Israel hilft - konkret: Algen gegen den Hunger

Israel hilft - konkret:

Algen gegen den Hunger




Mittag im Gymnasia Herzliya in Tel Aviv. Schülerinnen und Schüler in weißen Latex-Handschuhen ordnen Plastikflaschen auf Holzregalen. In den Flaschen schwimmt eine grünliche Flüssigkeit, die einmal Leben retten soll. Denn die Zehntklässler suchen im Biologieunterricht nach einem einfachen und kostengünstigen Weg, Spirulina-Algen zu züchten.

Hierzu wird die Nährlösung in Flaschen gegeben, die wiederum auf ein Holzgestell montiert sind, durch das Kohlenstoff wabert. „In den Gestellen haben die Algen Sonnenlicht, der Kohlenstoff dient der Photosynthese, und die Blasen mischen ihn unter“, erklärt eine der Schülerinnen.

Die Holzgestelle sind bereits eine Verbesserung, denn zuvor mussten die Kinder die Flaschen mit sich herumtragen, um sie ständig in Bewegung zu halten. So geht die Forschung langsam aber sicher voran, und „wir hoffen, dass wir sie in einem Jahr abgeschlossen haben“, so eine weitere Schülerin. Vier weitere hebräisch- und fünf arabisch-sprachige Schulen in Israel werden sich der Initiative bald anschließen und ebenfalls versuchen, dem Geheimnis der optimalen Wachstumsbedingungen für die Algen auf die Spur zu kommen.

Denn dies ist nicht irgendein Schülerprojekt: Die UNESCO, der Rotary-Club und mehrere Dutzend Schulen in Afrika haben bereits Interesse angemeldet. Spirulina-Algen bestehen zu etwa 70% aus Eiweiß und gelten daher als besonders nahrhaft. Wenn es gelingt, eine Methode zu ihrer Zucht zu entwickeln, die sich auch in Entwicklungsländern einfach und etwa von Schulkindern praktizieren lässt, könnte dies deren Hunger zumindest lindern.

So war auch bereits eine Vertreterin des äthiopischen Erziehungsministeriums vor Ort, um sich ein Bild von den vorläufigen Ergebnissen des Projekts zu machen.

Unterstützt werden die jungen Forscherinnen und Forscher von zwei Experten – Boris Zlutanikov, der selbst eine Algenfarm im Negev betreibt und Yaron Yehoshua, Gründer des Zentrums für Algen-Biotechnologie an der Bar Ilan-Universität. „Wir haben noch eine Reihe von Versuchen vor uns“, so Yehoshua. „Temperaturunterschiede, verschiedene Konzentrationen der Nährlösung, von Licht, verschiedene Wachstumsmethoden, zum Beispiel in Plastiktüten anstelle von Flaschen“, erläutert er. „Aber am Ende werden wir herausfinden, wie wir die höchste Eiweißkonzentration erreichen können.“

Bis dahin kämpfen die Schüler noch mit dem Alltag. „Wir haben Lösungen mitten im Prozess“, ruft ein Junge. „Warum fällt ausgerechnet jetzt der Strom aus?“

 

Haaretz, 09.03.13 - Foto: Forschungsnachwuchs bei der Arbeit (Foto: Haaretz) / Newsletter der Botschaft des Staates Israel in Berlin

 

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Dienstag, 12 Mrz 2013