Manipulierende Medien: Kindergerechte Lügen

Manipulierende Medien:

Kindergerechte Lügen




von Dr. Nathan Warszawski

Das Schlimme an Lügen ist, dass man sie nach einiger Zeit, wenn diese nur häufig genug wiederholt werden, als wahre Tatsachen erachtet. Jede Diktatur nutzt dies aus.

Nun ist es nicht die Aufgabe von Zeitungen, Wahrheiten zu verbreiten, sondern sich zu verkaufen. Wenn sich die Wahrheit gut verkauft, dann wird die Wahrheit verbreitet. Wenn sich die Unwahrheit gut verkauft …

Die Manipulation gelingt am vollkommensten, je jünger der Manipulierte ist. Diktaturen nehmen den Eltern die Kindererziehung ab und ersetzen sie durch staatlichen Drill. In einer hochkomplexen Gesellschaft wie der unsrigen ist eine gleichförmig gelenkte Kindererziehung nicht durchsetzbar. Hier springen lokale Zeitungen ein.

Die Aachener/Dürener Zeitung AZ/DZ hat hierzu auf ihrer letzten Seite unter dem Wetterbericht eine „Aktuelle Seite für Kinder“ eingerichtet. Hier wird kindgerecht den zukünftigen Leistungsträgern der Gesellschaft alles Notwendige erklärt. Am Montag, 23.02.2015, erscheint neben einer Fahne mit roter Sonne und der Aufschrift „ATOMKRAFT? NEIN DANKE“ ein kurzer Bericht, der die Kleinen für den Rest ihres Lebens politisch gesellschaftskonform prägen soll.

Wenn Atome gespalten werden, ist das sehr gefährlich. Zwar sind Atomkraftwerke sehr sicher gebaut, wenn aber Unglücke passieren, dann ist das sehr schlimm. Das letzte Unglück war 2011 in Fukushima in Japan, als Folge eines Tsunamis. Damals starben viele Menschen.

Ich hoffe, dass zumindest einige Leser die Unterstellung erkennen. Sicherheitshalber gehe ich auf den Kurzartikel ein, um die Manipulation deutlich zu machen.

Die Sätze sind nicht falsch. Es handelt sich hier nicht um eine plumpe Manipulation. Falsch ist die Zusammenstellung, die beim Kind falsche Assoziationen hervorrufen, damit es künftig gegen Atomkraft eingestellt sein wird. Im Zusammenhang mit der Überschrift „ATOMKRAFT? NEIN DANKE“ muss das Kind annehmen, dass die vielen Toten in Fukushima nicht ohne Atomkraftwerke aufgetreten wären, was nicht der Wahrheit entspricht. Nicht die Atomkraftwerke sind schuld an den Tausenden von Toten, sondern das Seebeben. Das Wort Tsunami, welches nicht alle Kinder verstehen, wird nicht erklärt, um die Kinder nicht von den mörderischen AKWs abzulenken.

Lesen Sie Kindern den kleinen Artikel vor und fragen Sie sie anschließend, ob es auch Tote ohne die AKWs gegeben hätte. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie nicht nur von Kindern falsche Antworten hören.

 

Numeri 24 : 9

 

Dr. Nathan Warszawski bei haOlam.de (Auswahl):


Samstag, 28 Februar 2015





Ich finde Ihre Artikel eigentlich immer gut, informativ und manchmal auch lustig. Aber diesmal haben Sie etwas Entscheidendes vergessen, nämlich die Toten durch Strahlung, weil es eben kein Kohle-, Gas- oder Wasserkraftwerk war sondern ein Atomkraftwerk. Mit den anderen Typen hätte es keine Strahlungstoten gegeben.

@1pp: Mal ne ganz doofe Fräge. Gab es in Fukushima eigentlich "Strahlungstote"?

@2 Steve Ja Steve, ich kenne die Berichte auch die sagen, dass es keine Strahlungstoten gegeben hat, der entscheidende Punkt ist aber, dass durch erhöhte Strahlung auf alle Fälle mehr Menschen an Krebs gestorben sind. Sie werden doch wohl nicht die Untersuchung der UN über die "Nicht durch Strahlung getöteten Krebstoten" für bare Münze nehmen. Da stehen doch zumindest die Interessen der Industrie absolut dagegen.