Nahost-Konflikt: Parallelwelt Berlin

Nahost-Konflikt:

Parallelwelt Berlin


Dem US-Präsidenten Donald J. Trump zuzusehen und zuzuhören, wie er über »fake news media« monologisiert, ist kein Vergnügen. Muß man dann aber in der Mitschrift eines vom Kanzleramt zu verantwortenden »Interviews« in einer Frage lesen, »die neue US-Administration« habe »sich kürzlich von der Zweistaatenlösung distanziert«, wünscht man ihn sich in die deutsche Hauptstadt.

Skandalös ist dabei freilich weniger, daß ein als »Politikstudent aus Bielefeld« vorgestellter Boris Itkis eine Unwahrheit behauptet, schlimmer ist, daß die, die sich da befragen läßt, dieser Lüge nicht widerspricht. Da warnt man auch in ihrem Haus vor den »fake news«, die womöglich Wahlsiege gefährden, doch dann schafft Angela Merkel es nicht, einen, der es nötig hätte, zurechtzuweisen.

 

Denn natürlich hat sich die neue amerikanische Regierung nicht von einer »Zweistaatenlösung distanziert, die die internationale Staatengemeinschaft jahrzehntelang für Israelis und Palästinenser verfolgt hat«, sondern erklärt, auch für Alternativen offen zu sein, sofern sich die Konfliktparteien auf sie einigen sollten. Und später bekräftigte Donald J. Trump, »I like the two-state solution«.

 

Klingt das wie eine Distanzierung? Hat sich auch die deutsche Kanzlerin von der Zwei-Staaten-Lösung verabschiedet, erläuterte sie ihrem Gesprächspartner, »ich glaube [!], dass wir auf dem Weg zu einer Zweistaatenlösung weitermachen müssen«? Deutscher Journalistennachwuchs und ein Kanzleramt, das ihn gewähren läßt, könnten in der Tat mit einer Antwort überfordert sein.

 

 

tw_24


Montag, 27 Februar 2017






Soviel zu Donalds Aussprüchen und dem was die Medien daraus machen. In der FAZ von Heute ist ein netter Artikel "Bush stärkt Medien gegen Trump". Komisch, bin ich der Einzige der sich daran erinnern kann, dass D.T. sich im Wahlkamp0f gegen das "politische Establishment" ausgesprochen hat? Bush ist doch ein Obermitglied dieser Truppe.