Massenmördergedenken in Wien

Massenmördergedenken in Wien


Im Wiener Donaupark soll im Oktober 2017 ein Denkmal für den vietnamesischen Diktator und Massenmörder Ho Chi Minh eingeweiht werden.

von Vera Lengsfeld

 

Dafür hat der Gewerkschafter Marcus Strohmeier aus dem Kuratorium der „Gesellschaft Österreich Vietnam“ erfolgreich im Wiener Rathaus lobbyiert.

 

Bisher wird der Vorgang nicht kontrovers diskutiert. Strohmeiers Parteikollege, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), ist offenbar gerade zu sehr mit der Debatte um den Wiener Heldenplatz beschäftigt. Der Platz ist nach zwei österreichischen Feldherren benannt, die in Schlachten gegen Napoleon und die Türken vor Wien glänzten. Mailath-Pokorny hält die Erinnerung an die beiden Militärs nicht mehr für zeitgemäß. Gegen den Militär, Massenmörder und Kriegsverbrecher Ho Chi Minh scheint er aber nichts zu haben.

Die Verfolgten des kommunistischen Regimes in Vietnam, die als „Boat People“ nach dem Sieg des Vietcong in den Westen flüchten konnten, sehen das allerdings anders.

 

In einem offenen Brief hat sich Dr. Hong-An Duong vom Forum Vietnam 21 deshalb an die Oberamtsrätin Frau Mag. Ursula Schwarz von der Kulturabteilung der Stadt Wien gewandt: „Die dünne Schicht der Herrschenden in Vietnam wird sich darüber freuen, dass Wien mit dem Denkmal kostenlose Propaganda für die Machthaber im heutigen Vietnam leistet“, kritisiert Hong-An Duong das geplante Denkmal für den Massenmörder. Mit einem Denkmal für Ho Chi Minh mache Wien „einen Tyrannen zum Helden“.

 

Dem Schreiben von Hong-An Duong schließt sich auch Dr. Thanh Nguyen-Brem vom „Verein zur Wahrung der Menschenrechte in Vietnam“ an. In einem Brief an Bürgermeister Dr. Michael Häupl schreibt Nguyen-Brem, er könne sich nicht erklären, „warum ein demokratischer Staat wie Österreich es nötig hat, einen blutrünstigsten Kriegsverbrecher zu ehren“. Er bittet Häupl höflichst darum, „von diesem Schandmal Abstand zu nehmen. Zur Ehre Österreichs und der Opfer des Regimes in Hanoi.“

 

Bitte unterschreiben Sie auch diese Petition an Bürgermeister Häupl: „KEIN DENKMAL FÜR HO CHI MINH IN WIEN

 

 

Link zum Thema

 

Vera Lengsfeld, Publizistin, war eine der prominentesten Vertreterinnen der demokratischen Bürgerrechtsbewegung gegen die "DDR"-Diktatur, sie gehörte 15 Jahre dem Deutschen Bundestag als Abgeordnete der CDU an. Sie publiziert u.a. in der Achse des Guten und in der Jüdischen Rundschau.

 

 

Foto: Personenkult um Massenmörder - die kommunistischen Diktatoren Mao und Ho Chi Minh auf einer Briefmarke Vietnams (Foto: von State of Vietnam post office [Public domain], via Wikimedia Commons)


Donnerstag, 23 Februar 2017





Zu Ihrer Anmerkung "Foto: Personenkult um Massenmörder - die kommunistischen Diktatoren Stalin und Ho Chi Minh auf einer Briefmarke Vietnams" Da ist kein Stalin! Die Marke ist 1954 erschienen; Stalin ist 1953 gestorben. Auf dem Postwertzeichen sind abgebildet: Georgi Maximilianowitsch Malenkov (von 1953 bis 1955 Regierungschef der UdSSR), Ho Chi Minh, Mao Zedong. Im Hintergrund sind die Flaggen der Sowjetunion, Nordvietnams und der Volksrepublik China zu sehen.

Da Sie, wie ich festgestellt habe, Stalin mittlerweile durch Mao ersetzt haben, kann meine Zuschrift vom 23.2.2017 gelöscht werden. Und natürlich braucht dann auch diese hier gar nicht erst das Licht der Welt zu erblicken!