IS im Nahen Osten: Vorher - Nachher?

IS im Nahen Osten:

Vorher - Nachher?




von Thomas von der Osten-Sacken

 

Der Nahe Osten wäre so einfach zu verstehen, wäre alles so einfach, wie diese Bilder suggerieren.

In Palmyra aber, in dessen antikem Theater der IS diese Massenexekution öffentlichkeitswirksam durchführte, befand sich eines der übelsten Foltergefängnisse des Assad-Regimes, über das die BBC jüngst schrieb:

Westerners know Palmyra for its ancient Greco-Roman ruins, but the Arabic term for the place, Tadmur, gives most Syrians goose-bumps.

It’s synonymous with death, torture, horror, and madness.

The prison was built by the French in the 1930s, in heart of the desert, about 200km northeast of Damascus. But it was during Hafez al-Assad 30-year rule between 1971 and 2000 that it gained its current reputation. Thousands of political dissidents were reported to have been humiliated, tortured, and summarily executed there.

“It’s utterly unfair to call it a prison. In a prison you have basic rights, but in Tadmur you have nothing. You’re only left with fear and horror,” says Palestinian writer Salameh Kaileh, who spent two years there, from 1998 to 2000, accused of opposing the goals of the revolution that brought Assad’s Baath Party to power.

Es war der IS, der dieses Gefängnis stürmte, die Insassen befreite und das Gebäude dann zerstörte. Zur Ballettaufführung in Palmyra muß man sich die Schreie der Gefolterten also als Hintergrundchor dazu denken.

Dass ausgerechnet der IS der Folterei im Tadmur-Gefängnis ein Ende bereitete, nur um dann selbst zu foltern und zu exekutieren, dass ist, in a nutshell, die Realität des Nahen Ostens heute, die sich mit zwei medienwirksamen Bildern eben nicht fassen lässt.

 

Erstveröffentlicht in der Jungle World - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors / Foto: Ein Tweet: Jenan Moussa ?@jenanmoussa #Palmyra theater: Before & after ISIS. (Foto: Screenshot)

 

Thomas von der Osten-Sacken bei haOlam.de (Auswahl):


Montag, 06 Juli 2015