Jihad-Terror in Europa: Totengräber

Jihad-Terror in Europa:

Totengräber


Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland kondolierte dem franzsischen Staatsprsidenten in einem persnlichen Schreiben. Dass Frankreich erneut von menschenverachtendem Hass heimgesucht wurde, so Frau Merkel in ihrem Wisch, der einem Standardbrief von der Stange glich, erfllt uns alle in Deutschland mit tiefer Trauer.

von Shanto Trdic

 

Uns alle – damit waren also wieder WIR gemeint. Natürlich durfte dieses ätzende, allzu abgewetzte Wörtchen im Folgenden nicht mehr unausgesprochen bleiben: „Wir nehmen besonders Anteil an der Ermordung eines Mannes des Friedens und der Barmherzigkeit.“ Dann, als ginge es um irgendeine Randgruppe oder Minderheit: “Wir (sic!) verurteilen den Angriff auf gläubige Christen in Frankreich auf das Schärfste.“ Klingt fast, als gäbe es da eine peinliche Kluft zwischen uns (wir) und denen (gläubige Christen). Den meisten Europäern ist der Glaube an den lieben Gott ohnehin längst abhanden gekommen. Das WIR ist nur ein bequemer Schutzpanzer, hinter dem sich der Einzelne aus Angst oder Verlegenheit versteckt. So auch die Mutti der Nation. Der Rest ihres braven, irgendwie müde wirkenden Gestammels rückte nichts mehr zurecht, presste vielmehr die üblichen Floskeln in drei unverbindliche, abschließende Sätze: “In diesen Tagen gemeinsamer Herausforderungen ist Deutschland seinen französischen Freunden auf das Engste verbunden. Uns eint die Trauer und die Anteilnahme für die Opfer. Uns eint aber auch die feste Überzeugung, dass wir den Terrorismus gemeinsam besiegen werden.“ Zusammengefasst: Wir sind Mensch.

Ich will niemandem vorschreiben, wie er oder sie eine Kondolenz zu notieren hat. Es gibt Dinge, die haben in einer Beileidsbekundung nichts zu suchen. Aber jenseits der üblichen Phrasen, die keiner mehr hören kann, hätte man von der mächtigsten Frau der Welt, zu der sie das Forbes-Magazin gleich sechsmal kürte, immerhin erwarten können, dass sie sich zum Vorgang als solchen äußert: konkret und ohne die üblichen Verallgemeinerungen. Wie ordnet sie eine Tat wie diese überhaupt ein? Lesen sie genau: davon ist bei Mama Merkel keine Rede. Hinter einem Schleier aus wohltönenden Unverbindlichkeiten verschwindet das nordfranzösische Saint-Étienne-du-Rouvray gleich einem Spuk: so austauschbar wie kaum zu greifen. Das die begleitende Blasphemie ohne Beispiel, ohne Vorbild ist (im Europa der Neuzeit), will der Pastorentochter aus der Uckermark nicht in den Sinn kommen. In ihrer ´Traueranzeige´ bleiben folglich auch die Täter anonym. Ihr ´menschenverachtender Hass´ wird erwähnt, nicht aber sie selbst. Dies geschieht weniger aus Abscheu, mehr aus Kalkül: damit spricht man automatisch den Rest der Menschheit frei, auch wenn eine beachtliche Minderheit dieser Menschheit die Tat für einen Segen, die getöteten Menschen für Kafire und die Töter selbst für Lieblinge des Einen, Einzigen hält. So empfinden sie das tatsächlich, das darf nicht verschwiegen werden, das muss endlich einmal klipp und klar heraus, die ´Gelegenheit´ war insofern mehr als günstig, aber WIR – unser Name sei Mensch – wollen doch bitte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Fein raus.

Von den Opfern wird immerhin das tödlich getroffene, nein: rechtgläubig massakrierte gewürdigt, wiewohl erneut in diffuser Verallgemeinerung (ein Mann des Friedens und der Barmherzigkeit), die auf Lebenszeit Traumatisierten aber trächtigen schon keinerlei weitere Beschäftigung mehr. Bekanntlich floriert in Deutschland die Täterfürsorge, den Opfern spucken schon die gesetzlichen Krankenkassen in die trübe Suppe.

 

Oft reichen wenige Worte, um der Wahrheit auf die Schliche zu kommen. Oft fehlen sie auch – um Tatsachen zu verschleiern. Konkret: Muttis Geschwiemel kommt ohne ´Kirche´, ´katholisch´ oder einfach nur ´Gottesdienst´ aus. Vom IS und dem Islam darf, sind wir so richtig traurig, auch und erst recht nicht die Rede sein. Dass in Europa erstmals Priester und Nonnen angegriffen werden, weil sie Priester und Nonnen sind, wird also nicht thematisiert, hier errichtet die verbandsoffizielle Sprachregelung eine weitere, sehr strenge Bannmeile. Wer sie hinter sich lässt muss feststellen: Jene, die sich auf den Islam berufen, morden Menschen, die sich noch als Christen empfinden.

Die Kanzlerin der Herzen hat in der Vergangenheit allzu oft von einer europäischen Wertegemeinschaft philosofaselt. Der Terror rechtgläubiger Häscher macht vor den Grundlagen dieser allzu diffus gefassten Werte nicht länger halt. Wer aber fühlt sich jenseits abgedroschener Beteuerungen den jüdisch-christlichen Wurzeln abendländischen Selbstverständnisses noch verpflichtet? Der Brief der Kanzlerin beweist, dass schon als peinlich empfunden wird, sie überhaupt zu benennen. Damit hat gerade die Gegenseite überhaupt kein Problem. Von den sehr konkreten Motiven der Mörder und ihren noch viel konkreteren Angriffszielen sprechen sicher auch die Geheimdienste in austauschbaren Metaphern. Wie anders tönt die (ver)öffentliche Meinung, wenn rechte Idioten zu randalieren beginnen. Die üblichen Sprachverbote haben dann keine Geltung mehr und jeder kann mit den erprobten Begriffen unbekümmert um sich werfen. Murkst aber einer von den Erwählten den Priester in der Kirche ab, hält man sie ängstlich unter Quarantäne. Hinter derlei Phrasen-Selektion kommt weniger Dummheit, sehr viel mehr die Feigheit jener zum Ausdruck, denen der Hintern schon auf Grund gegangen ist.

 

Selbst das Oberhaupt der katholischen Kirche, in dieser ´Angelegenheit´ wahrlich berufen, mahnend das Wort zu ergreifen, macht sich die Kunst des Verschweigens zu eigen. Auch sein ´Beitrag´ gleicht einem kalten Furz: sang- und klanglos abgesondert. Der selige Franz bezeichnete, wie uns in einem irrsinnig kurzen, knappen Statement mitgeteilt wird, den Anschlag als ´sinnlose Gewalt´, teile ´Schmerz und Entsetzen´ der Betroffenen und bete für die Opfer. Fertig. Bezeichnend, dass dann einer seiner Hofschranzen wieder das übliche WIR bemüht, um immerhin etwas konkreter zu werden, unter Erwähnung jener Substanz, von der die größte Glaubensgemeinschaft der Welt an wahrlich letzten Resten zehrt. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi: “Wir fühlen uns eng mit der französischen Kirche, dem Bistum von Rouen und dem französischen Volk verbunden. Wir sind besonders betroffen, weil diese entsetzliche Gewalt mit der barbarischen Ermordung eines Priesters in einer Kirche stattgefunden hat, einem heiligen Ort, wo die Liebe Gottes verkündet wird.”

 

Sie haben längst gemerkt, was auch hier schon wieder fehlt. Keiner verlangt vom Kirchenstaat, das er wie weiland Clairvaux einen Kreuzzug verkündet. Aber man kann, man muss einfach erwarten, dass die Schuldigen, die unsere Feinde sind, immerhin benannt werden. Auch von den Vertretern des Allmächtigen auf Erden. Wenn von Taten die Rede ist, dann bitte auch von den Tätern! Keine Schuld ohne Schuldige, deren Schande weiß Gott nicht einzig die ´entsetzliche Gewalt´ ist, derer sie sich immer wieder mit Hingabe widmen. Dieselbe ist ja im Ergebnis nur Folge eines ungleich größeren Frevels, der ganz einfach darin besteht, dass solche Menschen freien Willens, ja: fröhlichen Herzens entschieden haben, Unschuldige zu morden: für den IS – und ja: für den Islam. Dass der Vatikan, dem die Gläubigen Europas schon seit Jahrzehnten in Scharen weglaufen, diese ´Sache´ nicht einmal dazu nutzte, sein weltanschauliches Selbstverständnis in Erinnerung zu bringen, zeigt an, dass er die sakrale Deutungshoheit entweder auf jene Ärgerlichkeiten reduziert, mit denen er die verbliebenen Gläubigen so gerne ärgert (Gebrauch von Pille und Kondom usw.) oder aber in Konkurrenz zur humanitären Weltverbesserungsanstalt das Einmaleins von Friede, Freude, Eierkuchen herauf und herunter betet. Damit ist uns aber sowas von geholfen.

 

Was die deutsche mit der französischen Nation verbindet reicht weit in die Vergangenheit zurück. Aber jene von Historikern alter Zunft beschworene karolingische Schicksalsgemeinschaft ist im Windschatten schnöder Geschäfte und Abmachungen zunehmend dem Verfall, der Erosion ausgesetzt. Passend zu den Beileidsbekundungen, die man zur Not auswendig lernen kann, krankt Kerneuropa an Altersgicht und Greisenstarrsinn. In der Begegnung mit dem wirklich Bösen bleibt guter Rat teuer. Zwar fuhrwerken die Regenten unserer Nationen zunehmend in aller Welt herum und kitzeln damit üble Antagonismen aus der Reserve, aber deren grausigen Erscheinungen oder Inkarnationen tatkräftig zu begegnen will ihnen auch nicht glücken.

 

Nirgends wurde und wird das dieser Tage deutlicher als im Umgang mit unseren ´Verbündeten´ aus der Türkei.

Wir halten es auch weiterhin für geboten, den Henker Erdogan zu kritisieren. Das kostet (uns) nicht viel. Mittlerweile dürfte den letzten Zweiflern und Duckmäusern klar geworden sein, was sich in der Türkei zusammenbraut, dazu hätte es auf lange Sicht keines Putsches bedurft, aber wenn ein Häuflein Verwegener tatsächlich die Kühnheit besitzt, den Leviathan direkt herauszufordern, dann ist das oft erst später und fast nie in Echtzeit eine unerhörte Heldentat (Bsp. Stauffenberg) oder aber ´Stümperei´ gewesen. Frei nach dem Motto: Mal abwarten, wie die Sache läuft. Ob 20. Juli 1944 oder 15. Juli 2016: in beiden Fällen stand die Mehrheit des Volkes NICHT auf Seiten der Empörer, dennoch kommt es am Ende zu jeweils divergierenden Einschätzungen. Bevor sich die Experten ihr schiefes Bild zurechtgeschmiert haben, hat längst jene klammheimliche Zäsur stattgefunden, die von selbst darüber entscheidet, was noch gesagt und geschrieben werden darf und was (besser) nicht.

 

Keiner, aber nicht ein einziger, der im Anschluss an die Niederschlagung des dubiosen Staatstreiches wagte, den Usurpatoren auch nur ein Minimum an Respekt zuzubilligen. Dass eine Schar zum Äußersten Entschlossener wagte, wider die türkische Volksgemeinschaft (besser: Volksfront) eine Despotie herauszufordern, wurde schnell als peinlich empfunden. Diese Leute, schon jetzt irgendwie namenlos und ´abgebucht´, taugen nur noch dazu, bequeme Vorurteile nebst vorgekauter Floskeln zu bestätigen. Gewiss: Mehr als alle mir bekannten Umsturzversuche der letzten Jahrzehnte krankte dieser an Auspizien, die man eigentlich für obligatorisch hält. Der Versuch, ein verbrecherisches Regime zu stürzen hat dann jenen Putsch von ganz oben begünstigt, den man im Westen kraft einer lauteren Gesinnung wieder richtig böse finden darf. Dass die Lemuren den ´Vorlauf´ auf eigene, sehr dezente Weise mit angezettelt haben, mindert meines Erachtens nicht seine Berechtigung, auch wenn er im Ergebnis nur dazu taugte, jenen ´Volkszorn´ zu entfachen, der uns an Kristallnacht und Karikaturenstreit erinnert. An diesem Punkt geht die beklagte Heuchelei nahtlos in eine nächste über. Demokratie wird nun einmal als Herrschaft des Volkes empfunden (obwohl sie das nie gewesen ist), darum halten sich die alimentierten Kommentatoren auch weiterhin zurück, geht es um die Bewertung erwähnter Volksfronten und ihrer Umtriebe. Man spricht ihnen jedes Eigenleben ab. Sie müssen immer erst angestachelt und aufgehetzt werden. Darum durfte Großdeutschland auch befreit, nicht besiegt werden.

 

Die Türkei ist dieser Tage dabei, sich selbst zu befreien. Das braucht seine Zeit, auch wenn die Befreiung von langer Hand geplant wurde. Der Putsch lief keine Stunde, da tauchten bereits die bestens ausgerüsteten ´Heimwehren´ auf, genau da, wo man sie brauchte. Und sie werden noch immer gebraucht, während der brave Rest entweder aus Angst schweigt oder bereits seiner Deportation entgegenfiebert. Besagter Mob handelt im Sinne seines Herrn und Meisters und macht so den Werwolf-Einheiten eines Heinrich Himmler alle Ehre, das haben wir ja sogar hierzulande beim ´Sturm´ auf ein Begegnungszentrum beobachten können, aber trotzdem bleibt der Nazi-Vergleich solange verdächtig, bis nicht wenigstens die ersten Gaskammern im Ostanatolien ´befreit´ werden, das ist eben die Messlatte, bis dahin wird gemahnt und ´gezeigefingert´.

 

Rundheraus: Erdogans Ausnahmezustand ist auch nur eine Art Ermächtigungsgesetz, sein Staatsputsch gleicht in manchem den Vorgängen rund um die Ermordung des ´Volksgenossen´ Röhm und wenn die fanatisierte Anhängerschaft der AKP randaliert, dann tut sie das wie jene braunen Schlägertrupps von SS und SA. Es dauerte eine Weile, bis die Nationalsozialisten ihre Deutschen verlässlich im Griff hatten. Unsere Vertragspartner von der AKP haben ihre Türken, das wird dieser Tage sehr deutlich, auf jede erdenkliche Art und Weise in den Griff bekommen, und den meisten scheint das zu gefallen.“ Sie sollen sich hüten,“ tönte weiland Goebbels im Sportpalast vor den Seinen, “einmal wird unsere Geduld zu Ende sein und dann wird den Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.“

In ähnlichem Tonfall lässt sich der Sultan vom Bosporus schon seit Jahren (auch hier in Deutschland) vernehmen, und dass er es Ernst meint, hat mittlerweile jeder begriffen, aber das rechtfertigt natürlich nichts, was irgendwie weh tut. Kein Umsturz also. Mangels Zivilcourage wird so einer Legendbildung Vorschub geleistet, die keiner mehr in Frage stellt, wiewohl in ihr eine ans Widerliche grenzende Heuchelei kulminiert. In einem bleiben sich also alle so richtig einig: der Aufstand war illegitim – wie überhaupt jeder Putsch ´gar nicht geht´. Keiner von den Guten, die hier anderer Meinung sein möchten. Ein Graf Stauffenberg bleibt trotzdem der Deutschen liebste Heldengestalt, unsere Linken verehren den Maximo Lider und der Herr Sisi wird auch weiterhin mit allen Ehren empfangen. Erinnern Sie sich noch an Pinochet und etliche andere mehr?

 

Wenn es stimmt, das Erdogan und seine AKP seit Jahren wie eine miese Kamarilla Hof halten, weil in zahllose dreckige Kriege verwickelt, die Republik in einen Gottesstaat  umwandelnd – dann war der Putsch legitim, ein Akt des Widerstandes, egal wer dahinter steckte oder nicht (auch im Dunstkreis Stauffenbergs tummelten sich Nationalisten, Kommunisten und Monarchisten, um nur die zu nennen). Was wüssten wir heute noch über den Commandante Castro, hätte Batista diesen Empörer nach seinem ersten, tollkühn gescheiterten Anlauf einfach exekutieren lassen? Er wäre im Orkus der Geschichte verschwunden. Wie die Clique um Stauffenberg. Aber Sowjets und Amerikaner rangen Großdeutschland dann so gründlich nieder, das sehr spät – im Anschluss an die Auschwitz-Prozesse – eine Geschichtsschreibung möglich wurde, die den armselig inszenierten Staatsstreich doch noch in Glanz und Würden setzte. Mit dem Namen Stauffenberg kann heute jeder etwas anfangen, die Deutschen kriegen nicht genug von dem, aber wer kennt schon Fritz Bauer? So triumphiert am Ende der elitär gesinnte Hochadel über die lautere, wackere Seele eines echten, also wie immer tragischen, weil einsamen Helden. Gewiss: Der halbgare, immerhin mutige Putsch hätte der Türkei einen mörderischen Bürgerkrieg entfacht. Aus einem solchen ging, letzter Vergleich, Lenin – und nicht der russische Zar – als Sieger hervor. Erdogan, das steht mal fest, zettelt auch einen Bürgerkrieg an, aber soweit sind wir ja noch nicht. Das kommentieren wir lieber später, wenn wieder alles zu spät ist und alle Welt fragt, wie es soweit habe kommen können.

 

Nachtrag. Die Konferenz der mächtigsten Frau der Welt ist eben zu Ende gegangen. Ich habe sie mir nicht im Fernsehen angeschaut. Der Live-Ticker im Netz muss reichen. Mir reicht er auch wirklich. Wie nicht anders zu erwarten gewesen, brach Frau Mutti das Thema (den Terror) auf sicherheitspolitische Aspekte herunter, begleitet von den üblichen Beschwichtigungen, und die ganze abgestandene Betroffenheitsrhetorik rieb sich keinen Moment lang am Islam, der ja mit IS nichts zu tun haben kann. Lohnt es wirklich, ihre neun Punkte einzeln abzuarbeiten? Das überlasse ich gern denen, die mit der Mama noch ein eigenes Hühnchen zu rupfen haben. Sie hat nach Ablauf eines Jahres immer noch keinen Masterplan vorgelegt, vielleicht will sie das auch gar nicht, und statt wirklicher Bekenntnisse bietet sie nur ihr übliches ´Sowohl als auch´. Natürlich wurde auch in dieser Sommerloch-Rede kein wirkliches Täterprofil umrissen. Zwei Flüchtlinge, die uns ´verhöhnen´ – meinte die Kanzlerin. Überhaupt: ist alles ganz schrecklich. Man möchte fragen: ehrlich jetzt? Insgesamt wird so getan, als habe der Mars angegriffen. Der ´islamistische Terror´ rettet Wunsch und Wille, Gegenwart und Zukunft. Und wie ein pampiger Trotzkopf, der einfach nicht zugeben kann, dass er Mist gebaut hat, wiederholt sie: Wir schaffen das. Dass noch am selben Vormittag eine Hildesheimer Moschee durchsucht wurde, hätte in der Sache gut in diesen Kontext gepasst, im Ergebnis aber nur gestört. Gesetzt, es gäbe einen Menschen, der die letzten Wochen und Monate im Tiefschlaf verbracht hätte: Die Rede der Kanzlerin müsste dem vorgekommen sein wie das Gebrabbel einer etwas übernächtigten Vertretungslehrerin, die den Rackern aus der Förderklasse schnell noch das Märchen vom Weihnachtsmann steckt, bevor der erlösende Gong ertönt. Irgendwie wollen mir die Worte des Dichters Rimbaud nicht aus dem Sinn: Besser sei es, diesen Kontinent zu verlassen, auf dem bereits der Irrsinn umherstreift. Allein: wohin?

Ob Oberhirte oder mächtigste Frau der Welt: Beide gleichen Totengräbern, die einen siechenden Torso pudern, bevor der endgültig zum Leichnam erstarrt.

 

Armes Europa, arme Welt. –

 

 

Erstveröffentlicht von Dr. Nathan Warszawski/Numeri 24 : 9 - Foto: Hollande mit Merkel (Foto: von Sutoriboglar (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons)


Sonntag, 31 Juli 2016





Eines muss man wirklich sagen, dass Opfer in DE weniger Rechte haben als Flchtlinge ist ein blanker Horror. Es ist total egal was AM dazu meint es ndert nichts.