"Kritischer Journalismus" zu Israel - Made in Germany

"Kritischer Journalismus" zu Israel - Made in Germany


Wer sich von deutschsprachigen Medien über das Geschehen in Israel informieren läßt und glaubt, dabei so wahrheitsgetreu wie möglich unterrichtet zu werden, irrt wohl in den meisten Fällen. Was die Medien bis hin in den Mainstream als »Nachricht« abliefern, ist nicht selten manipulativ oder so offenkundig falsch, daß man sich ob der Stümperei tatsächlich nur noch beleidigt fühlt.

Seit etwa zwei Monaten beschäftigt das Schicksal eines in israelischer Administrativhaft in einen Hungerstreik getretenen »Palästinensers« Medien und Öffentlichkeit in den umstrittenen Gebieten. Bilal Kayid, ein Mitglied der Terrororganisation PFLP, war 2001 festgenommen und wegen seiner Beteiligung an der Ermordung eines Polizisten zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt worden.

 

Am Tag seiner erwarteten Freilassung wurde der »Palästinenser« jedoch von israelischen Behörden in Administrativhaft genommen, gegen die er seither mit einem Hungerstreik »protestierte«, den er jetzt beendet: Israel hat zugesichert, Bilal Kayid im Dezember zu entlassen. Das ist – in groben Zügen – jedenfalls die Geschichte, die »palästinensische« Medien seit zwei Monaten erzählen.

 

Doch mit der Einigung auf eine Freilassung Bilal Kayids im Dezember interessiert sich plötzlich auch Der SPIEGEL für den Verbrecher – und erzählt eine völlig andere Story: »Bilal Kayed hatte seinen Protest im Juni begonnen, als er eine sechsmonatige Verwaltungshaft in Israel angetreten musste – ohne Anklage. Anschließend sollte eine Gefängnisstrafe von mehr als 14 Jahren folgen.«

 

Bei dieser Darstellung stimmt ganz offensichtlich nicht nur die Grammatik nicht. Hat Bilal Kayid tatsächlich eine im übrigen verdiente vierzehnjährige Haft hinter sich, hatte er sie beim SPIEGEL erst noch vor sich: »Diese wird nun jedoch ausgesetzt«. Woher er dieses Exklusivwissen hat, bleibt das gehütete Geheimnis desSPIEGEL. Mit der Realität freilich hat es ungefähr nichts gemein.

 

Die Zeit behauptet Gesetzesinhalte, die niemand beschlossen hat, das deutsche Staatsfernsehen eineWassernot, die nicht einmal darauf spezialisierte »NGO« beklagen, und nun schreibt Der SPIEGEL Geschichte neu, indem er einem »Palästinenser« vierzehn Jahre seines Gefangenen-Daseins einfach streicht. Was könnte man solchen Leuten eigentlich noch glauben? Das Horoskop?

 

 

tw_24


Donnerstag, 25 August 2016






Zum Thema Bilal Kayed kann ich leider nichts beitragen da ich hier keinerlei Hintergrundwissen habe. Aber zur deutschen Systempresse, so genannt da sie sich in typisch deutschem vorauseilendem Gehorsam dem politischen Mainstream schon über-untergeordnet hat. Neben kruden Theorien und unzähligen offensichtlichen Lügen werden vorliegnede Fakten im Interesse der Ideologischen Darstellung oft so weit verdreht dass es hier am Ende schon peinlich auffällt. Leider ist es immer wieder so dass in Ländern in denen die Demokratie und die Pressefreiheit fallen die intellektuelle Qualität des öffentlichen Diskurses stark fallen.Früher hatten die Artikel z.B. in der Zeit teilweise schon literarische Qualität und heute ist es nur noch dumpfes linksideologisches Geschreibsel auf Schülerzeitungsniveau. Oberhalb der Bildzeitung tut sich in der deutschen Presselandschaft nicht mehr viel und die Bild ist so schlecht wie immer.