Die wahre Geschichte von Christentum und Islam

Die wahre Geschichte von Christentum und Islam




von Raymond Ibrahim, 23. Februar 2015

US-Präsident Barack Hussein Obamas verurteilte gerade die mittelalterliche christliche Geschichte, um den modernen Islam zu entlasten; das erinnert daran, wie kläglich ignorant (oder bewusst irreführend) viele Menschen im Westen bezüglich der wahren Geschichte des christlichen Europa und des Islam sind.

Das Problem besteht darin, dass diejenigen, die Sachen wie die Kreuzzüge verurteilen – einschließlich der „Mainstream“-Akademiker, -Journalisten, -Filmemacher und -Politiker – das tun ohne den historischen Kontext zu erwähnen. Schlimmer noch: Sie implizieren, dass „wir“ den Kontext bereits kennen: üble Päpste und gierige Ritter nutzten die Christenheit aus, um muslimisches Land und Reichtum zu erobern. Oder wie Karen Armstrong es ausdrückte: „Die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufdrängte, ist eine Einbildung des Westens, erfunden in der Zeit der Kreuzzüge, als es in Wahrheit westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten.“

Die wahre Geschichte des Christentums und des Islam ist die Antithese einer solchen Behauptung. Überlegen Sie einmal einen Moment:

Nur ein Jahrzehnt nach der Geburt des Islam im 7. Jahrhundert brach der Jihad aus Arabien aus. Neben all den Tausenden von Kilometern antiker Länder und Zivilisationen, die auf Dauer erobert wurden – darunter Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, der Irak, der Iran und Teile von Indien und China – wurde auch ein Großteil Europas zu der einen oder andern Zeit durch das Schwert des Islam erobert.

Zu den Staaten und Territorien, die angegriffen wurden und/oder unter muslimische Herrschaft fielen, gehörten (um ihnen ihre modernen Namen ohne besondere Reihenfolge zu geben): Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Sizilien, die Schweiz, Österreich, Ungarn, Griechenland, Russland, Polen, Bulgarien, die Ukraine, Litauen, Rumänien, Albanien, Serbien, Armenien, Georgien, Kreta, Zypern, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Weißrussland, Malta, Sardinien, Moldawien, die Slowakei und Montenegro.

846 wurde von muslimisch-arabischen Angreifern geplündert und der Vatikan geschändet; rund 600 Jahre später, 1453, wurde die andere große Basilika, Heilige Weisheit (oder Hagia Sophia) von muslimischen Türken dauerhaft erobert. (Bis heute feiern die türkischen Muslime die Plünderung von Konstantinopel, das reichlich Raub und Abschlachten erlebte.)

Zu den wenigen Regionen Europas, die wegen ihrer nordwestlichen Entlegenheit direkter islamischer Besatzung entgingen, gehören Großbritannien, Skandinavien und Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie nicht von Islam angegriffen wurden. In der Tat beteten die Christen im am weitest entfernt gelegenen Nordwesten Europas, in Island, darum, dass Gott sie vor dem „Terror des Türken“ bewahre. Das war nicht reine Paranoia; noch 1627 überfielen muslimische Korsaren die nördliche christliche Insel, nahmen vierhundert Gefangene und verkauften sie auf den Sklavenmärkten von Algiers.

Auch Amerika entging ihnen nicht. Ein paar Jahre nach der Gründung der Vereinigten Staaten, 1800, wurden amerikanische Handelsschiffe im Mittelmeer geplündert und ihre Matrosen von muslimischen Korsaren versklavt. Der Botschafter von Tripolis erklärte Thomas Jefferson, dass die Muslime das „Recht und die Pflicht haben Krieg gegen sie [die Nichtmuslime] zu führen, wo immer sie sie finden könnten, und so viele wie möglich zu versklaven, die sie gefangen nehmen können.“

Kurz gesagt: Rund ein Jahrtausend lang – durchbrochen von einem Gegenaktion der Kreuzzüge, den der moderne Westen wie besessen dämonisiert – stellte der Islam eine existenzielle Bedrohung des christlichen Europa und in Erweiterung der westlichen Zivilisation dar.

Und darin liegt der Haken: Heute , ob in Oberschulen oder an Universitäten gelehrt, ob von Hollywood dargestellt oder in den Nachrichtenmedien, ist das vorherrschende historische Narrativ das, dass die Muslime die historischen „Opfer“ der „intoleranten“ westlichen Christen sind. (Sehen sie sich meine Antwort auf einen Fox News-Moderator an, der fragte, warum Christen Muslime immer verfolgt haben.)

Hier stehen wir also und bezahlen den Preis dafür eine ahistorische Gesellschaft zu sein: Ein paar Jahre nach den islamischen Anschlägen vom 9/11 – nur die jüngsten in einem Jahrhunderte dauernden, Kontinente überspannenden Jihad gegen den Westen – wählten die Amerikaner (zweimal) einen Mann mit einem muslimischen zweiten Vornamen und Erbe zum Präsidenten; einen Mann, der die Kreuzzüge verurteilt, während er offen dieselbe islamische Ideologie stärkt, die christliche Krieger Jahrhunderte lang bekämpften.

Die europäischen Ahnen der Vereinigten Staaten – die alle irgendwann den Islam zurückschlugen oder von ihm erobert wurden – müssen in ihren Gräbern rotieren.

Doch all das ist Geschichte, sagen Sie? Warum das wieder aufwärmen? Warum es nicht lassen und weitergehen, ein neues Kapitel von gegenseitiger Toleranz und Respekt aufschlagen, selbst wenn die Geschichte ein wenig retouchiert werden muss?

Das wäre eine einigermaßen plausible Haltung – wäre es nicht so, dass rund um dem Globus Muslime immer noch denselben imperialen Impuls und intolerantes Herrenmenschentum zur Schau stellen würden wie ihre erobernden Vorfahren. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die muslimische Welt derzeit nicht in der Lage ist den Westen durch konventionellen Krieg zu besiegen.

Es könnte aber auch sein, dass dies nicht möglich ist. Dank der Ignoranz von Geschichte überlaufen Muslime Europa unter dem Deckmantel der „Einwanderung“, lehnen Assimilierung ab und bilden Enklaven, die in moderner Ausdruckweise „Ghettos“ genannt werden, in islamischen Begrifflichkeiten aber ribat – Frontposten in zu erobernden Gebieten, wo auf die eine oder andere Weise Jihad gegen die Ungläubigen geführt wird.

All das führt zu einem weiteren, vielleicht noch wichtigeren Punkt: Wenn die wahre Geschichte des Westens und des Islam auf den Kopf gestellt wird, welche anderen historischen „Orthodoxien“, mit denen hausiert wird, sind dann auch noch falsch?

War das finstere Mittelalter wirklich wegen der „erstickenden“ Kräfte des Christentums umnachtet? Oder war das finstere Mittelalter – das „zufällig“ in denselben Jahrhunderten liegt, in denen der Jihad Europa ständig verwüstete – ein Produkt einer anderen erstickenden „Religion“? War die spanische Inquisition – ebenfalls von Obama verurteilt – ein Abbild christlichen Barbarismus oder war sie zumindest zum Teil ein Abbild christlicher Verzweiflung vis-à-vis den vielen Muslimen, die zwar behaupteten zum Christentum übergetreten zu sein, aber in Wirklichkeit taqiyya betrieben und als Maulwürfe lebten, um zu versuchen die christliche Nation zu untergraben, damit sie zum Islam zurückkehrt?

Erwarten Sie nicht die wahren Antworten auf diese und weitere Fragen von denen zu bekommen, die die fingierte Wissenschaftslehre des Westens machen, bewachen und verbreiten. In der Zuikunft (welche auch immer das sein mag) wird die über unsere Zeit geschriebene Geschichte wahrscheinlich hervorheben, wie unsere Ära, die ironischerweise das „Informationszeitalter“ genannt wird, kein Zeitalter war, in dem die Menschen so gut informiert waren, sondern ein Zeitalter, in dem Desinformation derart weit verbreitet und nicht hinterfragt war, dass Generationen an Menschen in Blasen alternativer Wirklichkeiten lebten – bis diese schließlich platzten.

 

Übersetzung unseres Partnerblogs Heplev  - Foto: Ehemalige christliche Kirche in Nordzypern, jetzt eine Moschee (Foto: von Manfred&Barbara Aulbach (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons)

 

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Samstag, 28 Februar 2015





Bravo, endlich mal ein Wort der Wahrheit über viele Dinge der Vergangenheit und über die Situation der Gegenwart. Schade, dass diesen Artikel nicht viele lesen werden, lesenswert wäre er für jeden "bunten" (hat nichts mit der Hautfarbe zu tun) Deutschen. Es ist nämlich schon erstaunlich, dass nach 80 Jahren dieselben Geister wieder durch die Straßen ziehen.

Werter Herr Ibrahim. Es triftt zu, dass die vulgären Darstellungen der christlich-abendländischen Geschichte gespikt sind mit Verdrehungen und Verfälschungen, dass es seit weit über hundert Jahren Gang und Gäbe ist, die Kreuzzüge vom historischen Kontext losgelöst zu betrachten und sie im Lichte heutiger Moral- und Wertvorstellungen abzuurteilen. Dies trifft aber nicht nur auf die Kreuzzüge gegen die islamischen Eroberer im Heiligen Land zu, sondern ist ganz allgemein in Mode gekommen. Die Geschichtsklitterung beginnt schon in den Schulen. Vor 50 Jahren noch und weiter zurück in der Zeit, wurde die Geschichte an den Gymnasien noch ganz anders und in einem größeren Kulturgeschichtlichen Kontext gelehrt. Zutreffend ist auch Ihre Behauptung, dass die Kreuzzüge eine Antwort auf den islamischen Imperialismus - obwohl dieser Begriff damals noch nicht verwendet wurde - war und die besondere Grausamkeit, mit der sich der Islam über die damals bekannte Welt ausbreitete. Was die spanische Inquisition betrifft, so sehe ich mich bemüßigt, Ihre Darstellung um einige Nuancen zu erweitern. Die Inquisition in Spanien war eine Besonderheit im damaligen Europa und richtete sich nicht nur gegen die Nachfahren der Mauren, die als Maranen (Kastilisch=Schweine) bezeichnet wurden, sondern auch gegen die Juden und die Conversos allgemein. Gerade das Judentum bzw. das sogenannte "Judaisieren" war Ziel eines als Irrsinn zu bezeichnenden Verfolgungswahn der Spanier. Entsprechendes Ansehen hatten die Spanier in diesem Zusammenhang im übrigen christlichen Europa im 17. und 18. Jahrhundert; man hielt sie schlichtweg für verrückt. Eine Folge des Edikts vom 31. März 1492 war, dass sich die Spanier mit der Vertreibung von etwa 150 000 Juden und der anschließenden Verfolgung der ca. 50 000 vom Judentum zum Christentum convertierten Juden, ihres Mittelstands entledigten. Die fast gleichzeitige Entdeckung Amerikas und die Hoffnung auf ein sagenhaftes, immerwährendes El Dorado - das Goldene Land - war den Spaniern Verheißung und Zukunft genug. Gleichzeitig schuf man die Vorstellung vom reinrassigen Spanier, indem man den Bewerbern für öffentliche Ämter oder Offiziersrängen beim Militär einen Abstammungsnachweis abverlangte; Vorbild für den sogenanmten "Ariernachweis" unter NS-Herrschaft. Diese Einschätzung teile ich mit dem Autor Leon Poliakov, dessen fünfbändiges Werk "Die Geschichte des Antisemitismus" ich zur Lekture nur empfehlen kann, weil es allgemeinverständlich geschrieben und für Laien einfach lesbar ist. Poliakov beschränkt sich auch, wohlweislich in Anlehnung an die wahren Größenverhältnisse im damaligen Spanien, in der Hauptsache auf die Judenverfolgung zu Zeiten der spanischen Inquisition. Die Folgen dieses Wahnsinns sind in Spanien bis auf den heutigen Tag spürbar. Spanien wurde durch seinen inquisitorischen Wahn - und der ging vor allem von seinen katholischen Königen aus - im Verlaufe von rund 500 Jahren zu einem der rückständigsten Staaten bzw. Gesellschaften in Europa. Am Beispiel Spaniens kann man ablesen, wohin religiöser Wahn und gnadenlose Missionierung führen. Ich ziehe nun die Parallele zur heutigen Missionierung Europas durch den Islam, genauer gesagt den sunnitischen Islam türkischer und arabischer Prägung. Der schiitische Islam persischer Prägung dagegen stellt keine sonderliche Bedrohung für Europa und die Welt dar. Er ist eher von regionaler Bedeutung. Inwieweit Israel tatsächlich durch den Iran bedroht ist, soll hier einmal außen vor bleiben. Für mich persönlich ist aber das Judentukm unauflöslich mit der abendländischen Kultur verwoben - nicht der Islam! Der Islam hat doch in seiner Geschichte nicht viel Positives hervorgebracht, um einmal im Sinne Benedikts XVI. zu schreiben: Krieg und Kulturzerstörung ziehen sich wie das blutige Band durch die Geschichte des Islam.