Das Ende des assyrischen Christentums: Da war doch was ...

Das Ende des assyrischen Christentums:

Da war doch was ...




von Dr. Nathan Warszawski

 Haben´s schon mal was von Geiselhöring gehört? Nein? Halb so wild. Geiselhöring: das klingt spontan nach Kidnapping auf oberbayerisch, so derb wie deppert, recht dösig und bräsig. Ja mei. Tatsächlich handelt sich´s bloß um ein kleines Dorferl, zwischen Landau und Straubing gelegen, lieblich umfasst von derlei weiteren Perlen ländlichen Lokalkolorits, die auf so putzige Namen wie Mötzing und Sünching, Salching und Oberschneiding, Leiblfing und Laberweiting hören. Im schnuckeligen Geiselhöring hat sich nun vor drei Tagen, völlig unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, eine recht überschaubare Gruppe Ortsansässiger Menschen tapfer Gehör verschafft. In Geiselhöring leben nämlich einige wenige assyrische Christen, deren Wurzeln in Syrien und im Irak liegen, und die haben auf das enorme Gefahrenpotential hingewiesen, dem die in der Levante ausharrende Glaubensgemeinde zunehmend schutzlos ausgeliefert ist. Friedlich taten diese Leute das, indem sie sich brav vor dem kleinen Rathaus versammelten und ihre Mitbürger geduldig ´aufklärten´. Das ganze kam ganz ohne Tumulte aus, ohne die üblichen Ausschreitungen also, an die wir uns in den letzten Tagen, da alle Welt wie gebannt, in Wahrheit Sensationslüstern auf das größte Freiluft-KZ der Welt schaute, rasch gewöhnt haben. Geiselhöring liegt nicht in Gaza und die assyrischen Christen sind keine Palästinenser. In einem lokalen Käseblatt las ich dazu noch folgendes:

„Wie die Teilnehmer – unter ihnen auch die Stadtpfarrer Ulrich Fritsch und Josef Ofenbeck und zahlreiche Frauen – ausdrücklich betonten, sollte mit dem Informationsstand keinesfalls gegen den Islam als Religionsgemeinschaft demonstriert werden, sondern ausschließlich die Terrorgruppe ISIS und ihre Verbrechen gegen die assyrischen Christen angeprangert werden.“

Politisch korrekter kann man seinen Unmut kaum äußern. Damit macht man alles richtig und am Ende eben doch nicht auf sich aufmerksam. Mit ein wenig Randale wäre Geiselhöring vielleicht doch die angemessene Zuwendung zuteil geworden. Jede vernünftige Anti-Israel-Demo lebt davon, kommt nimmer ohne aus. Eine Prise Islam-Bashing hätte dem beschaulichen Provinznest also immerhin einen öffentlichkeitswirksamen Achtungserfolg bescheren können. Aber in der Wahrnehmung blutiger Konflikte und menschlicher Tragödien spielt die Verhältnismäßigkeit sowieso keine Rolle. Das im Irak derzeit schätzungsweise 200.000 Menschen vor den finsteren Horden Mordwütiger Rechtgläubiger flüchten, wird allenfalls am Rande erwähnt, während in Gaza jedes Opfer einzeln aufgerechnet wird. Und der Weltfriede wird eben nicht durch Al Kaida und Al Nusra, Al-Shabah und Al-Caponski gestört, nicht durch ISIL oder ISIS in IDIOTISTAN, nein: in Israel entscheidet sich das Schicksal der Nationen. Die Zionisten wüten in Gaza: Gott erbarme dich unser. Und wehe, die Besatzungsmacht trifft mal so richtig ins Schwarze; etwa auf Einrichtungen der UN, deren Sprecher den Juden alle Nase lang empfehlen, sie sollten sich wegen der paar Spielzeugraketen von drüben doch nicht gleich ins saubere Hemd machen. Wen kratzte es eigentlich, als heraus kam, dass man in eben diesen, als neutral eingestuften Einrichtungen Waffendepots der Hamas entdeckte? Na, die wehren sich doch bloß. Gegen die Besatzer. Gerettet.

Verglichen mit der ISIS ist die Hamas eine miese kleine Räuberbande. Der ISIS ist Al Qaida zu gemäßigt und ihren Gotteskriegern geht überhaupt alles zu langsam, nicht schnell, vor allem: nie blutig genug. Ihr Wüten in den eroberten Gebieten grenzt an Irrsinn und ist bestialischer als alles, was wir bisher von den ´Konkurrenzorganisationen´ gewohnt gewesen waren. Es geht hier gar nicht so sehr um die ständige, das eigene Mütchen kühlende Fangfrage, warum die unendlich Gottesfürchtigen und noch unendlicher Menschen mordenden ´Vereinsmitglieder´ denn so wurden wie sie heute sind. Schon ist, man höre und staune, von ´Aussteigerprogrammen´ die Rede. Will man die entsprechenden pädagogischen Leitlinien als Flugblätter über Allahu-Isistan abwerfen? Mit den Massenmördern dieser Todesschwadron kann man sicht nicht einmal über das Wetter von vorgestern unterhalten. Mit den in Geiselhöring ansässigen Assyrern christlicher Konfession ist das noch möglich. Ihren Mitgläubigen im Irak und in Syrien wird diese Möglichkeit bald nicht mehr gegeben sein. Wette drauf.

Shanto Trdic, 05.08.14

 

Numeri 24 : 9 - Foto: von Bertramz (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

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Mittwoch, 06 August 2014





Und wenn die armen Menschen auf ihrer Flucht vor diesen Irren in einem deutschen Auffanglager landen, dann kommen sie vom Topf in die Pfanne. Dort hocken dann genauso Durchgeknallte, die meinen sie müssten den "Kaffir" zeigen, wo der Hammer hängt. Und die Beamten vor Ort stehen daneben und bekommen nix davon mit - bis es wieder zu spät ist.