unabhängigen kurdischen Staat keine Alternative gibt. Der Stern der Türkei ist nicht nur am sinken, er ist geradezu abgestürzt.